thyssenkrupp schmiedet Zukunftspläne in Homburg: 16.000 Tonnen geballte Qualität für Automobilkomponenten

Automotive-Sektor | Unternehmen | Wissenswertes | Am thyssenkrupp Standort in Homburg wird zurzeit fleißig gebaut. Bis 2021 soll hier nicht nur die modernste Schmiedelinie der Welt, sondern auch die größte Exzenterpresse für Schmiedekomponenten in Produktion gehen. Mit rund 80 Millionen Euro ist es die bisher größte Investition in der Geschichte des saarländischen Standortes – und ein wichtiges Zeichen für dessen Zukunft

Wir haben bei Dr. Stefan Hodek, Projektleiter der neuen Schmiedelinie und Roland Klotti, CFO von thyssenkrupp Forged Technologies am Standort Homburg nachgefragt, was die neue Schmiedelinie und ihr Herzstück – die weltweit größte Schmiedepresse – auszeichnet.

„Unsere neue Schmiedelinie soll die weltweit modernste und produktivste Linie zur Fertigung von Schmiedekomponenten für die Lkw-Industrie werden.“, berichtet CFO Roland Klotti. Vor allem die Fertigungsergebnisse der vollautomatisierten Anlage sollen sich sehen lassen: „Angesichts der Komplexität unseres Fertigungsprozesses, ist die besonders schnelle Taktzeit von bis zu 20 Sekunden beeindruckend!“, verdeutlicht Projektleiter Dr. Stefan Hodek. In Zahlen ausgedrückt: rund 360.000 Schmiedekomponenten wird die neue Schmiedelinie jährlich produzieren.

thyssenkrupp,Schmiedekomponenten,Lkw,Vorderachse,Forged Technologies Homburg

Ein breiteres Produktportfolio,  durch die Produktion von Vorderachsen für Lkw, verhilft dem Standort Homburg zu einem zweiten Standbein.

Investitionen für die Zukunft

Mit der Investition in den Standort Homburg werden nicht nur neue  Anlagen installiert, sondern 70 neue Arbeitsplätze geschaffen und bestehende langfristig gesichert, erklären die Manager. Denn die Produktion der neuen Schmiedelinie ist nicht auf ein Produkt begrenzt. Neben Vorderachsen für Lkws und andere Nutzfahrzeuge können in Homburg auch Kurbelwellen hergestellt werden.  Ein breiteres Produktportfolio, mit dem zukünftig auch mehr Sicherheit für den Standort Homburg einhergeht: „Durch die Produktion von Vorderachskörpern für Lkws, macht Homburg einen wichtigen Schritt in Richtung Unabhängigkeit von Verbrennungsmotoren.“, erklärt CFO Roland Klotti. „Entscheidend für die Investition war schließlich die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts im neuen Produktsegment.

Ein breiteres Produktportfolio,  durch die Produktion von Vorderachsen für Lkw, verhilft dem Standort Homburg zu einem zweiten Standbein.

Jahrelange Erfahrung und Fachkompetenz

 Auch die jahrzehntelange Erfahrung im Schmieden von Komponenten für Pkws und Lkws prädestiniert Homburg für die neue Schmiedelinie. Als einer der größten und leistungsstärksten Standorte von thyssenkrupp Forged Technologies bringen die Saarländer neben enormer Kompetenz, viele weitere Pluspunkte mit.

„Den Standort zeichnen eine vorbildliche Arbeitssicherheitskultur, die hohe Fachkompetenz der Belegschaft und eine ausgeprägte Leistungsorientierung aus.”, erklärt Projektleiter Dr. Stefan Hodek. In Kombination mit einer vorausschauenden Planung, Instandhaltung und zukunftsweisenden Investitionen, bietet Homburg daher, die besten Voraussetzungen, um ein verlässlicher Partner für Kunden zu sein.

Exzenterpresse,thyssenkrupp,Homburg

Unvorstellbare Kräfte: Die große Exzenterpresse der neuen Schmiedelinie von thyssenkrupp Forged Technologies in Homburg wendet eine Kraft von 16.000 Tonnen an.

16.000 Tonnen geballte Qualität

Das absolute Highlight des modernisierten Standorts in Homburg, wird aber das Herzstück der neuen Schmiedelinie sein – die riesige Schmiedepresse mit einer Presskraft von sage und schreibe 16.000 Tonnen. Vergleichbar mit dem Gewicht von etwa dreißig großen Passagierflugzeugen.

Und so funktioniert die Schmiedepresse der Superlative: „Die Schwungmasse eines elektrisch angetriebenen Schwungrades wird mittels Kupplung auf eine Exzenterwelle übertragen. Diese Exzenterwelle wird somit in Drehung versetzt und erzeugt eine Hubbewegung, welche über einen Stößel auf das Werkzeug übertragen wird. In dem Werkzeug, welches aus oberer und unterer Hälfte besteht, wird die Geometrie der Schmiedekomponente erzeugt.“, erklärt Dr. Hodek.

Einfacher ausgedrückt: Mit Kraft wird der Werkstoff durch elektrischen Antrieb in Form gepresst. Die enorme Presskraft von 16.000 Tonnen benötigt die Presse, um sehr große und schwere Vorderachsen und Kurbelwellen von über 250kg Gewicht und 2m Länge herzustellen.

 Dabei achten die Experten in Homburg auf die Einhaltung höchster Qualitätsstandards. Denn, die Anforderungen von Nutzfahrzeughersteller an die Qualität und Sicherheit von Schmiedekomponenten in ihren Lkws ist sehr hoch, erklärt Dr. Hodek. „Durch selbst hergestellte, hochpräzise Schmiedewerkzeuge sowie die 100%-Prüfung von Qualitätsmerkmalen stellen wir in all unseren Prozessschritten qualitativ hochwertige Produkte sicher. Das umfasst sowohl sicherheitsrelevante, werkstoffliche als auch maßliche Anforderungen an die Schmiedekomponenten.“

Homburg schmiedet Zukunftspläne

Um den Standort Homburg weiter auszubauen, will thyssenkrupp Forged Technologies neben dem Segment Lkw-Kurbelwellen nun auch Marktführer für Lkw-Vorderachsen werden. „Durch den Wandel der Automobilindustrie in Deutschland, ist es notwendig neue Wege zu gehen.“, erläutert Roland Klotti.  „Die jüngsten Entscheidungen der Politik, wie Prämien für Elektroautos oder die neue KFZ-Steuer ab 2021, forcieren diesen Wandel zunehmend. Durch unsere Investition in die neue Schmiedelinie in Homburg begegnen wir genau dieser Veränderung.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.