Solar-Sportcoupé zum Anfassen

Mobilität der Zukunft | Es ist soweit: thyssenkrupp und die Hochschule Bochum präsentieren ihren thyssenkrupp blue.cruiser, das dritte gemeinsame Solarauto der erfolgreichen Forschungskooperation. Und der Prototyp hat viel zu bieten.

Nachhaltigkeit steht an erster Stelle

Diesmal steht die Nachhaltigkeit im Fokus der Entwicklungen und macht den thyssenkrupp blue.cruiser noch umweltfreundlicher als seinen Vorgänger. So ist der Überrollkäfig aus einer sehr leichten Profilbauweise aus ultrahochfestem Stahl gebaut, um Alternativen zu den teilweise schwer wiederverwertbaren Kohlefasern zu testen. Auch im Innenraumdesign wurden nachhaltige Stoffe bei der Materialauswahl ausprobiert. Getreu dem Motto nachwachsende Rohstoffe statt Carbonfasern wurden beispielsweise in Türverkleidung und Armaturenbrett sowie Mitteltunnel erstmals Leinen und Bioharz verbaut. Für den Bezug der Sitze musste kein Tier seine Haut lassen. Hier kommt Piñatex zum Einsatz. Das ist eine Art Ananasleder, das aus den Fasern ihrer Blätter hergestellt wird.

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Material von morgen: Leinenstoffe im Innenraum

Bietet Raum für vier Personen

Erstmals bietet ein Sonnenwagen aus der Bochumer Schmiede vier Personen Platz und macht damit einen großen Schritt Richtung Alltagstauglichkeit. Für den nötigen Fahrkomfort sorgen unter anderem vier selbst entwickelte Radnabenmotoren aus Elektroband und Dämpfer, die in kompakter Motorsport-Bauweise konstruiert wurden und manuell vom Fahrer gesteuert werden können. Schließlich sorgen fünf Quadratmeter Solarzellen für ausreichend Energie aus der Sonne. Eine Steckdose zum Nachladen aus dem Netz gibt es aber auch, falls der Himmel mal nicht lacht.

Features ohne Ende

Abstandswarner, Zentralverriegelung, Infodisplay, Sitzheizung – die Ausstattungsliste des blue.cruisers liest sich wie die eines konventionellen Sportwagens mit Verbrennungsmotor. Mit 120 km/h in der Spitze ist er dann zwar doch etwas langsamer als sein Konkurrent, für die Weltmeisterschaft der Solarcars im Herbst in Australien ist aber die Effizienz ausschlaggebend. Und hier überzeugt der blue.cruiser auf der 3.000 Kilometer lange Strecke gegenüber einem Verbrenner deutlich.

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Besonders nachhaltig: Sitze aus Ananas-Leder

Wie geht es weiter

Nach den Feierlichkeiten in Bochum wird der blue.cruiser weiterhin auf Herz und Nieren getestet. Es stehen weitere Testfahrten unter anderem auf dem thyssenkrupp Werksgelände in Dortmund an, ein Besuch im Windkanal in Stuttgart und ein Meeting mit thyssenkrupp CEO Heirich Hiesinger im Hauptquartier in Essen. Die ersten wichtigen Materialien machen sich bereits Ende Juli in einem Container auf die Reise rund um den Globus nach Australien. Ende August fliegen dann die Teammitglieder zusammen mit ihrem Solarauto nach Downunder, den thyssenrkupp blue.cruiser vor Ort auf den Wettbewerb vorzubereiten.