Sabina Hodzic: „Tough Cookie“ Engineering

Automotive-Sektor | Ingenieurskunst | Innovationen | Karriere bei thyssenkrupp | Menschen bei thyssenkrupp | Mobilität der Zukunft | Trotz ihrer erst 30 Jahre hat sich Sabina Hodzic im Laufe ihrer noch jungen Karriere bereits zahlreichen Herausforderungen gestellt. Komfortzone, Beine hochlegen? Alles nicht ihr Ding. Nie gewesen. Auch nicht, als sie sich mit 20 für ein Studium der Elektrotechnik entschied.

Nach erfolgreichem Abschluss 2014 als einzige weibliche Absolventin zog es Sabina zu thyssenkrupp Presta ins Fürstentum Liechtenstein. Denn die Steering-Spezialisten suchten damals eine Entwicklungsingenieurin für die Geräuschoptimierung im Bereich EPS Komponente: Elektromotor. Eine nach wie vor noch sehr junge Technik-Disziplin mit vielen unerforschten Teilbereichen und offenen Fragen. Genau das Richtige für die Absolventin. Schließlich, und davon ist Sabina überzeugt, braucht es für die richtigen Entscheidungen immer „eine kleine Portion Mut und vielleicht sogar ein bisschen Größenwahn“.

Bereits der Umzug von der Stadt aufs Land war für die junge Ingenieurin im Januar 2015 eine kleine persönliche Herausforderung. „Das Leben, die Kultur sowie die Mentalität sind hier etwas anders, als das was ich kannte“, so Sabina. Noch abenteuerlicher als der Ortswechsel vom platten Ostwestfalen-Lippe in die Alpen war der Einstieg in den Job. Als Entwicklungsingenieurin verstärkte Sabina ein Team, das sich der Aufgabe verschrieben hatte, die Geräuschentwicklung von elektromechanischen Lenkungen (EPAS = Electric Power Assisted Steering) zu bewerten und zu reduzieren: Die Disziplin „Noise, Vibration, Harshness“ („Geräusch, Vibration, Rauhigkeit“, kurz: NVH) umfasst dabei die Optimierung von hör- oder spürbaren Schwingungen in Kraftfahrzeugen oder an Maschinen.

Challenge accepted!

„Hierfür muss man verstehen, dass NVH im Bereich Lenksysteme ein noch junges Gebiet ist, welches erst in den letzten Jahren rasant an Stellenwert dazu gewonnen hat“, berichtet Sabina. „Dadurch gibt es noch viele unerforschte Teilbereiche sowie offene Fragen“. Vieles musste sich das Team also durch eine Vielzahl an Versuchsreihen und „Trial & Error“ erarbeiten. Sabina: „Für mich war klar, es wird nicht einfach, aber spannend und nie langweilig. Und genau aus dem Grund hieß es für mich damals Challenge accepted!“

Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr ein Projekt. „Das war ein Auftrag, der es wirklich in sich hatte. Unser Kunde hatte sehr hohe Anforderungen – wahrscheinlich, weil es sich hier um sein erstes E-Fahrzeug-Modell der neuen Generation handelte und alles perfekt bzw. ‚geräuschlos‘ sein musste“, verrät Sabina. „Wir hatten bereits eine potenzielle Lösung, an die so wirklich keiner richtig geglaubt hat. ‚Das wird doch niemals fliegen‘ oder ‚das ist nicht robust genug‘ waren Äußerungen, mit denen wir uns konfrontiert sahen. Gott sei Dank gab es eine Handvoll motivierter Personen, die mit mir auch nach monatelangen Rückschlägen wie Steh-Auf-Männchen hart an der Umsetzung gearbeitet und somit das Unmögliche möglich gemacht haben. Das Projekt war ein voller Erfolg: Wir haben das Geräusch im Fahrzeuginnenraum bis um 14 dB (A) reduzieren können und auf Körperschallebene teilweise sogar bis zu 24 dB.“

Die Sache mit dem „tough cookie“

Dem Projekt hat Sabina auch ihren durchaus nicht alltäglichen Spitznamen zu verdanken. „Ich wurde für meine Ausdauer trotz diverser Hindernisse geschätzt. Seitdem werde ich immer wieder als ‚tough cookie‘ bezeichnet“, schmunzelt Sabina.

Mit ihrer fachlichen Expertise und einer ausgeprägten Macher-Mentalität empfahl sie sich bald für höhere Aufgaben. „Nach etwa vier Jahren habe ich die Chance ergriffen, eine Führungsposition zu übernehmen. Und zwar genau in dem Team, in dem ich selbst vorher noch Teammitglied und Kollegin war“, erklärt Sabina.

In ihrem Team zur Leiterin des Kompetenzzentrums NVH aufzusteigen – eine weitere Herausforderung im Leben der damals 29-Jährigen. „Es war nicht immer einfach“, erinnert sich Sabina. „Aber mit transparenter Kommunikation und Offenheit sowie wirklich tollen Teammitgliedern ist alles möglich. Sie sind einer der Hauptgründe, warum ich meinen Job auch nach sechs Jahren noch gerne mache.“

„Mit einem typischen Arbeitstag kann ich leider nicht dienen“

Doch Langeweile, ja, Routine will sich bei Sabina auch nach sechs Jahren im Bereich NVH nicht einstellen. „Mit einem typischen Arbeitstag kann ich leider nicht dienen“, lacht die Ingenieurin. Dafür ist der Job nach wie vor einfach zu außergewöhnlich und zu spannend.: „Dies liegt zum einen an dem Bereich NVH selbst, als auch an unserer extremen Schnittstellenfunktion“, erklärt Sabina. Mein Team und ich müssen eine akzeptable akustische Performance unserer Lenkgetriebe im Fahrzeug sicherstellen. Das bedeutet, dass wir mit allen Kunden, internen und externen Lieferanten, den verschiedenen Business Units und Fachbereichen, Werken sowie den Regional Headquarters weltweit zusammenarbeiten“.

Damit behauptet sich Sabina höchst erfolgreich in der nach wie vor eher männlich dominierten Engineering-Welt. Für die junge Führungskraft keine Überraschung: „Kompetenz ist nie eine Frage des Geschlechts“, ist Sabina überzeugt. „Ich würde mich über weitere kompetente Kolleginnen sehr freuen und erwarte in Zukunft auch einen entsprechenden Anstieg in der Branche.“

Für neue Kolleginnen – und natürlich auch Kollegen – hat Sabina einen Rat: „Ich kann thyssenkrupp jedem empfehlen, der sich nicht scheut, auch mal auf einem weißen Blatt Papier zu starten. Wer nach kreativen und vielseitigen Möglichkeiten sucht, ist hier sehr gut aufgehoben.“

Wer sich nun angesprochen fühlt, findet im thyssenkrupp Jobboard spannende Stellen bei am Hauptsitz der thyssenkrupp Steering (thyssenkrupp Presta AG) im Fürstentum Liechtenstein sowie bei den internationalen Tochtergesellschaften des Unternehmens!

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