Recycling in Endlosschleife: So grün ist die Lebensmitteldose

Nachhaltigkeit und Klimaschutz | Wissenswertes | Aufgrund der Corona-Pandemie stehen Lebensmitteldosen seit einigen Wochen ganz oben auf der Liste für den Vorratskauf. Was wenige wissen: Dosen aus Weißblech sorgen nicht nur für eine volle Speisekammer. Sie sind auch eines der umweltfreundlichsten Verpackungsmaterialien überhaupt.

So kann Weißblech unbegrenzt in den Produktionszyklus zurückgeführt werden, ohne dabei an Qualität zu verlieren, und hatte im Jahr 2018 in Deutschland eine Recyclingquote von sagenhaften 90,4 Prozent. Wir haben bei den Experten von thyssenkrupp Rasselstein nachgehakt, was dahintersteckt.

Geschlossener Materialkreislauf: So geht’s!

Verpackungen nachhaltig zu gestalten ist eine große Herausforderung – und mit fortschreitender Klimaerwärmung immer wichtiger. Dank seiner speziellen Eigenschaften gehört Weißblech aus unserem Rasselstein-Werk in Andernach zu den nachhaltigsten Verpackungsmaterialien der Welt.

Weißblech – noch nie gehört? Praktisch jeder von uns kennt das dünne, verzinnte oder verchromte Feinstblech in seiner wohl prominentesten Form – der Lebensmitteldose. Seit Erfindung der Dose und der Haltbarmachung von Lebensmitteln Anfang des 19. Jahrhunderts ist der kompakte Metallbehälter aus Supermarktregalen und Vorratskellern nicht mehr wegzudenken.

Dank des eingesetzten Weißblechs ist die Lebensmitteldose ist ein echter Recycling-Star

Dank des eingesetzten Weißblechs ist die Lebensmitteldose ist ein echter Recycling-Star

Recycling-Champion: Nur mit richtiger Mülltrennung

 Die größte Stärke von Weißblech ist seine unglaubliche Wiederverwertbarkeit. In Deutschland übertrifft das Material seit 10 Jahren stabil alle geforderten Recycling-Quoten. So wurden 2018 satte 90,4 Prozent des in Deutschland als Verpackungsmaterial eingesetzten Weißblechs wiederverwertet – in Europa waren es  82,5 Prozent. Das macht Weißblech zum Recycling-Champion unter den Verpackungsmaterialien.

Aber um der Umwelt wirklich etwas Gutes zu tun, ist vor allem der richtige Umgang mit der Weißblechdose entscheidend, erklärt Dr. Peter Biele, CEO von thyssenkrupp Rasselstein: „Allein in unserem Land wird jährlich so viel Verpackungsstahl wiederverwertet, dass aus dem daraus produzierten Stahl 27 Eiffeltürme hergestellt werden könnten. Aber natürlich gibt es weiter Luft nach oben. Jeder einzelne trägt Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und sollte Müll richtig trennen.“

Kreislaufwirtschaft: Erst Dose, dann Auto

Denn durch das Recycling von Verpackungsstahl können auch wertvolle Ressourcen wie Eisenerz, Kokskohle und Kalkstein eingespart werden. Aktuell befindet sich nach einer Berechnung der WV Stahl 84 Prozent des jemals produzierten Stahls immer noch im Materialkreislauf.

Wenn es um Umweltschutz geht, ist Verpackungsstahl für Dr. Peter Biele, CEO von thyssenkrupp Rasselstein, die beste Alternative zu Verpackungen aus Plastik.

Deshalb gilt: Verpackungswertstoffe müssen sauber getrennt und recycelt werden! Weißblechdosen gehören in die gelbe Tonne oder den gelben Sack – genauso wie andere Leichtverpackungen aus Metall, Verbundmaterial und Kunststoff. Um eine 100 prozentige Kreislaufwirtschaft zu erreichen, sieht Carmen Tschage, verantwortlich für Kommunikation und Marktentwicklung bei Deutschlands einzigem Weißblechhersteller, sowohl Verbraucher als auch Hersteller in der Pflicht: „Verbraucher, Hersteller und Handel können im Verpackungsbereich zur Schonung der Umwelt und zur Reduktion von CO2 beitragen, indem sie ein Verpackungsmaterial wählen, das für einen geschlossenen Materialkreislauf, für Multirecycling und den sicheren Schutz des Produkts steht. Jede recycelte Weißblechdose hilft, knappe Primärressourcen zu schonen und CO2 zu verringern“, so Tschage.

Weißblech: leicht zu recyceln und praktisch grenzenlos wiederverwertbar

Aber warum ist Verpackungsstahl eigentlich so gut wiederverwertbar? Die Antwort finden wir in seinen Eigenschaften als Metall: Weil Weißblech magnetisch ist, kann es nach dem Sammeln über die dualen Sammelsysteme in den Sortieranlagen besonders leicht aus den anderen Abfällen herausgefischt werden. Das geschieht über große Elektromagneten und ist nicht nur sehr effizient, sondern vor allem problemlos.

Im folgenden Schritt werden die so gesammelten Dosen schließlich zu Qualitätsschrott gebündelt und recycelt. Damit ist Weißblech annähernd zu 100 Prozent wiederverwertbar. Und weil Verpackungsstahl praktisch unendlich oft und ohne Qualitätsverlust zu einem neuen Stahlprodukt –zum Beispiel einem Bestandteil eines Autos – werden kann, sprechen Experten beim Thema Stahl gerne vom „geschlossenen Materialkreislauf“. Und von dem können Plastikverpackungen aktuell nur träumen.

Verpackungsstahl von thyssenkrupp: von Andernach in die ganze Welt

Im rheinland-pfälzischen Andernach – dem weltweit größten Standort seiner Art – produziert thyssenkrupp jährlich rund 1,5 Millionen Tonnen Verpackungsstahl. Dazu walzen die Experten von thyssenkrupp Rasselstein Stahl auf bis zu 0,1 Millimeter Dicke herab und veredeln seine Oberfläche mit Zinn oder Chrom. Das so entstandene Weißblech liefern sie dann an Verpackungshersteller in aller Welt. Neben Dosen für Lebensmittel und Tiernahrung wird Verpackungsstahl für Getränke- und Aerosoldosen, Behälter für chemisch-technische Füllgüter oder Kronkorken und Drehverschlüsse verwendet.

Im rheinland-pfälzischen Andernach produziert thyssenkrupp jährlich etwa 1,5 Millionen Tonnen Verpackungsstahl. Der dafür eingesetzte Stahl walzen die Experten dafür auf bis zu 0,1 Millimeter Dicke und veredeln die Oberlfäche mit Zinn oder Chrom. Das Ergebnis sind Weißblech-Coils wie diese

Im rheinland-pfälzischen Andernach produziert thyssenkrupp jährlich etwa 1,5 Millionen Tonnen Verpackungsstahl.

Und weil thyssenkrupp beim Verpackungsstahl keine halben Sachen macht, sichern die Experten von Rasselstein die fachgerechte, zielgenaue Rückführung von Weißblech in die Stahlproduktion seit vielen Jahrzehnten aktiv: Über die selbst gegründete „DWR – Deutsche Gesellschaft für Weißblechrecycling mbH“ und das mitbetriebene Non-Profit-Rückführungssystem „KBS Kreislaufsystem Blechverpackungen Stahl“ verbessert thyssenkrupp den Wertstoffkreislauf von Verpackungsstahl in Deutschland weiter  und trägt aktiv zum Recycling von privat und gewerblich verbrauchten Weißblechverpackungen bei.

Die wahrscheinlich umweltfreundlichste Verpackung der Welt

Eines steht fest: Verpackungsstahl ist und bleibt ein einzigartiges Erfolgsprodukt. Seit Jahrhunderten schützt es Lebensmittel in Dosen vor dem Verderben, ist so universell einsetzbar wie kaum ein anderes Material und schlägt dank seiner starken Recycling-Fähigkeiten praktisch jede Verpackungsalternative.

„Ganz plakativ: Trennt der Verbraucher heute seinen Abfall richtig und wirft seine Dose in den gelben Sack, so wird daraus morgen vielleicht ein Bestandteil eines Fahrrads und übermorgen ein Autoteil. Einfacher als mit Verpackungsstahl geht Recycling nicht“, fasst Dr. Peter Biele zusammen. „Der geschlossene Kreislaufgedanke ist es, den wir weltweit fördern müssen, um unseren Kindern eine lebenswerte Umwelt zu hinterlassen. Und hier ist Stahl heute schon spitze!“

Ob für Gemüse, Fleisch oder Suppe – mit Lebensmitteldosen aus Weißblech wird der Wertstoffkreislauf Wirklichkeit

Ob für Gemüse, Fleisch oder Suppe – mit Lebensmitteldosen aus Weißblech wird der Wertstoffkreislauf Wirklichkeit

Wenn es Verpackungsherstellern also um Nachhaltigkeit geht, sind unsere Weißblech-Experten erster Ansprechpartner! Ein weiteres Plus: Gemüse aus der Dose ist in der Zusammensetzung der Vitamine und Mineralstoffe vergleichbar mit frischem Gemüse, das haushaltsüblich zubereitet wurde (Quelle: Initiative Lebensmitteldose). Auch beim Thema Save Food kann die Lebensmitteldose punkten. Weißblechdosen sorgen dafür, dass Lebensmittel sehr lange ohne Kühlung haltbar sind, da sie in der Dose vor Licht und Luft geschützt werden.

Autor

Elke Barrios
  • geschrieben von Elke Barrios
  • 15. Juni 2020

GSehr interessant und beruhigend – und klar, dass wir die Dosen seit Jahren in die gelbe Tonne tun. Aber jetzt was ganz anderes : hier habe ich eben gelernt, wie dieser grässlich unpraktische, sogar gefährliche Deckel heißt. Wer hat denn das erfunden zur Verzweifelung der Hausfrau und ihrer zarten Finger.? Wie einfach war es doch immer, mit einem guten Büchsenöffner die Dose aufzukriegen. Den gibt es ja wohl immer noch in jedem Haushalt . Er war auch bei Fahrradtouren mit Zelt stets dabei, ohne dass deswegen das Gepäck zu schwer wurde. Gestern mal wieder versucht, eine Sardinenbüchse mittels Ringdeckel zu öffnen. Ergebnis: alles voller Öl, und die Sardinen mussten wir einzeln aus der nur halb aufzukriegenden Dose herausfummeln .

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