Patente: 120 Jahre Schutz für Ideen

Geschichte | Seit 120 Jahren können thyssenkrupp Erfinder sicher sein, dass ihre Ideen ihr geistiges Eigentum bleiben.

Seit 120 Jahren können thyssenkrupp Erfinder sicher sein, dass ihre Ideen ihr geistiges Eigentum bleiben. Im März 1895 richtete die Firma Fried. Krupp, eines der Vorläuferunternehmen von thyssenkrupp, ihr erstes Patentbüro ein. Damit trug Krupp früh zur Entwicklung des Patentschutzes im Deutschland des 19. Jahrhunderts bei. 18 Jahre zuvor war in Berlin das Kaiserliche Patentamt als nationale Patentbehörde gegründet worden.

Schon immer hat thyssenkrupp mit seinen Erfindungen dazu beigetragen, das Leben der Menschen zu verbessern. Mit nahtlosen Eisenbahnradreifen zum Beispiel, einer im 19. Jahrhundert revolutionären Neuerung, mit der Züge wesentlich schneller fahren konnten als zuvor. Unverzichtbar auch die 1912 entwickelten Edelstähle, die mit ihrer Rost-, Säure-und Hitzebeständigkeit unter anderem zur Entwicklung der chemischen Industrie in Deutschland beigetragen haben. Was wenige wissen: Auch den Dieselmotor würde es ohne Krupp nicht geben. Der Antrieb ist eine Gemeinschaftsentwicklung von Rudolf Diesel, der Maschinenfabrik Augsburg und Fried. Krupp aus dem Jahr 1897.

Patente schützen solche Innovationen vor Nachahmern. Wer seine Neuerung patentieren lässt, verhindert, dass andere seine Innovation nutzen und kann zunächst allein von der Idee profitieren. Üblicherweise dauert der Patentschutz heute 20 Jahre. Nötig ist er, weil Innovationen viel Zeit und Geld kosten. Wenn alle Erfindungen sofort von jedermann nachgeahmt werden dürften, würde sich dieser Aufwand nicht mehr lohnen und Innovationen blieben aus. Zugleich sorgen Patente für Transparenz. Sie verhindern, dass an mehreren Stellen am gleichen Problem geforscht wird, und zeigen, wo noch Neuerungen möglich sind.

Das Patentbüro bei Fried. Krupp traf sofort auf großen Bedarf: Bis 1896 meldete das Büro 114 Patente an, bis 1897, dem dritten Jahr seines Bestehens, hatte sich die Zahl auf 260 mehr als verdoppelt. Ein zweiter Mitarbeiter wurde eingestellt, im Jahr 1898 kam ein dritter hinzu. Im Jahr 1902 arbeiteten bereits sieben Menschen für den Schutz der Ideen bei Fried. Krupp.

Heute sind im Bereich Intellectual Property Services – so heißt das Patentbüro inzwischen – mehr als 40 Menschen beschäftigt. Die Zahl der Patente von thyssenkrupp liegt bei fast 16.300 und wächst. „Allein im vergangenen Geschäftsjahr 2013/2014 hat thyssenkrupp knapp 400 neue Patente angemeldet, damit sind wir als Technologiekonzern auf dem richtigen Weg“, so Stephan Wolke, Leiter des Bereiches Intellectual Property Services mit Standorten in Deutschland, den USA und China.

Patente bei thyssenkrupp heute, das sind zum Beispiel der Universal Dispatching Algorithm, ein Programmcode, der stets die effizienteste Fahrweise für Aufzügen ermittelt. Oder Nockenwellenmodule, die beim Automobilhersteller Zeit und Arbeitsschritte, beim Autofahren Treibstoff und Emissionen sparen. Auch der Werkstoff Stahl wird natürlich immer weiter entwickelt. Hier sind für thyssenkrupp unter anderem hochfeste Materialien patentiert, mit denen sich leichtere und Sprit sparende Autos bauen lassen.

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