thyssenkrupp blue.cruiser gewinnt an Form

Legen, kleben, tupfen: In liebevoller Handarbeit entsteht momentan die Hülle des neuen SolarCars.

Leicht und schwungvoll soll sie sein. Und stabil. Und natürlich absolut glatt und perfekt. Die Anforderungen an die Außenhaut des thyssenkrupp blue.cruiser könnten kaum höher sein. Um all das zu erreichen, setzt das SolarCar-Team auf Fasermaterialien und viel Handarbeit. In der ehemaligen Tischlerwerkstatt in Zülpich bei Bonn riecht es nach Klebstoff. Schicht für Schicht werden die Fasern in eine Form aus verdichtetem Hartschaum gelegt und anschließend mit einem speziellen Harz-Härter-Gemisch getränkt. Vor allem auf die geschwungenen Außenhautteile und an den Kanten muss die Faser sehr sorgfältig mit Lackrolle und Pinsel angetupft werden, damit das empfindliche Gewebe ohne Lufteinschlüsse eng an der Form liegt.

 

High-Tech-Fasern schützen das Innenleben des blue.cruisers

Je nach struktureller Belastung und gewünschter Oberflächeneigenschaft sowie Optik kommen dabei unter anderem Glasfasern, Kohlefasern und Aramidgewebe zum Einsatz. Welches Gewebe in welcher Stärke und in welcher Ausrichtung verarbeitet wird, steht in einem Laminierplan. Darin ist auch zu lesen, dass Bauteile besonders stabil werden, wenn neben den Fasern noch weitere leichte Materialien wie Balsaholz oder Schaumplatten als Kern des Schichtenaufbaus eingefügt werden.

Dann heißt es für das Hochschulteam Füller auftragen, spachteln, schleifen, spachteln, schleifen… – so lange, bis die Oberfläche des thyssenkrupp blue.cruisers absolut glatt ist. Das kann je nach Form und Geometrie schon mal mehrere Stunden dauern. Danach wird ein Abreißgewebe aufgebracht, das nach dem Austrocknen wieder entfernt wird. So entsteht eine definierte Rauigkeit für das Laminieren. Dabei wird eine luftdichte Folie auf die gesamte Hülle geklebt und umschließt sie komplett. An den Kanten wird sie mit einer Art Knetgummi befestigt, damit ein Vakuum gezogen werden kann. Der Luftdruck von außen presst das Laminat zusammen, bis alles ausgehärtet ist.

 

Umzug nach Bochum

Die fertige Außenhaut des thyssenkrupp blue.cruisers zieht in den nächsten Tagen nach Bochum in die SolarCar-Werkstatt der Hochschule um. Und dann geht es ans Eingemachte: der blue.cruiser wird verkabelt und lackiert. Parallel werden nach und nach die einzelnen Komponenten aus dem Hause thyssenkrupp verbaut. Und im neuen SolarCar der Hochschule Bochum steckt viel thyssenkrupp: Die Karosserie des blue.cruisers basiert auf modernsten Konstruktionsprinzipien und Leichtbaumaterialien aus dem Stahlbereich. Im Antrieb und den Batterien steckt hochwertiges Elektroband von Steel sowie Magnettechnik von Materials Services. High-End-Lösungen von Components Technology und innovative Werkstoffe von Materials Services finden sich in Lenkung und Dämpfern des Sonnenautos.

 

Schleifen...
..., legen...
..., tupfen.

Fotos: Gaile Martinenaite, Stefan Spychalski