Urbanisierung in Indien: Wohnraum schaffen, urbane Mobilität weiterdenken

Mobilität der Zukunft | Urbanisierung | In unserer schnelllebigen Welt verändert die Urbanisierung die Art unseres Zusammenlebens grundlegend. Besonders aufsteigende Nationen wie Indien stellt das Phänomen dabei vor nie dagewesene Herausforderungen: Wie kann das riesige Land soziale Ungleichheit abbauen, Wohnungsknappheit und Smog in seinen Städten bekämpfen und gleichzeitig das überlastete urbane Verkehrsnetz fit machen für die Zukunft? Wir haben nach Antworten gesucht.

Fast jeder sechste Mensch auf der Welt lebt in Indien – 1,3 Milliarden Menschen. Für viele Außenstehende ist das Land auch deshalb noch immer ein Symbol für die weltweite Bevölkerungsexplosion – ein Vorurteil, dass angesichts des seit Jahren schrumpfenden Bevökerungswachstums der Nation heute widerlegt ist. Indiens Herausforderung der Gegenwart und Zukunft ist vielmehr das rasante Wachstum seiner Städte, die Urbanisierung. 1901 wohnte nur knapp jeder zehnte Inder in der Stadt. 2030 könnten nach Schätzungen der Vereinten Nationen bereits über 40% der Inder in Mega-Metropolen zuhause sein. Mit Delhi und Mumbai sind bereits heute zwei der zehn größten Städte der Welt indisch.

Laut Bloomberg India soll der Anteil der urbanen Bevölkerung in Indien bis 2020 auf 517 Millionen steigen und 2050 dann die atemberaubende Marke von 700 Millionen knacken. Um die rasante Urbanisierung und Modernisierung zu meistern, steht das Land vor großen Herausforderungen.
Laut Bloomberg India soll der Anteil der urbanen Bevölkerung in Indien bis 2020 auf 517 Millionen steigen und 2050 dann die atemberaubende Marke von 700 Millionen knacken. Um die rasante Urbanisierung und Modernisierung zu meistern, steht das Land vor großen Herausforderungen.

Soziale Gegensätze ziehen sich nicht an, sondern in die Stadt

Die Urbanisierung hat das Bild der Städte Indiens maßgeblich verändert – positiv wie negativ. „In weniger als 30 Jahren wird die Hälfte der indischen Bevölkerung ein Leben in der Stadt führen“, sagt Bharat Vishnani, Managing Director bei der Aufzugsparte von thyssenkrupp in Indien. „Die soziale und räumliche Hierarchie wird sich in diesen immer größer werdenden Städten unseres Landes immer mehr verfestigen. Gleichzeitig sind die Ungleichheiten bei Einkommen und sozialen Chancen ungebrochen.“

Diese extremen Gegensätze sind keine Zukunftsmusik, sondern bereits heute Realität. So ist das Wirtschaftszentrum Mumbai die Wahlheimat vieler Superreicher – hier findet sich mit Dharavi aber auch der größte Slum in ganz Asien. In Städten arbeitende Inder erwirtschaften mittlerweile mehr als 62 Prozent des Bruttoinlandprodukts – gleichzeitig ist Delhis Smog allein für etwa 20 bis 30 Prozent aller Atemwegserkrankungen in der Stadt verantwortlich. Die alles entscheidende Frage lautet also: Wie können Indiens Städte ihren Bewohnern ein besseres Leben bieten?

Die „Smart City“ als Antwort auf die Urbanisierung

Klar ist: Die indische Politik hat die Probleme der Urbanisierung erkannt. Das Land beteiligt sich an der „New Urban Agenda“ der Vereinten Nationen, mit der Städte zukünftig vernetzter, bürgernäher und nachhaltiger gestaltet werden sollen. Im Projekt „Housing for all“ will die Regierung selbst für die Ärmsten bezahlbaren Wohnraum bereitstellen – insgesamt 20 Millionen Häuser in mehr als 2.500 Städten. Und mit der„Smart Cities Mission“ sollen über 100 urbane Räume in digitale vernetzte Ballungsräume verwandelt werden. „Mit ihrer ‘Smart Cities Mission‘ hält die Regierung die Erwartungen für alle hoch“, so Bharat Vishnani. „Wir sind zuversichtlich, dass das Programm die richtigen Impulse für die Weiterentwicklung unserer Wohn- und Infrastruktur geben kann.“

Knapp ein Drittel der Inder greift ausschließlich über Smartphone auf das Internet zu – perfekt für die Smart City der Zukunft und die Vernetzung der Mobilitäts-Infrastruktur. Mit der Mission
Knapp ein Drittel der Inder greift ausschließlich über Smartphone auf das Internet zu – perfekt für die Smart City der Zukunft und die Vernetzung der Mobilitäts-Infrastruktur. Mit der Mission "Smart Cities" will die indische Regierung genau dieses Ziel Wirklichkeit werden lassen.

Urbane Mobilität: Schritt für Schritt zur „letzten Meile“

Um die Qualität der Luft in den Städten langfristig zu verbessern und der dort lebenden Bevölkerung genug Freiheiten zu ermöglichen, muss Indien aber insbesondere in Sachen Mobilität weiterdenken. Wo traditionelle Nachbarschaften Wolkenkratzern weichen, um dem Bedarf an Wohnraum nachzukommen, sind innovative Verkehrskonzepte für den öffentlichen Nahverkehr dringend notwendig. Das gilt vor allem für die „letzte Meile“. Das sind jene Distanzen, die öffentliche Verkehrsmittel nicht bedienen – sei es der Weg von der Haustür zur Bahnhaltestelle oder der Weg vom U-Bahn-Waggon zur Oberfläche. Auch für die Mobilität innerhalb von Gebäuden müssen neue Ideen her. Denn: platzsparendeHochhausbauten sind nur dann sinnvoll, wenn auch die Wohnungen im obersten Stock problemlos erreichbar sind.

MULTI und ACCEL: mit thyssenkrupp zu mehr Lebensqualität

Als Technologiekonzern mit jahrzehntelanger Erfahrung im Bereich urbaner Mobilität leistet thyssenkrupp seinen Beitrag, um die Lebensqualität in Indiens Megacitys gezielt zu steigern. So könnte der seitwärts fahrende Aufzug MULTI neuartige U-Bahnstationen mit mehreren Zugangspunkten an strategischen Standorten möglich machen. Und so die Einzugsgebiete einzelner Stationen vergrößern. Langfristig birgt die Technologie das Potenzial, die Gesamtzahl der Bahnhöfe und damit auch die Gesamtkosten für den Bau neuer Metro-Linien zu verringern. Ganz abgesehen von den neuen Möglichkeiten für direkte Aufzugverbindungen von der Station zu nahegelegenen Nahverkehrshaltestellen, Einkaufszentren, oberirdischen Verkehrsknotenpunkten oder sogar in die obersten Etagen eines Hochhauses.

Fahrtreppen sind schnell, robust und erprobt und damit eigentlich perfekt für U-Bahn-Stationen geeignet. Ihr Problem: Sie nehmen durch ihre diagonale Bauweise viel Platz im engen Untergrund ein. Der seillose MULTI-Aufzug von thyssenkrupp könnte die Herausforderung lösen – er kann nicht nur vertikal, sondern auch seitwärts fahren.
Fahrtreppen sind schnell, robust und erprobt und damit eigentlich perfekt für U-Bahn-Stationen geeignet. Ihr Problem: Sie nehmen durch ihre diagonale Bauweise viel Platz im engen Untergrund ein. Der seillose MULTI-Aufzug von thyssenkrupp könnte die Herausforderung lösen – er kann nicht nur vertikal, sondern auch seitwärts fahren.
Ein neuartiges Transportsystem mit hoher Kapazität und besonders hohen Geschwindigkeiten – ohne Wartezeiten für die Fahrgäste – das war der Anspruch an ACCEL. Weil die Lösung allein in eine Richtung bis zu 7.300 Passagiere pro Stunde befördern kann, könnten Wartezeiten an Bahnstationen bald schon der Vergangenheit angehören.
Ein neuartiges Transportsystem mit hoher Kapazität und besonders hohen Geschwindigkeiten – ohne Wartezeiten für die Fahrgäste – das war der Anspruch an ACCEL. Weil die Lösung allein in eine Richtung bis zu 7.300 Passagiere pro Stunde befördern kann, könnten Wartezeiten an Bahnstationen bald schon der Vergangenheit angehören.

Der MULTI könnte Fahrgäste zudem direkt zu thyssenkrupps ACCEL befördern. Der Hochgeschwindigkeitsfahrsteig, der wie MULTI auf Magnetschwebetechnologie basiert, bringt Fußgänger sicherer und schneller als gewöhnliche Fahrsteige an ihr gewünschtes Ziel – zum Beispiel die nächste Nahverkehrs-Station.

meta100 und enta200: neue Aufzug-Lösungen für vertikale Wohnräume

Eine kostengünstige und nachhaltige Lösung für die Mobilität innerhalb von Wohnhäusern sind die neuen Aufzüge meta100 und enta200. Der kompakte meta100 bietet vor allem durch seinen günstigen Preis, seine Bauform und seine nachhaltige Ausstattung eine echte Alternative für Indiens Stadtplaner. Bei der Entwicklung des enta200, der den gleichen Motor wie sein Verwandter besitzt, haben die Ingenieure vor allem auf Komfort Wert gelegt.

„Die rasante Urbanisierung wird die Nachfrage für Aufzüge und Fahrtreppen erhöhen. Und zwar nicht nur in den Mega-Städten selbst, sondern auch in den umliegenden Regionen und Korridoren.“ Um den wachstumsstärksten und zweitgrößten Aufzugsmarkt der Welt zu erschließen, hat thyssenkrupp ein 84.000 Quadratmeter umfassendes Werk in der Stadt Pune im indischen Bundesstaat Maharashtra errichtet. „Der Standort ist Fertigungs- und Logistikzentrum, Customer Experience Center, Entwicklungs-Campus und Produktentwicklungs-Zentrum zugleich. Zu Anfang ist der Standort für die Produktion von etwa 6.000 Aufzügen pro Jahr ausgelegt. In absehbarer Zeit werden wir diese Kapazität auf über 10.000 Einheiten erweitern.“

Die Aufgaben, die auf Indien im Rahmen der Urbanisierung zukommen, sind vielfältig. Mit seinen Förderprogrammen zeigt das Land aber, dass es für eine lebenswerte Zukunft seiner Bürger kämpft. Auch wir von thyssenkrupp stehen eng an der Seite des Landes und wollen dazu beitragen, dass jeder Inder gleiche Chancen auf ein gutes Leben besitzt – ob auf dem Land, den Vororten oder in den Metropolen.

Viele weitere spannende Fakten zu Smart Cities, Urbanisierung und die Zukunft unserer urbanen Mobilität findet ihr auf URBAN HUB!

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