Neue Nord-Süd-Verbindung: Amsterdams Zukunft liegt im Untergrund

Urbanisierung | 120 Anlagen von thyssenkrupp Elevator für holländisches U-Bahn-Projekt.

Es könnte der viel besungene „Traum von Amsterdam“ sein: Eine U-Bahn-Linie, die die historische Altstadt an die nördlichen und südlichen Stadtteile anbindet. Eine Line für hunderttausende Pendler – und das täglich. Unter Grachten, Fachwerkhäusern, Amstel und IJ entsteht zurzeit die neue Nord-Süd-Verbindung „Noord/Zuidlijn“. 9,7 Kilometer lang, mit zwei oberirdischen und sechs unterirdischen Stationen. Anfang 2017 sollen die ersten Züge rollen. Eine Herausforderung für Mensch und Technik – in bis zu 39 Metern Tiefe.

Seit fast zwölf Jahren gleicht der Amsterdamer Untergrund einem Bienenstrock: Tief- und Betonbauer, Statiker, Tunnelbohrer und Bauingenieure geben sich Tag für Tag die Klinke in die Hand, um eines der außergewöhnlichsten und zugleich anspruchsvollsten Projekte der Niederlande zu realisieren – trotz widriger Umstände: Unerwartete Hindernisse im Boden, unterspülte und abgesackte Grachtenhäuser sowie mehrfache Kostensteigerungen haben den Zeitplan immer wieder komplett auf den Kopf gestellt. Doch seit einigen Monaten läuft es rund in den Tunneln und Stationen der neuen Noord/Zuidlijn-Linie. Die ersten Weichen und Gleise lassen den Streckenverlauf erahnen, frisch betonierte Bahnsteige und nagelneue Fahrtreppen markieren die im Rohbau befindlichen Haltepunkte.

Hollands längste Fahrtreppen

Insgesamt 120 Anlagen von thyssenkrupp Elevator kommen auf sieben Stationen der neuen Stadtunterquerung zum Einsatz: 25 Aufzüge, vier Fahrsteige und 92 Fahrtreppen. Darunter sind auch die längsten Fahrtreppen des Landes: Sechs an der Zahl, jeweils 47 Meter lang mit einer Förderhöhe von 19,57 Metern. Mit LKWs wurden die XXL-Anlagen vom Fahrtreppenwerk Hamburg aus in die Kulturmetropole gebracht – in 24 Teile zerlegt und durch Folie geschützt. Bereits Mitte Mai konnten die Rekord-Treppen in der Station Vijzelgracht installiert werden.

Klicken Sie hier, um zum Zeitraffer-Video der Installation auf YouTube zu gelangen:

Die längsten Fahrtreppen der Niederlande sind bereits installiert und waren auf zehntausende Pendler – jeden Tag. © Gé Dubbelman / ThyssenKrupp Elevator

Die längsten Fahrtreppen der Niederlande sind bereits installiert und waren auf zehntausende Pendler – jeden Tag. © Gé Dubbelman / thyssenkrupp Elevator

„Bei der Installation der längsten Fahrtreppen der Niederlande hat unser Team wirklich einen großartigen Job gemacht“, berichtet Harry Beukeveld, Projektleiter Fahrtreppen bei thyssenkrupp Liften, stolz. „Es war eine tolle Zusammenarbeit – auch mit unserem Partner VIA. Alles lief Hand in Hand – bei jedem Schritt und jeder Phase der Installation. Mein persönliches Highlight: Zum ersten Mal haben wir in Holland Loren eingesetzt, um die Fahrtreppen per Schiene zum endgültigen Einsatzort zu transportieren. Auch für mich eine Premiere – nach 24 Jahren bei thyssenkrupp.“

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Zu Lande, auf der Schiene und durch die Luft: Die Transportwege der 92 Fahrtreppen sind ebenso spektakulär, wie das holländische U-Bahn-Projekt an sich. © Gé Dubbelman

Zu Lande, auf der Schiene und durch die Luft: Die Transportwege der 92 Fahrtreppen sind ebenso spektakulär, wie das holländische U-Bahn-Projekt an sich. © Gé Dubbelman

Eine „Kathedrale“ unter dem Hauptbahnhof

Eindrucksvollster Haltepunkt – in Bezug auf Dimensionen und Architektur – wird die neue Station „Hauptbahnhof“. Einen passenden Spitznamen gibt es schon heute: Die Kathedrale. Alleine hier sorgen 18 Fahrtreppen, zwei Aufzüge und vier Fahrtsteige von thyssenkrupp Elevator für den schnellen und sicheren Transport der Passagiere – und das äußerst effizient.

Imposante Architektur: Die neuen U-Bahn-Station „Hauptbahnhof“ erhält 18 Fahrtreppen, zwei Aufzüge und vier Fahrtsteige von ThyssenKrupp Elevator. Der Volksmund spricht schon jetzt von der „Kathedrale“. © Gé Dubbelman

Imposante Architektur: Die neuen U-Bahn-Station „Hauptbahnhof“ erhält 18 Fahrtreppen, zwei Aufzüge und vier Fahrtsteige von thyssenkrupp Elevator. Der Volksmund spricht schon jetzt von der „Kathedrale“. © Gé Dubbelman

„Einer der Hauptgründe, warum wir den Auftrag erhalten haben, sind die hohen Energieeffizienzklassen unserer Produkte“, erklärt Eric Lamers, Head of Operations bei thyssenkrupp Liften, und ergänzt: „Das Großprojekt ist für uns ein besonderes Aushängeschild und wird die Markenbekanntheit von thyssenkrupp in den Niederlanden nachhaltig steigern.“

In die Konzeptionsphase eingebunden

Doch nicht nur das Projekt an sich, auch dessen Abwicklung im „Design-and-Build-Verfahren“ ist besonders: Planung und Bau verlaufen nahezu zeitgleich. Zudem gibt nur einen einzigen Vertrag zwischen Bauherr und Bauunternehmen, das sowohl für die Ausführungsplanung, als auch für die Wahl der Methoden und die Durchführung der Arbeiten zuständig ist. Für thyssenkrupp Liften bedeutete das: Bereits in der Konzeptionsphase waren die Kollegen eingebunden – gut 1 ½ Jahre lang. Seit Baubeginn haben die verschiedenen Gewerke nun auch gemeinsame Arbeitsplätze in einem Konstruktionsbüro. Das gewährleistet kurze Kommunikationswege und einen reibungslosen Bauprozess.

Noch ist der Job der Elevator-Kollegen in Amsterdam nicht erledigt: Ein Projektteam aus sechs Mitarbeitern sowie ein erfahrenes Montageteam arbeiten weiterhin mit Hochdruck, um das Mammut-Projekt gemeinsam den verschiedenen Partnern erfolgreich zu realisieren. Aktuell steht unter anderem die die Installation der thyssenkrupp-Anlagen im Bahnhof „Rokin“ an.

Stolz auf ihre Arbeit in Amsterdam: Hintere Reihe (v.l.) E. Adriaans, T. Schreurs, J. Eikelboom, H. Beukeveld, G. de Gelder, J. Vermoen; Vordere Reihe (v.l.) M. Wartinger (CEO), L. van der Schelling, E. Lamers, E. Bakker; es fehlt: J. Postma. © ThyssenKrupp Elevator

Stolz auf ihre Arbeit in Amsterdam: Hintere Reihe (v.l.) E. Adriaans, T. Schreurs, J. Eikelboom, H. Beukeveld, G. de Gelder, J. Vermoen; Vordere Reihe (v.l.) M. Wartinger (CEO), L. van der Schelling, E. Lamers, E. Bakker; es fehlt: J. Postma. © thyssenkrupp Elevator

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