Sichere Versorgung mit erneuerbarer Energie

Nachhaltigkeit und Klimaschutz | Die Energiegewinnung aus Sonne und Wind schwankt und verursacht Versorgungslücken. Um diese zu überbrücken, arbeitet thyssenkrupp an neuartigen Energiespeichern.

Wenn kein Wind weht oder die Sonne nicht scheint, ist das schlecht für die Stromversorgung. Denn private aber vor allem industrielle Stromverbraucher sind auf eine gleichmäßige Belieferung rund um die Uhr angewiesen. thyssenkrupp will dabei helfen Versorgungslücken zu überbrücken, ohne dass auf klimaschädliche konventionelle Energiequellen zurückgegriffen werden muss. Smart Energy Storage Systems lautet der Oberbegriff für solche Technologien.

„Mit 2,5 Quadratmetern besitzen die Redox-Flow-Batterien von thyssenkrupp die größten Zellflächen weltweit.“

Redox-Flow-Batterien gehören dazu: Sie speichern Energie in zwei Tanks, die gefüllt sind mit in Flüssigkeit gelösten Salzen. Die Flüssigkeit wird durch elektrochemische Zellen geleitet, in denen die Reaktion des Ladens und Entladens abläuft. Die aktive Gesamtfläche der Zellen bestimmt dabei die maximale Leistung des Speichers. Und die war bislang kaum größer als ein DIN-A4-Blatt. „Für Windparks oder energieintensive Industriebetriebe werden aber Redox-Flow-Batterien mit einer aktiven Zellfläche von 2,5 Quadratmetern benötigt“, sagt Gregor Polcyn, Produktmanager Redox Flow Batteries bei thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers/Energy Storage & Hydrogen.

Testläufe in der Pilotanlage Ennigerloh hat die Technologie bereits erfolgreich absolviert. Bis 2018 soll die Speicherlösung in den Markt gebracht werden und mit Kapazitäten bis in den 3-stelligen Megawattstunden-Bereich angeboten werden. Polcyn: „Diese Technologie eröffnet unserem Unternehmen ein neues Geschäftsfeld in der Energiewirtschaft.“

Aus Sonnenlicht und Wind wird Wasserstoff

Eine weitere Technologie aus dem Bereich der Smart Energy Storage Systems an der thyssenkrupp arbeitet, ist die Wasserelektrolyse. Kommt es aufgrund sehr windiger oder sonnenreicher Tage zu einer Überproduktion von Strom, wird dieser für eine Elektrolyse genutzt: Wasser wird mit elektrischer Energie in Wasserstoff und Sauerstoff getrennt. Der Wasserstoff lässt sich als Energieträger speichern und bei Bedarf später wieder in Brennstoffzellen (auch für Mobilität) oder Gasturbinen verstromen. Aber auch in der Chemieindustrie kann er zur Produktion von Methan, Methanol und Ammoniak eingesetzt werden.

„Wasserelektrolyse ist eine Möglichkeit, Energie für sehr lange Zeit kostengünstig und in sehr großen Mengen zu speichern“, sagt Produktmanager Lukas Lüke. „Wenn man erneurbare Energien mit Wasserelektrolyse koppelt, lassen sich so chemische Grundstoffe vollständig unabhängig von fossilen Ressourcen herstellen. Damit liefern wir einen wichtigen Baustein für eine nachhaltigere Gesellschaft.“

Ein Redox-Flow-Speicher von thyssenkrupp

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