Zukunftsorientierte Entwicklung für die Automobilbranche mit der Modular Research Platform

Automotive-Sektor | Ingenieurskunst | Innovationen | Mobilität der Zukunft | Flexibilität in der Fahrzeugentwicklung wird immer wichtiger. Große Trends wie autonomes Fahren und E-Mobilität stellen Hersteller und Zulieferer vor große Herausforderungen. Traditionelle Entwicklungsmethoden sind dafür oftmals zu zeitaufwendig. Die MRP von thyssenkrupp schafft Abhilfe.

MRP ist die Abkürzung für Modular Research Platform und der Name, der eigens von thyssenkrupp entwickelten modularen Forschungsplattform. „MRP ist unser agiles Entwicklungswerkzeug für alle unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.“, erzählt Kristof Polmans. „Unser Ziel ist es, die Fahrwerkstechnologie der Zukunft zu entwickeln.“

Das Team, dass die fahrende Forschungsplattform konzipiert hat, hat ein klares Ziel vor Augen – Technologie für das Fahrwerk der Zukunft zu entwickeln.

Das Ziel und die Nutzung der Plattform sind kombiniert: Zum einen besteht die Möglichkeit, neue Hardware-Lösungen wie beispielsweise neue EPS-Lenkungen, Steering-by-Wire-Systeme, neue Lenksäulenlösungen, Hinterradlenkungen oder Einzelradlenkungen, viel früher, flexibler und kostengünstiger auf Fahrzeugebene zu testen. Außerdem können neue Steuerungskonzepte in Kombination mit allen möglichen Einstellungen der Fahrwerkskinematik und Fahrwerkarchitektur getestet und entwickelt werden.

 Polmans ist Leiter der Technologie- und Innovationsabteilung im Lenkungsgeschäfts von thyssenkrupp in Liechtenstein. Zusammen mit dem Projektleiter Carlo Miano und Kollegen aus elf Nationen, arbeitet er an der MRP und bringt Innovationen nach vorne. „Die Möglichkeit zu haben, neue Technologien schnell und agil am Fahrzeug zu entwickeln und auszuprobieren macht mir Spaß“, sagt Polmans.

MRP – Ingenieurskunst in der Fahrzeugentwicklung

Was das modulare Gefährt so besonders macht? „Unser Fahrzeug ist, ähnlich wie bei Lego, aus vielen Komponenten aufgebaut. Dank dieses Konstruktionsprinzips können wir innerhalb weniger Minuten Teile des Chassis, beispielsweise Lenkung, Bremsen oder Dämpfer, austauschen und ihre Wechselwirkung testen“, erklärt Projektleiter Carlo Miano. Genau aus diesem Grund wurde die Forschungsplattform konzipiert – um Chassis-Komponenten schneller zu entwickeln. Mit der MRP können die Automotive-Experten von thyssenkrupp Bauteile schon in einem sehr frühen Entwicklungsstadium unter Realbedingungen testen – kein Warten mehr auf Prototypen.

„Der größte Vorteil in der Entwicklung ist für uns, dass die MRP uns volle Flexibilität bei der Konfiguration der Fahrwerksaktuatoren und -kinematik bietet“, so Kristof Polmans. Auch unsere Kunden profitieren davon. „Unsere Kunden können durch die MRP neuen Komponenten in sehr kurzer Zeit implementieren, auch wenn das zukünftige Anwendungsfahrzeug nicht verfügbar oder noch gar nicht gebaut ist“, sagt Miano.

 

Lenksysteme stehen in der Forschung in Liechtenstein unmittelbar im Zentrum. Mit der neuen agilen Forschungsplattform möchte thyssenkrupp langfristig auch seine Kompetenz als Chassis Entwickler unter Beweis stellen. Denn thyssenkrupp gehört schon jetzt zu den weltweit größten Anbietern von Lenksäulen und Gesamtlenksystemen.

Echtzeit-Analyse vom Beifahrersitz

Carlo Miano fährt das MRP-Fahrzeug selber gerne im Gelände. Währenddessen messen Dutzende von Sensoren ohne Unterbrechung eine Reihe von Parametern wobei die Geschwindigkeit, Beschleunigungen in unterschiedliche Raumrichtungen, die Gier-Rate, Raddrehzahl und den Lenkradwinkel. Sie leiten diese Informationen an die Board-Computer weiter, die auf der Mittelkonsole befestigt ist. Leonardo Lapis, der im Projekt die Regelungsentwicklung leitet, kann vom Beifahrersitz alle Informationen zu Geschwindigkeit, Lenkradwinkel und Co während der Fahrt live mitverfolgen.

Während Carlo Miano das Fahrzeug fährt, verfolgt Leonard Lapis, der im Projekt die Regelungsentwicklung leitet, die Live Analyse via Laptop.

Neue Kundenwünsche? Kein Problem!

Die MRP ermöglicht den Experten von thyssenkrupp Automotive Technology, neue Anwendungen gemeinsam mit dem Kunden noch besser und schneller als bisher zu entwickeln. Dabei arbeiten sie stets daran die Fahrdynamik zu verbessern, die Sicherheit in kritischen Situationen zu erfüllen und den Komfort für die Insassen zu erhöhen. „Das alles können wir durch die Erfassung von objektiven und subjektiven Informationen sicherstellen.“, erklärt Polmans zufrieden.

Je nachdem, welche Komponenten wie getestet werden sollen, kann Leonardo Lapis die Software der MRP-Autobox flexibel auf die aktuellen Anforderungen hin programmieren.

„Eine Schlüsselrolle spielen hier die Entwicklung und Steuerung der Fahrwerkskomponenten – beispielsweise von aktiven Dämpfungen, die Schlaglöcher ausgleichen oder verhindern, dass sich ein Fahrzeug zu stark in die Kurve legt.“ Mit der modularen Forschungsplattform können die Experten dieses Wechselspiel nicht nur erfassen, sondern auch an die Wünsche der Kunden anpassen.

Derzeit arbeitet thyssenkrupp außerdem daran zwei MRP-Plattformen für einen großen internationalen Automobilhersteller aufzubauen, um dessen Forschungsaktivitäten zu unterstützen und Erfahrungen zu bündeln. Dadurch können unsere Experten viel schneller handeln und die Ergebnisse aller Forschungsaktivitäten viel einfacher mit anderen Herstellern von Originalkomponenten teilen.

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