Mit Leidenschaft ins Ziel – beim New York Marathon und im Beruf

Menschen bei thyssenkrupp | Unternehmen | Unternehmenskultur | Niemals aufgeben. Immer den nächsten Schritt gehen. Eine Strategie entwickeln – wie schnell gehe ich die ersten Meter an? Reicht die Luft für die letzten Kilometer? Der unbedingte Wille, das Ziel zu erreichen. Viele Eigenschaften von leidenschaftlichen Marathonläufern sind auch für einen CEO unabdingbar, sagt Andreas Schierenbeck, Vorstandsvorsitzender der Aufzugsparte von thyssenkrupp. Vor dem prestigeträchtigen New York Marathon spricht er über seine persönlichen Erfahrungen bei dem Lauf, der ihn 42.195 Kilometer durch die amerikanische Metropole führte.

Herr Schierenbeck, warum haben Sie sich entschieden, beim New York Marathon an den Start zu gehen?

Der New York Marathon ist einer der ältesten und berühmtesten Marathons. New York ist ein faszinierende Stadt. Von der Marathonstrecke aus sieht man extrem viel von der Stadt; es ist einfach ein schöner Lauf.

Was ist das Besondere an dem Marathon durch New York?

Das Besondere am Marathon in New York ist, dass er in New Jersey anfängt und dann über die Verrazano-Narrows-Bridge nach New York führt. Man läuft durch sehr viele Stadtteile – z.B. Bronx, Brooklyn, Queens – bis man endlich in Manhattan im Central Park über die Ziellinie läuft. Es ist eine sehr touristische und relativ anspruchsvolle Strecke. Die Marathonläufer mögen die vielen Brücken nicht wirklich, da die Strecken meist ziemlich lang sind und stetig ansteigen. Die Brücken in New York sind zum Teil auch ziemlich dunkel. Je nachdem, ob man unten oder oben läuft, läuft man eine relativ lange Zeit in einem schwarzen Loch und weiß nicht so richtig, wo man ist. Das kann schon eine Herausforderung sein.

Die Läufer lernen beim New York Marathon die Stadt kennenDie berühmte Skyline von New York lernen die Läufer beim New York Marathon ganz neu kennen.

New York Marathon: Eine frühe Anreise lohnt sich

Mit welchem Gefühl sind Sie über die Ziellinie gelaufen?

Das Gefühl, über die Ziellinie zu laufen, ist bei allen Marathons das Gleiche. Erleichterung, wenn man es hinter sich hat. Bis man sich wirklich freut, das dauert meistens noch ein paar hundert Meter. Aber ich muss schon sagen: Das Flair und die Motivation durch die Zuschauer ist in New York einfach einzigartig. New York hat den Vorteil, dass die ganze Zeit die Leute an der Strecke stehen und die Läufer anfeuern. In einzelnen Stadtteilen spielen sogar Bands. Das hat man nicht bei allen Marathons; das ist schon motivierend. Und den Marathon zu beenden, ist einfach eine großartige Sache. 

Welchen Rat würden Sie den Läufern geben, die in diesem Jahr dabei sind?

Viel Zeit einplanen. Im letzten Jahr waren es fast 60.000 Läufer. Sie starten in zwei getrennten Start Areas. Und da man erst nach New Jersey zum Start muss, ist der Verkehr morgens ziemlich heftig. Wir haben damals um 2 Uhr morgens das Hotel verlassen, um dann um 8 Uhr zu starten beziehungsweise um überhaupt zum Startgebiet zu kommen. Dieselbe Herausforderung hat man hinterher, wenn man im Central Park gefinisht hat. Dort wieder raus zu kommen, kann sehr lange dauern.

Der New York Marathon ist der teilnehmerstärkste der Welt – im vergangenen Jahr waren es fast 60.000 Läufer.Der New York Marathon ist der teilnehmerstärkste der Welt – im vergangenen Jahr waren es fast 60.000 Läufer.

Erfolg ist Kopfsache

Wie viel beim Marathonlaufen hängt von der richtigen Einstellung ab?

Das Wichtigste, nämlich das Erreichen der Ziellinie, ist Sache des Kopfes und nicht mehr die eines trainierten Körpers. Sie gelangen irgendwann an einen Punkt, bei mir ist das spätestens um den 30. Kilometer herum, an dem Sie Schwierigkeiten spüren: Am Straßenrand stehen kaum noch jubelnde Passanten, das Läuferfeld hat sich gelichtet, Sie sind allein unterwegs, die Knie schmerzen, der Kopf ist leer – und Sie fragen sich: „Was mache ich hier eigentlich?“, „Warum habe ich mich auf diesen Marathon eingelassen?“ und „Wann bin ich endlich im Ziel?“ Das ist der Zeitpunkt für eine ganz persönliche Entscheidung, und die wird Ihnen niemand abnehmen: Laufen Sie trotz Schmerzen weiter – oder geben Sie auf?

Ist Marathonlaufen wie das Führen eines großen Konzerns – nur mit etwas anderen Mitteln?

Naja, Sie haben zwei Energiequellen bei einem Marathon – die Kohlenhydrat- und die Fettverbrennung – und beide müssen klug kombiniert werden, um ans Ziel zu kommen. Das ist erst einmal ein klassisches Ingenieursproblem, wie wir es in unserem Konzern gern lösen. Und für Manager wie für Marathonläufer gilt gleichermaßen: Es ist leicht, sich anzumelden und loszulegen – und es ist auch leicht, einen Trainings- oder Businessplan aufzustellen. Sich dran zu halten, auch bei schlechtem Wetter, wenn Sie müde sind, keine Lust haben, Rückschläge hinnehmen müssen, das ist die Disziplin, die spannend ist. Das gilt für alle, nicht nur für einen CEO.

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