Megacitys im Jahr 2030: Nachhaltigkeit zuerst!

Nachhaltigkeit und Klimaschutz | Urbanisierung | Mit neuen Produkten und Dienstleistungen kann thyssenkrupp den ökologischen Fußabdruck künftiger Megacitys spürbar beeinflussen. Weil aber niemand genau vorhersagen kann, was in den nächsten Jahrzehnten geschehen wird, entwickeln wir im Foresight-Prozess stets mehrere Szenarien, die unterschiedliche Entwicklungen beschreiben. In der fiktiven Metropole Hongtsiu etwa hat Nachhaltigkeit oberste Priorität – bei der Regierung und den Menschen.

Bürgermeister Wu liebt diese Besuche. Wieder einmal ist eine große Gruppe von Amtskollegen aus Europa und den USA nach Hongtsiu gereist, um die rasant wachsende Wirtschaftsmetropole zu bestaunen. Gründe dafür gibt es wahrlich genug: Innerhalb von nur wenigen Jahrzehnten ist aus einer weithin unbekannten Fünf-Millionen-Einwohner-Stadt eine Megacity mit 25 Millionen Einwohnern geworden. Und nicht nur das: Die Verantwortlichen hatten es auch geschafft, das atemberaubende Wachstum grün zu gestalten. Und den Einwohnern von Hongtsiu eine weltweit bestaunte Lebensqualität zu bieten – dank konsequenter Nachhaltigkeit.

Nachhaltigkeit zuerst!

„Nachhaltigkeit hat bei uns oberste Priorität“, doziert Wu gerade vor seinen Besuchern. „Und das ist kein bloßes Lippenbekenntnis: Wir prüfen tatsächlich alle Investitionsvorhaben darauf, welche Auswirkungen sie auf die Umwelt und die Lebensqualität unserer Bewohner haben.“ Von ihrer Aussichtsplattform in 450 Meter Höhe auf einem der neuesten Wolkenkratzer können sich die 14 Bürgermeister selbst ein Bild davon machen, was „Grün zuerst!“ in der Praxis bedeutet: Zwischen den einzelnen Gebäuden und auch auf vielen Etagen und Dächern der benachbarten Hochhäuser sind üppige Grünflächen zu sehen. Es scheint fast so, als seien Stadt und Park in drei Dimensionen untrennbar ineinander verflochten.

 

Dank Nachhaltigkeit untrennbar verwoben: Stadt und Pflanzen gehen nahtlos ineinander über.

Untrennbar verwoben: Stadt und Pflanzen gehen nahtlos ineinander über.

Grün lohnt sich

„Ist Nachhaltigkeit bei Ihnen politisch verordnet oder ein echtes Anliegen der Bevölkerung?“, will der Bürgermeister von Chicago wissen. Wu liebt diese Frage und gibt mit einem zufriedenen Lächeln zurück: „Beides ist der Fall. Die Politik hat erkannt, dass wir nachhaltiger handeln müssen. Und die Bevölkerung hat begeistert mitgezogen.“ Allerdings nicht nur aus reiner Freude an der guten Tat – die Regierung hatte es verstanden, Gemein- und Eigennutz miteinander zu verbinden: Produkte und Dienstleistungen werden seit vielen Jahren mit „Green Points“ versehen, die Auskunft über ihre Nachhaltigkeit geben. Je mehr Green Points eine Ware im Vergleich zu einem Konkurrenzprodukt hat, desto günstiger ist sie zu haben. „Das hat zu einem fundamentalen Wandel der Konsumgewohnheiten geführt. Nachhaltigkeit ist sozusagen in die DNA unserer Bewohner übergegangen – ganz ohne Verzicht auf Komfort oder Wohlstand“, so Wu.

Alles wird geteilt

Das hatten die Besucher bereits im Straßenverkehr zu spüren bekommen: Niemand in Hongtsiu schien mehr ein eigenes Auto zu besitzen, Carsharing und öffentliche Verkehrsmittel waren die Norm. Aber das war noch nicht alles: Auch andere Dinge nutzte man in der Stadt möglichst gemeinsam – bis hin zu den Küchen. „Besitz schränkt doch auch sehr ein“, erklärt Wu. „In unserer Sharing Economy können Sie sich beispielsweise eine Italian Kitchen mieten, wenn Ihnen der Sinn nach Pasta steht. Oder eine French Kitchen, wenn ein Chateaubriand auf den Teller kommen soll. Dahinter steht aber kein romantischer Gedanke von Allgemeinbesitz: Wir stellen – geregelt von einem Marktmechanismus – einfach sicher, dass wir unsere begrenzten Flächen mit maximaler Effizienz nutzen. Wir werden heute Abend übrigens in einer original Chinese Kitchen gemeinsam kochen und essen.“

Während Hongtsiu für seine Bewohner ein nachhaltiges Paradies ist, herrscht im fiktiven, smogbedeckten Chengoho der freie Markt – mit all seinen Folgen. In unserem Artikel „Megacitys im Jahr 2030: Leben über dem Smog“.

Foresight als Wegbereiter der urbanen Zukunft

Noch sind die bionischen Gebäude in Hongtsiu Fiktion. Aber es ist gut möglich, dass sie schon um das Jahr 2030 an vielen Orten vor allem in Asien in den Himmel ragen werden – falls das Szenario „S.I.M. City UNLIMITED“ (Sustainable & Safe, Innovative, Market-driven) Realität wird, das Experten von thyssenkrupp auf Foresight-Workshops entwickelt haben. Neben den Themen „Zukunft der Arbeit in der Produktion“ und „urbane Mobilität“ war „Megacity Upgrading“ das dritte Thema der Foresight-Reihe, mit der der Konzern sich frühzeitig auf mögliche Entwicklungen in rund 20 Jahren vorbereitet. Im Vergleich zu den heutigen Megacitys mit ihren zehn Millionen und mehr Einwohnern könnten die künftigen Ballungsräume sogar noch bevölkerungsreicher sein – in China denkt man beispielsweise schon über Städtecluster mit mehr als 100 Millionen Einwohnern nach.

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