Towerrun im Testturm: Wo Feuerwehrleute für den Ernstfall üben

Unternehmen | 1.390 Stufen, 232 Höhenmeter, volle Konzentration auf das Ziel – der Towerrun auf dem thyssenkrupp Testturm in Rottweil treibt auch bei den trainiertesten Ausdauersportlern den Puls nach oben. 700 Läufer stellen sich hier der Herausforderung. Sie wollen an ihre Grenzen gehen – und darüber hinaus. Und für einige der Läufer geht es auch um mehr als das.

Als erstes stellen sich Feuerwehrleute an der Startlinie auf. Ein Einsatz fordert von ihnen schließlich nicht nur Fokus. Auch körperlich gehen sie im Ernstfall an ihre Grenzen. Sie nutzen den Towerrun, um vorbereitet zu sein, wenn es darauf ankommt. Allein ihr Atemschutzgerät wiegt 15 Kilogramm, die komplette Montur sogar bis zu 45 Kilogramm. Wenn es brennt, zählt für die Einsatzkräfte jede Minute. Darauf bereiten sie sich akribisch vor. Eine Pause, wenn die Muskeln schmerzen, können sie sich im Ernstfall nicht erlauben.

Insgesamt 110 Feuerwehr-Teams stellten sich den 232 Metern beim Towerrun im Testturm Rottweil, 63 davon in voller Montur – inklusive Atemschutzgeräten. Beim Start war das noch kein Problem...
Insgesamt 110 Feuerwehr-Teams stellten sich den 232 Metern beim Towerrun im Testturm Rottweil, 63 davon in voller Montur – inklusive Atemschutzgeräten. Beim Start war das noch kein Problem...
... 1.390 Stufen später sah das allerdings anders aus. Sanitäter kümmerten sich um die ausgelaugten, aber glücklichen Feuerwehrleute.
... 1.390 Stufen später sah das allerdings anders aus. Sanitäter kümmerten sich um die ausgelaugten, aber glücklichen Feuerwehrleute.
Was Adrenalin und Co nach einem Treppenlauf anrichten? Vor allem Freude bei den Beteiligten!
Was Adrenalin und Co nach einem Treppenlauf anrichten? Vor allem Freude bei den Beteiligten!

Towerrun-Teilnehmer werden in Rottweil mit spektakulärer Aussicht belohnt

Für Pascal Kosfeld vom Feuerwehr-Sportverein in Köln zählt „der sportliche Erfolg, zu sehen, wie fit man ist und im Ernstfall nicht zu versagen.“ In Zweierteams kämpfen sich die Einsatzkräfte Stufe um Stufe, Absatz für Absatz nach oben. Sven Reuter und Ferdinand Oser von der Feuerwehr Konstanz 1 bringen den höchsten Treppenlauf Westeuropas am schnellsten hinter sich: 13:57 Minuten stehen auf der Uhr, als sie die Aussichtsplattform des Testturms erreichen. Dort werden sie dann mit einer spektakulären Aussicht über das Schwabenland belohnt.

Auch die Polizei ließ sich nicht zwei Mal bitten und trat an zum höchsten Treppenlauf Westeuropas. Ob unten im Foyer...
Auch die Polizei ließ sich nicht zwei Mal bitten und trat an zum höchsten Treppenlauf Westeuropas. Ob unten im Foyer...
... oder auf halber Strecke zur Aussichtsplattform: Für Sicherheit war in jedem Fall gesorgt!
... oder auf halber Strecke zur Aussichtsplattform: Für Sicherheit war in jedem Fall gesorgt!

Favorit setzt sich beim Towerrun in Rottweil durch

Für die meisten Teilnehmer hat der Towerrun aber einen deutlich weniger ernsten Hintergrund. Viele suchen die sportliche Herausforderung, andere machen eben auch einfach nur aus Spaß mit. Als schnellster Läufer kann Christian Riedl aus Erlangen seine Favoritenrolle bestätigen. Für die 1.390 Stufen braucht er nur 6:56 Minuten – eine beeindruckende Leistung. Riedl ist inzwischen ein Towerrun-Profi und nimmt auch an internationalen Wettbewerben teil.

Christian Riedl, der spätere Sieger der Männerwertung, zeigte bereits zu Beginn volle Konzentration.
Christian Riedl, der spätere Sieger der Männerwertung, zeigte bereits zu Beginn volle Konzentration.
Zufriedene Sportler nach einem erfolgreichen Towerrun: Christian Riedl und die Siegerin der Frauen, Martina Nagel.
Zufriedene Sportler nach einem erfolgreichen Towerrun: Christian Riedl und die Siegerin der Frauen, Martina Nagel.

Auch thyssenkrupp Mitarbeiter beim Towerrun dabei

Andreas Schierenbeck, CEO von thyssenkrupps Aufzugsparte, kann ebenfalls mit seiner Zeit zufrieden sein. Nach 13:24 Minuten kommt der begeisterte Marathonläufer ins Ziel. Sein Rezept zum Erfolg: absolute Disziplin. „Für Manager und Marathonläufer gilt das Gleiche: Es ist leicht, sich anzumelden und loszulegen, und es ist leicht, einen Trainings- oder Geschäftsplan zu erstellen. Aber dabei zu bleiben, selbst bei schlechtem Wetter oder wenn man müde ist oder Rückschläge erlebt, das ist die Art von Disziplin, die aufregend ist und die jeder haben muss, nicht nur ein CEO.“

Dynamisch und voll mit dabei: Der CEO von thyssenkrupps Aufzugsparte, Andreas Schierenbeck, sicherte sich am Ende einen guten 167. Platz von insgesamt 254 Starten im Männer-Einzel.Dynamisch und voll mit dabei: Der CEO von thyssenkrupps Aufzugsparte, Andreas Schierenbeck, sicherte sich am Ende einen guten 167. Platz von insgesamt 254 Starten im Männer-Einzel.

Wer seine Disziplin und sportlichen Ehrgeiz unter solchen Bedingungen beweisen will, bekommt im nächsten Jahr die Gelegenheit dazu. Denn dann wird es eine neue Ausgabe vom Towerrun im thyssenkrupp Testturm geben.

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