Warum Geduld sich lohnt

Unternehmen | Autor Bernd Ziesemer schreibt auf Capital.de über "Das Ende der Geduld bei thyssenkrupp". Alexander Wilke, Kommunikationschef von thyssenkrupp, antwortet ihm.

Lieber Herr Ziesemer,

danke für das Lob, das Sie der Öffentlichkeitsarbeit von thyssenkrupp in Ihrem Beitrag „Das Ende der Geduld“ aussprechen. Öffentlichkeitsarbeit würde aber ohne die entsprechenden Zahlen nicht funktionieren. thyssenkrupp hat sich in den letzten 5 Jahren dramatisch verändert – bei Unternehmenskultur und bei der Performance: Das Bereinigte EBIT haben wir von 300 Mio. Euro auf jetzt 1,9 Mrd. Euro gesteigert. Die Nettofinanzschulden sind von damals 5,8 Mrd. Euro auf unter 2 Mrd. Euro gesunken. Dass wir mit dem Mittelzufluss immer noch nicht zufrieden sind, sagen wir selbst sehr deutlich. Aber wir arbeiten daran, dass das besser wird. Zumindest bei den Sachen, die wir selbst in der Hand haben.

Zur ganzen Geschichte gehört aber auch, dass der Umbau des Konzerns tiefe Spuren in unserer Bilanz hinterlassen hat, die wir nicht von heute auf morgen ändern können. Ein Beispiel dafür ist sicherlich das Kapitel Steel Americas, das Sie sehr gut kennen.

Könnten die operativen Zahlen noch besser sein? Klar. Aber man darf nicht vergessen, dass wir seit Jahren in das zukünftige Wachstum und die Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens investieren. Allein 8 Mrd. Euro in den letzten fünf bis sechs Jahren in neue Werke und rund 4 Mrd. Euro in Forschung und Entwicklung. Das geht immer auch zu Lasten des Ergebnisses, ist aber für die Zukunft wichtig. Das zeigt sich auch im Aktienkurs. Wenngleich die Entwicklung nicht so schlecht ist, wie Sie sie beschreiben. Wir haben nicht zuletzt im letzten Geschäftsjahr den Dax mehrmals outperformed und entwickeln uns langsam aber stetig in die richtige Richtung.

Dass es unterschiedliche Perspektiven darauf gibt, wie sich ein Unternehmen entwickelt, ist ganz normal. Unsere ist von einer nachhaltigen und langfristigen Entwicklung für das Gesamtunternehmen bestimmt. Dafür haben wir ein klares Zielbild und die dazu gehörige Strategie. Und die setzen wir Stück für Stück um. Da haben wir schon einiges geschafft, wissen aber ganz genau, dass wir weiter arbeiten müssen, um unsere selbstgesteckten Ziele zu erreichen. Im Übrigen kennen unsere Strategie auch alle unsere Anteilseigner, weil wir diese ganz offen und regelmäßig erklären, natürlich in den dafür vorgesehenen Gremien. Deswegen wundert man sich schon manchmal, wenn man die Zeitung liest …

Vielleicht haben Sie ja mal wieder Lust, auf einen Kaffee vorbeizukommen. Würde mich freuen.

Herzliche Grüße

Ihr
Alexander Wilke

 

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