Schneller in den Flieger – mit ferngesteuerten Fluggastbrücken

Digitalisierung und Industrie 4.0 | Um Fluggäste vom Gate ins Flugzeug zu bringen, sind Fluggastbrücken die erste Wahl moderner Flughäfen. Dank der digitalen Airport-Management-Tools von thyssenkrupp funktioniert das nun sogar ferngesteuert – und damit sicherer, schneller und komfortabler als je zuvor.

Wenn Flugpassagiere in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von A nach B reisen wollten, war Vieles einfacher als heute. Sobald ihr Flugzeug – damals noch mit nur einigen wenigen Plätzen und klassischem Propeller ausgestattet – bereitstand, lag zwischen den Reisenden am Gate nur ein Stück Landebahn und eine im Flieger eingebaute oder mobile Treppe.

Vor dem Siegeszug der Fluggastbrücke stiegen Fluggäste noch auf dem Rollfeld über eine oft integrierte Treppe in ihr Flugzeug ein – manchmal sogar über eine mobile Fahrtreppe, wie diese von thyssenkrupp

Vor dem Siegeszug der Fluggastbrücke stiegen Fluggäste noch auf dem Rollfeld über eine oft integrierte Treppe in ihr Flugzeug ein – manchmal sogar über eine mobile Fahrtreppe, wie diese von thyssenkrupp

Heute haben Flugpassagiere oft schon ein kleines Abenteuer erlebt, noch ehe ihre eigentliche Reise beginnt. Von der Gepäckabgabe geht es für sie via Check-in inklusive Sicherheitsprüfung ins Terminal, und von dort ans passende Gate – mit etwas Glück über einen der neuen Hightech-Fahrsteige. Eine wahre Odyssee, die viel Zeit kostet. Und das eigene Nervenkostüm durch weitere Verspätungen im immer komplexeren Flugverkehr zusätzlich auf die Probe stellt.

Fluggastbrücken – Wegbereiter des modernen Luftverkehrs

Irgendwann ist es dann endlich soweit: Das Airline-Personal bittet die Passagiere zum Einstieg in einen der riesigen modernen Airliner – meist über eine Fluggastbrücke, die alle Reisenden vom Gate durch einen Tunnel führt, der direkt an das Flugzeug angekoppelt werden kann, geschützt von Wind und Wetter und praktisch barrierefrei.

Hochbeweglich und flexibel für alle gängigen Flugzeugtypen einsetzbar: Fluggastbrücken sind für das Boarding zur ersten Wahl für moderne Flughäfen geworden

Hochbeweglich und flexibel für alle gängigen Flugzeugtypen einsetzbar: Fluggastbrücken sind für das Boarding zur ersten Wahl für moderne Flughäfen geworden

Weil moderne Fluggastbrücken hochbeweglich sowie unabhängig vom jeweiligen Flugzeugtyp und Flughafen konstruiert sind, machen sie das komplexe Boarding der jährlich mehr als 4 Milliarden Flugpassagiere weltweit erst möglich. Ihre wichtigste Aufgabe: sicherstellen, dass alle Fluggäste stressfrei und sicher an Bord gelangen und am Ziel ankommen. Damit sind Fluggastbrücken nicht nur ein wesentlicher Bestandteil moderner Flughäfen, sondern auch der erste und letzte Kontaktpunkt des Flughafens für Passagiere.

Ferngesteuerte Fluggastbrücken – die digitale Innovation für besseres Boarding

Unsere erfahrenen Airport-Experten bei thyssenkrupp bieten Flughäfen weltweit ein umfangreiches Portfolio an Fluggastbrücken an. In München hat das Team jüngst eine der neuesten Innovationen in diesem Feld erstmals vorgestellt: das Remote Control System (RCS). Mit der neuen Technologie ermöglichen wir Flughäfen, ihre Fluggastbrücken sicher, bequem und effizient aus der Ferne zu steuern. Denn: Früher war es unumgänglich, die Brücken bei jeder Landung von Hand zu bewegen und sie an das jeweilige Flugzeugmodell am Stellplatz anzupassen.

„Mit unserem Remote Control System bieten wir eine weitere einzigartige Lösung, um die Abfertigungszeiten von Flugzeugen zu verbessern und sorgen gleichzeitig für mehr Sicherheit an hochfrequentierten Flughäfen auf der ganzen Welt“, erklärt Mauro Carneiro, CEO von thyssenkrupps Geschäftsteil Airport Solutions.

Für die Umsetzung des Projekts hat Carneiros Team Hardware- und Softwaretechnologie zusammengeführt. Das Remote Control System ist mit mehreren Überwachungskameras ausgestattet, um das Sichtwelt des Flughafenmitarbeiters während des An- und Abkoppelns der Fluggastbrücke zu vergrößern. Hochpräzise Sensoren unterstützen den Bediener bei der exakten Positionierung.

Mehr Boarding-Komfort für Passagiere, effizientere Prozesse für Flughafenbetreiber

Ferngesteuerte Fluggastbrücken bieten aber nicht nur den Vorteil, dass die Fluggäste auf komfortable und sichere Weise in und aus ihrem Flieger kommen. Mauro Carneiro erklärt, dass sich das smarte System auch positiv auf das Geschäft der Flughafenbetreiber auswirkt: „Die Technologie verbessert das Gate Management ganz entscheidend, indem es wertvolle Zeit beim Betrieb spart und, das ist am wichtigsten, das aufwändige händische Bewegen der Brücken von einem Stellplatz zum anderen reduziert. Das führt letztlich auch zu einer sichereren Arbeitsumgebung der Flughafenmitarbeiter auf dem Rollfeld.“

Fluggastbrücken in die richtige Position bringen – heute noch per Hand, bald schon ferngesteuert? Das Remote Control System von thyssenkrupp ermöglicht es

Fluggastbrücken in die richtige Position bringen – heute noch per Hand, bald schon ferngesteuert? Das Remote Control System von thyssenkrupp ermöglicht es

Nicht zuletzt ermöglichen es ferngesteuerte Fluggastbrücken, körperlich fordernde Tätigkeiten durch höher qualifizierte Bürojobs zu ersetzen – und schaffen so neue Arbeitsplätze, zum Beispiel für Menschen mit Behinderung.

Überzeugende Vorstellung: Fluggastbrücken steuern – aus 1.500 Kilometern Entfernung

An thyssenkrupps Stand auf der diesjährigen „Inter Airport Exhibition“ in München haben die Mobilitäts-Experten ihr Remote Control System zum ersten Mal öffentlich vorgestellt. Während des Events hatten Besucher die exklusive Möglichkeit, die Innovation selbst in der Praxis zu testen – und konnten eine Fluggastbrücke an ein Flugzeug in Spanien andocken – und damit fast 1.500 Kilometer entfernt. Eine überzeugende Vorstellung, erzählt Mauro Carneiro: „Unsere besondere Praxisvorstellung hat viele Anbieter vor Ort neugierig gemacht, und wir führen bereits erste Gespräche, sowohl mit Betreibern kleinerer als auch größerer Flughafenbetreiber.“

Auf der „Inter Airport Exhibition" hatten die Gäste Gelegenheit, das Remote Control System selbst zu testen – und steuerten von München aus eine Fluggastbrücke in Spanien präzise und sicher auf die passende Position

Auf der „Inter Airport Exhibition“ hatten die Gäste Gelegenheit, das Remote Control System selbst zu testen – und steuerten von München aus eine Fluggastbrücke in Spanien präzise und sicher auf die passende Position

Das Remote Control System beweist einmal mehr, dass nicht nur die Welt, sondern auch unsere Flughäfen riesige Schritte machen, wenn es um die Digitalisierung geht – auch wenn wir als normale Fluggäste diese Entwicklung nicht unmittelbar sehen können. Abgesehen von einer viel komfortableren, kürzeren und sichereren Boarding-Prozesses. Wir wünschen euch einen guten nächsten Flug!

Schon gewusst? Ein paar Fakten über die Fluggastbrücken von thyssenkrupp

Vom hochpräzisen „Noseloader“ bis zum flexiblen „Apron-Drive“ – unsere Kollegen finden für jeden Flughafen das passende Fluggastbrückensystem. Selbst, wenn die beiden Decks des größten Passagierflugzeugs der Welt Airbus A380 bedient werden müssen. Insgesamt betreiben und warten wir mehr als 2.000 Fluggastbrücken an Flughäfen auf der ganzen Welt, zum Beispiel in Doha, Accra, Istanbul und Rio de Janeiro – und bewegen so rund 1,8 Milliarden Flugreisende pro Jahr.

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