Neue Klimaziele für thyssenkrupp: bis 2050 klimaneutral

Energiekonzepte | Nachhaltigkeit und Klimaschutz | Technologietrends | Zukunft der Produktion | Nachhaltigkeit – seit vielen Jahren eines unserer Kernthemen. Und hier spielt Klimaschutz eine besondere Rolle. So wurden wir zum dritten Mal in Folge von der Nichtregierungsorganisation CDP mit der höchsten Note bewertet und auf die „Climate A List“ gesetzt – eine Auszeichnung für unseren Klimaschutz. Da ist es nur konsequent, dass wir uns für die Zukunft ein besonders ambitioniertes Ziel setzen: klimaneutral bis 2050. Wir haben zusammengefasst, welche Technologien dabei eine besondere Rolle spielen – und wo wir heute stehen.

Deutlich sicht- und messbare Reduktionen bei den Treibhausgasemissionen wird es bei uns schon deutlich vor 2050 geben. So sollen bereits in 11 Jahren die Emissionen aus unserer eigenen Produktion und aus bezogener Energie um 30 % verringert werden. Dazu kommt eine Reduktion um 16 Prozent bei den Emissionen, die bei der Anwendung unserer Produkte entstehen.

Klimastrategie im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen

Mit der Weiterentwicklung unserer Klimastrategie orientieren wir uns direkt am Pariser Klimaabkommen von 2015. Diese wegweisende Übereinkunft, die von 175 Staaten unterzeichnet wurde, sieht für die zweite Hälfte des Jahrhunderts eine Netto-Null an Treibhausgasemission vor. Netto-Null heißt, dass unvermeidliche Emissionen an der einen Stelle durch geeignete Technologien an anderer Stelle kompensiert werden.

CEO Guido Kerkhoff ist sich der Verantwortung, die unser Unternehmen beim Klimaschutz trägt, sehr bewusst: „Die Bedrohungen durch den Klimawandel gehen uns alle an. Als weltweit tätiges Industrieunternehmen haben wir einen besonders großen Hebel, mit ressourcenschonenden Produkten und Prozessen Treibhausgasemissionen nachhaltig zu senken. Diese Verantwortung nehmen wir sehr ernst. Dafür wurden wir in den vergangenen Jahren mehrfach ausgezeichnet. Jetzt geben wir uns klare Ziele für 2030 bzw. 2050, das ist der nächste logische Schritt.“

Innovative Technologien machen die Stahlproduktion nachhaltiger

Eine Vorreiterrolle dabei übernimmt zum Beispiel unsere Stahlproduktion. Hier verfolgen wir bereits zwei innovative Ansätze, mit denen die CO2Emissionen deutlich reduziert werden können. Zum einen das Projekt Carbon2Chem, bei dem wir von einem großindustriellen Einsatz noch vor 2030 ausgehen. Zum anderen die sogenannte Wasserstoffroute, die bis 2050 ihre volle Wirksamkeit entfalten soll.

Im Carbon2Chem-Technikum in Duisburg verwandelt thyssenkrupp CO2 und andere Abgase aus der Stahlproduktion in etwas Wertvolles.

Im Carbon2Chem-Technikum in Duisburg verwandelt thyssenkrupp CO2 und andere Abgase aus der Stahlproduktion in etwas Wertvolles.

Bei Carbon2Chem werden die in der Stahlproduktion entstehenden Hüttengase, die unter anderem große Mengen von CO2 enthalten, in wertvolle chemische Rohstoffe verwandelt. Aus diesen können dann viele nützliche Produkte wie Treibstoff, Dünger oder Kunststoffe hergestellt werden.

Bei der Wasserstoffroute setzen wir langfristig auf die Nutzung von „grünem“ Wasserstoff, der die Kohle als Reduktionsmittel ergänzt und später ablösen soll, so dass bei der Stahlerzeugung erst gar kein CO2 mehr entsteht. Beide Technologien werden vom Bund beziehungsweise vom Land NRW gefördert.

Darüber hinaus führen wir unser Programm GEEP zur Steigerung der konzernweiten Energieeffizienz weiter und treiben auch die Nutzung erneuerbarer Energien in der eigenen Produktion voran.

Klimaziele von thyssenkrupp: Immer Richtung Klimaneutralität

Auch unsere Produkte entwickeln wir im Rahmen des Climate Action Program for Sustainable Solutions (CAPS) konsequent in Richtung Klimaneutralität weiter. So bieten wir schon heute mit Oxyfuel eine Technologie für die Zementindustrie an, mit der sich CO2-Emissionen aus Verbrennungsprozessen abtrennen lassen. Dann können wir sie speichern oder weiterverarbeiten. Und im Bereich nachhaltige Mobilität arbeiten wir u.a. gemeinsam mit europäischen Partnern an der Herstellung von alternativen Treibstoffen aus CO2 und aus Biomasse. Mit diesen lassen sich im Vergleich zu konventionellen Kraftstoffen bis zu 90 Prozent CO2-Emissionen einsparen.

Ausbau Erneuerbarer Energien spielt wichtige Rolle für Klimastrategie

Weitere Schwerpunkte unserer neuen Klimastrategie: der Ausbau des Elektromobilitäts-Sektors mit Produktionsanlagen für die Batteriefertigung oder Spezialwerkstoffen für Elektromotoren. Außerdem sind wir schon heute in der Entwicklung von Energiespeichern aktiv und bauen Elektrolyseanlagen zur Umwandlung von Strom in Wasserstoff. Dadurch lassen sich erneuerbare Energien, bei denen die Versorgung je nach Wetterlage schwankt, kontinuierlich einsetzen.

Vorstandsmitglied Dr. Donatus Kaufmann, verantwortlich für die Bereiche Technologie, Innovation, Nachhaltigkeit, Legal und Compliance ist sich sicher: „Unsere Ziele sind ambitioniert, aber erreichbar. Allein mit unserer Strategie beim Stahl können wir unsere produktionsbedingten Emissionen dort bis 2050 um 80 Prozent senken. Damit die Klimaziele aber erreicht werden können, brauchen wir wesentlich mehr Erneuerbare Energien. Außerdem fehlt es an international harmonisierten finanziellen Anreizen für Investitionen in CO2 Vermeidungstechnologien. Das sind Grundvoraussetzungen, um wirklich etwas zu verändern.“

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