Mittendrin am Nürburgring

Ausbildung bei thyssenkrupp | Automotive-Sektor | Menschen bei thyssenkrupp | Samstagmorgen, kurz nach 8 Uhr am legendären Nürburgring. Das Wetter in der Eifel zeigt sich einmal mehr von seiner typischen Seite: Immer wieder regnet es, Nebelschwaden ziehen über den Asphalt der Rennstrecke. Irgendwo am Horizont meint man die Sonne schemenhaft erkennen zu können.

Doch die „Grüne Hölle“ mag es heute lieber grau. Im Fahrerlager und in den Boxen herrscht Hochbetrieb. In wenigen Minuten, um 8.30 Uhr, soll das Zeittraining zum siebten Saisonrennen der Langstreckenmeisterschaft VLN am Nürburgring beginnen. In Box 11 machen sich die Piloten bereit, streifen die Hauben über das Gesicht, setzen Helme auf und entern ihre Cockpits. Bis zuletzt haben die Teams mit der Entscheidung gewartet, ob sie auf Slicks oder Regenreifen rausfahren sollen. Entsprechend hektisch geht es in den Boxen zu: Mechaniker hetzen mit Reifen umher, nehmen letzte Änderungen vor. Mittendrin: Dennis Wenzel und Tilman Bormki, seit dem 1. September Auszubildende an unserem Standort in Ennepetal. Beide hatten sich im Rahmen einer Aktion beworben, bei der unter den thyssenkrupp Bilstein Azubis Team-Mitglieder für das FAST Racing Team gesucht wurden. Dennis und Tilman dürfen das Rennen heute direkt in der Box mitverfolgen.

Mittendrin statt nur dabei

Die beiden können ihr Glück noch gar nicht fassen, dass sie mittendrin statt nur dabei sind. „Wir sind jetzt gerade mal vier Wochen bei thyssenkrupp Bilstein und dürfen direkt bei so einem Rennen dabei sein. Das ist doch nicht normal“, freut sich der 16-jährige Tilman. Motorsport-Luft dürfen er und der 18-jährige Dennis im Team von Jürgen Freiburg schnuppern. Unser Kollege Jürgen, Head of Health and Safety bei thyssenkrupp Bilstein, ist mit seinem Auto hier am Ring bekannt wie ein bunter Hund: Der Sicherheitsspezialist fährt den „Pioneer-Corrado“, einen der absoluten Publikumslieblinge am Ring. Jürgen startet in der Klasse H2 der historischen Fahrzeuge mit maximal 2 Liter Hubraum.

Und der VW Corrado ist nicht der einzige Fan-Liebling in Box 11. Plötzlich wird ein weiterer alter Bekannter in die Box geschoben: „Da kommt der Manta! Den finde ich richtig geil – das Auto ist eine Legende“, schwärmt Tilman. Und er hat recht: Seit einem Vierteljahrhundert schon fährt der Opel Manta von Olaf Beckmann Rennen auf dem Nürburgring.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Teams geht es bei FAST Racing vergleichsweise entspannt zu. Nach zwei Ausfällen in der Saison will sich Jürgen heute etwas zurückhalten, unbedingt wieder ins Ziel fahren. Das Zeittraining bei diesem Regenwetter überlässt er deshalb den anderen. „Ich werde heute kein Heckmeck veranstalten, wir wollen unbedingt ankommen heute“, verrät Jürgen. Glück für die Azubis aus Ennepetal. Denn Jürgen kann sich so viel Zeit für die beiden Jungs nehmen. Führt sie durch die Box, ins Fahrerlager, erklärt viel. Was gar nicht so einfach ist, denn immer wieder muss Jürgen Hände schütteln, Leuten „Hallo“ sagen.

Mit dem Reisebus durch die grüne Hölle

Bevor das Rennen startet, bekommen Dennis und Tilman einen Eindruck, was die Fahrer im Rennen erwartet: Bei erneut einsetzendem Regen geht es für die beiden im Reisebus (!) über den Nürburgring – eine Butterfahrt der etwas anderen Art. Dennis, der bereits öfter hier am Nürburgring war und sogar schon mal eine Runde selbst auf der Strecke gefahren ist, ist begeistert: „Der Nürburgring ist super spektakulär. Ich wollte schon immer mal ganz nah dran und dabei sein. Ich bin allgemein ziemlich Motorsport-interessiert, deshalb habe ich mich auch bei thyssenkrupp Bilstein beworben“, so der Gevelsberger.

Vor dem Rennstart können die künftigen Industriemechaniker noch durch die Startaufstellung schlendern und sich einen guten Eindruck vom insgesamt 153 Autos starken Feld machen. Anschließend pilgern sie zur BILSTEIN-Tribüne, um beim typisch launischen Eifelwetter den Start zu sehen.

Highlight im Fahrerlager

Doch schon bald werden die zwei wieder in der Box benötigt. Jürgen, dessen VW Corrado wie ein Schweizer Uhrwerk läuft, kommt zum planmäßigen Boxenstopp rein. Das Team wechselt die Reifen, tankt das kultige Coupé auf, checkt das Auto soweit es geht durch. Unsere Azubis sind mittendrin, auch wenn sie aus Sicherheitsgründen nicht allzu aktiv werden dürfen. Alles läuft nach Plan, Jürgen kann weiterfahren.

Kurz darauf wartet im Fahrerlager das nächste Highlight auf die jungen Mitarbeiter. Schnellen Schrittes machen sie sich auf den Weg einmal quer durchs Fahrerlager. „Das ist unser Truck“, entfährt es Tilman, als sie auf den weißen Lkw des thyssenkrupp Bilstein Renndienstes zusteuern. Geradezu ehrfurchtsvoll lange wischen sich die beiden die nassen Schuhe auf der Fußmatte ab. Motorsport-Ingenieur Christian Moldenhauer nimmt sich Zeit und gibt den wissbegierigen Nachwuchstechnikern einen Mini-Crashkurs in Sachen Rennsport-Stoßdämpfer, erklärt ihnen seine Aufgaben und zeigt ihnen die Ausstattung. Vor allem Dennis hat ein Leuchten in den Augen: Der 18-Jährige kann es nämlich kaum erwarten, im Rahmen seiner Ausbildung auch die Motorsport-Abteilung in Ennepetal kennenzulernen.

Fazit eines ereignisreichen Tages

Als das Rennen um kurz nach 16 Uhr zu Ende ist, sind Dennis und Tilman bereits 12 Stunden auf den Beinen – doch von Müdigkeit keine Spur. Denn jetzt ist erstmal Feiern angesagt. Schließlich ist Jürgen nicht nur ins Ziel gekommen, sondern auch von Platz 11 beim Start in seiner Klasse bis auf Rang sechs nach vorne gefahren! Jürgen ist überglücklich: „Wir sind ohne Probleme durchgekommen. Es war heute eine super Teamleistung, die wir abgeliefert haben. Alle haben einen super Job gemacht, auch unsere beiden Azubis Dennis und Tilman!“

Und wie fällt das Fazit der beiden Auszubildenden aus? „Unbeschreiblich, dass wir so nah dabei sein konnten“, freut sich Dennis nach einem ereignisreichen Tag. „Das sind Eindrücke, die man so normalerweise gar nicht mitbekommen kann. Ich hatte wirklich das Gefühl, zum Team dazuzugehören“. Und auch Tilman kommt aus dem Grinsen nur schwer heraus: „Ich kann es immer noch nicht glauben, heute hier zu stehen. Es war ein absolut geiler Tag“.

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