„BIM“ – Wenn Daten die Zukunft aufzeigen

Digitalisierung und Industrie 4.0 | Innovationen | Technologietrends | Zukunft der Produktion | „BIM“ ist die Abkürzung für „Building Information Modeling“. Dahinter verbirgt sich eine Methode, mit der Fehler und Fehlplanungen im Anlagenbau deutlich reduziert werden können. Wie? Indem uns Daten die Zukunft visualisieren: Unsere Kollegen bei thyssenkrupp Plant Technology nutzen BIM schon heute für eine vorausschauende Planung von Industrieanlagen.

Wie ist der Status auf der Baustelle? Welche Dokumente liegen zu einem bestimmten Equipment vor? Kann die Maschinenproduktion starten? Welche Arbeiten können im nächsten Monat beginnen? Liegen dafür alle Materialien vor? Das sind nur einige wenige Beispiele für die Fragen, die unsere Kollegen bei thyssenkrupp Plant Technology für einen reibungslosen Projektablauf beantworten müssen.

Benjamin Berndzen bespricht die Daten aus BIM

„BIM“ zeigt auf den ersten Blick die Informationen, die hinter den Daten stecken. Benjamin Berndzen (links) ist von der Software und ihrem Beitrag zum Erfolg der Firma überzeugt.

„In den letzten Jahren ist die Menge der anfallenden Daten bei den sogenannten EPC Projekten (Engineering, Procurement and Construction) immer umfangreicher und komplexer geworden. Damit wird es immer herausfordernder, bei solchen Großprojekten den Überblick zu behalten“, erzählt Benjamin Berndzen, Leiter des Projekts „Digital Business Processes“. Die Antwort auf offene Fragen liegen oft versteckt in diversen Softwaresystemen unterschiedlicher Abteilungen – so gestaltet sich die Suche nach wichtigen Informationen als umständlich und sehr zeitaufwendig.

BIM macht Projektinformationen transparent – mit 3D-Visualisierungen

Es gibt jedoch einen Weg, die Datenflut im Anlagenbau effizienter zu verarbeiten. Das Team von Benjamin Berndzen soll BIM, in der gesamten Anlagenbausparte implementieren. „Zum einen ist BIM ein Ort, an dem alle Daten und Teilinformationen aus dem Projekt zusammenkommen. Das sorgt für Transparenz. Der größte Vorteil ist aber, dass uns die Software auch 3D-Visualisierungen anbietet. Das Programm zeigt zum Beispiel durch Einfärbung des 3D-Modells, wie der Status Quo auf der Baustelle ist – und wie er eigentlich sein sollte. So können wir auf den ersten Blick erkennen, wo Schwachstellen liegen und wo wir gegensteuern sollten.“

Die Entscheidung für BIM war auch eine wirtschaftliche – denn so können wir auch die Zusammenarbeit mit dem Kunden deutlich verbessern und stärker auf seine Wünsche eingehen. „Sowohl Kunden als auch Vertragspartner sind bereits auf die Methode BIM aufmerksam geworden, so dass diese sich allmählich im Umfeld des Anlagenbaus etabliert. Mit dem konsequenten Einsatz von BIM in unseren Projekten wollen wir Vorreiter sein und unsere langfristige Positionierung im Markt sichern. Dank BIM können unsere Kunden eine nochmals höhere Projektqualität von thyssenkrupp erwarten. Mit BIM können wir ihnen zudem einen voll vernetzen digitalen Zwilling an die Hand geben, der in den weiteren Lebensphasen der Anlage genutzt werden kann.“

Bessere Performance dank BIM

„Auch für uns hat BIM entscheidende Vorteile“, erzählt Benjamin Berndzen: „BIM wird uns helfen, Fehler zu minimieren und Projekte schneller abzuwickeln. Erste Erfolge in der Anwendung der BIM Methode bei Kundenprojekten bestätigen diese Effekte bereits

thyssenrkrupp, BIM, Anlagenbau. Planung

Im modernen Anlagenbau haben wir es mit einer wachsenden Datenflut zu tun – BIM hilft uns dabei, den Überblick zu behalten.

Die ersten Schritte: Ende 2017 kam BIM beim Bau einer Zementanlage in Mexiko erstmals zum Einsatz. Alle Daten wurden in den bestehenden Softwaretools erfasst, über BIM eingesammelt und verwaltet und anschließend in aufbereiteter Form für alle zugänglich gemacht. Hier ermöglichte beispielsweise die Verknüpfung des Zeitplans mit dem 3D-Modell eine Visualisierung der geplanten Bauabläufe. Das Auftragsteam konnte weiterhin auf einen Blick sehen, ob benötigte Baumaterialien bereits geliefert wurden oder wo es Verzögerungen gab. Wo früher verschiedene Datentabellen aufwendig miteinander verglichen und analysiert werden mussten, bekommt das Team heute alle Daten auf einen Blick – in einer farblich angepassten 3D-Visualisierung.

Seitdem wurde die Methode bereits bei zwei weiteren Großprojekten angewandt und wird Stück für Stück zum Standard bei der Projektabwicklung. Dazu gehört auch, die Anwendung der neuen Methode über Trainings und Anwendungsbeispiele in der Breite der Auftragsteams zu verankern – was kein Selbstläufer ist. Ausgetretene Pfade und Gewohnheiten in der Projektabwicklung müssen verlassen werden, weshalb Verständnis und Akzeptanz bei den Kollegen geschaffen werden muss.

Modell als Augenöffner

Mit den kommenden Aufträgen werden komplette Projekte von Beginn an in BIM abgebildet. Für die Kollegen eine große Arbeitserleichterung, wie das bisherige Feedback zeigt. „Die Mitarbeiter wissen sehr zu schätzen, dass Projektdaten transparent und an einer Stelle gesammelt einsehbar werden. Das Modell wirkt wie ein Augenöffner und sorgt für den nötigen Überblick über den gesamten Projektverlauf.“

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