Vom Seminar zum Webinar

Menschen bei thyssenkrupp | Telefon-Interview mit unserer Kollegin Brigitte Götte, die seit mehr als 10 Jahren Seminare im Rahmen der beruflichen Weiterbildung an unserem Standort Mülheim durchführt und seit 2018 zusätzlich als lizensierte VDA Inhouse Trainerin zertifizierte VDA 6.3 Prozessauditor:innen in der gesamten Unternehmensgruppe ausbildet.

Interviewer: Hallo Brigitte, schön, dass Du die Zeit findest, uns über die spannenden Weiterentwicklungen zur beruflichen Weiterbildung am Standort Mülheim zu berichten!

Götte: Gerne!

Interviewer: Erzähl uns doch, wie die Corona Pandemie Deine Arbeit verändert hat.

Götte: Nun, im Frühjahr 2020 musste ich erst einmal mehrere Seminare aufgrund des Lockdowns absagen, weil Präsenzseminare natürlich nicht möglich waren. Zuerst wurden die Termine deutlich nach hinten geschoben. Nachdem allerdings auch Monate später die Pandemie Deutschland fest im Griff hatte wurde klar: Wir müssen alternative Lösungen finden, damit das Thema Qualifikation nicht zu kurz kommt! So entstand die Idee, die Seminare als Webinare (Online-Seminare) stattfinden zu lassen.

Gemeinsam mit meinem Co-Trainer Lars Homner von der tk Bilstein GmbH habe ich dann das dreitägige Seminar „Interner 1st & 2nd Party Auditor nach IATF 16949:2016“ zum Webinar umstrukturiert.

Interviewer: Das war sicher nicht einfach. Auf welche Herausforderungen seid ihr gestoßen?

Götte: Die größte Herausforderung für uns war, dass wir keinen persönlichen Kontakt zu den Seminarteilnehmer:innen haben würden. Die Aufgabe in der Planung bestand also darin, die Teilnehmer:innen über drei Tage lang nicht „zu verlieren“ und ohne persönliche Präsenz die Spannung und Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten. Webinare fordern neue Skills – sowohl vom Trainer als auch von den Teilnehmer:innen, das wurde uns schnell klar. Eine unserer ersten Erkenntnisse am Anfang war – so banal es klingen mag – dass die Technik mit WebEx, MS Teams, Skype & Co funktionieren muss. Techniktests vor Start eines Webinars sind absolute Pflicht. Somit können im Vorfeld Startprobleme wie z.B. „Ich höre nichts“, „Mein Bildschirm ist schwarz“ etc. weitestgehend vermieden werden.

Interviewer: Wie seid ihr mit der Sorge, die Aufmerksamkeit bei den Teilnehmer:innen zu verlieren, umgegangen?

Götte: Die wichtigsten Fragen, die ich mir als Seminarleitung stellen muss sind: Wie kann ich mit den Teilnehmer:innen kommunizieren und agieren?; Wie stelle ich sicher, dass sie am Bildschirm bleiben? Die fachlichen Inhalte sollen ohne Verluste vermittelt werden – dafür muss bei einem Webinar der Weg der Wissensübertragung verändert werden. Wie auch im Präsenzseminar bewährt sich zur Aufmerksamkeitserhaltung ein Wechsel verschiedener Methoden. Tools wie z.B. WebEx bieten hier tolle Möglichkeiten wie Umfragen, Online-Gruppenarbeiten, Fragen über die Chatfunktion, Wissensspiele oder auch Überraschungsaktionen, wie z.B. das Einspielen von Musik. Dadurch bleibt es für die Teilnehmer:innen interessant.

Ebenfalls sehr wichtig für die erfolgreiche Durchführung von Webinaren, unabhängig von der Dauer, ist ein sehr gutes Zeitmanagement. Dazu gehören viele kleine Pausen, am besten zu jeder vollen Stunde, verbunden mit der Aufforderung zur Bewegung.

Interviewer: Wow, das klingt spannend. Wie haben denn die Teilnehmer:innen auf das neue Format reagiert?

Götte: Das Feedback nach dem ersten dreitägigem Webinar im Januar 2021 hat uns als Trainer gezeigt, dass wir wohl vieles richtig gemacht haben. Wir haben Rückmeldungen erhalten wie: „Webinar war viel kurzweiliger als gedacht/befürchtet“ , „Hätte nicht gedacht, dass ein Online-Seminar so spannend sein kann.“ oder „Obwohl über das Internet, sehr dynamisch, lebendig, toll gemacht  als Team – weiter so“. Unsere Feedbackabfrage «Getroffen» zeigt ein eindeutig positives Bild:

Die Rückmeldungen aus dem Seminar zeigen, dass Seminare auch digital funktionieren.

Götte: Mittlerweile habe ich schon mehrere Webinare – auch zu anderen Inhalten –  durchgeführt, mit der Technik wird man immer sicherer und vertrauter und die Rückmeldungen der Teilnehmer:innen sind weiterhin sehr positiv. In diesem Fall hat uns Corona auf dem Weg zur Digitalisierung beschleunigt, ich kann mir sehr gut vorstellen, in Zukunft Seminare sowohl als Präsenzseminar als auch als Webinar durchzuführen. Webinare haben dabei natürlich den Vorteil der Kostenersparnis in Form von Reisekosten oder Verpflegung für die Teilnehmer:innen.

Interviewer: Brigitte, ganz herzlichen Dank für diese tollen Einblicke und weiterhin viel Erfolg bei Deinen Seminaren und Webinaren!

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