Über 500 Rotorlager für Offshore-Windparks

Energiekonzepte | Ingenieurskunst | Nachhaltigkeit und Klimaschutz | Smart Energy | Die Anforderungen an Rotorlager für Offshore-Windanlagen sind enorm. thyssenkrupp macht's trotzdem möglich – und hat mittlerweile über 500 Lager für Siemens-Windparks in der Nordsee produziert.

In Zeiten der Energiewende sind Windkraftanlagen in Deutschland mittlerweile fester Bestandteil des Landschaftsbildes – besonders in Niedersachen, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen. Das wirkt: Heute werden fast 20 Prozent der gesamten Energie in Deutschland mit der Kraft des Winds produziert. Und mit etwa 56.000 Megawatt installierter Leistung liegt Deutschland in Sachen Windenergie auf Platz 3 der Welt und ist die Nummer Eins in Europa. Ganz vorne mit dabei ist thyssenkrupp. Seit 1998 haben wir über über 4.000 Rotorlager für On- und Offshore-Parks aus unserem Werk in Lippstadt an die großen Hersteller ausgeliefert.

Moderne Windkraftanlagen sind oft so komplex, dass ein Großwälzlager allein lange nicht mehr ausreicht. Das reicht von [1] Rotorlagern über [2] Turmlager bis zu [3] Blattlagern.Moderne Windkraftanlagen sind oft so komplex, dass ein Großwälzlager allein lange nicht mehr ausreicht. Das reicht von [1] Rotorlagern über [2] Turmlager bis zu [3] Blattlagern.

Offshore-Parks: Meer-Wind!

Dennoch birgt Windenergie weiterhin großes Wachstums-Potenzial: Von aktuell knapp 30.000 deutschen Windanlagen stehen nur etwa 1.200 „offshore“, also im Meer – die restlichen Anlagen sind im Binnenland verteilt. Doch weit draußen auf dem hoher See bläst der Wind eben besonders stark. Genau der richtige Ort, um mit Wind Strom zu erzeugen. Denn der Wind wühlt nicht nur das Meer gehörig auf, sondern treibt auch die Rotorblätter des Windrades an.

Richtungsweisendes Jubiläum

Seit 2014 arbeitet thyssenkrupp gemeinsam mit Siemens Gamesa deshalb an Offshore-Windparks, unter anderem in der belgischen Nordsee – und durfte bei diesem Großprojekt im Frühjahr 2018 ein ganz besonderes Jubiläum feiern – das 500. ausgelieferte Rotorlager. Mittlerweile hat thyssenkrupp in Lippstadt seit Beginn der Zusammenarbeit über 550 Exemplare mit einer Leistung von 6 bis 8 Megawatt für die Siemens-Windparks auf dem offenem Meer produziert. Die bisher im Rahmen des Projekts installierte Leistung reicht aus, um Strom für über 2 Millionen Haushalte zu liefern.

Grund zu feiern: In Lippstadt hat das Team von thyssenkrupp bis Mai 2018 stolze 500 Rotorlager produziert – allein für die Offshore-Parks in der Nordsee.Grund zu feiern: In Lippstadt hat das Team von thyssenkrupp bis Frühjahr 2018 stolze 500 Rotorlager produziert – allein für die Offshore-Parks in der Nordsee.

Offshore: ganz schön herausfordernd

Im Vergleich zu den Anlagen auf dem Festland sind die Anforderungen im Offshore-Bereich dabei deutlich höher. Deshalb verfügen die speziellen Lager über eine höhere Anzahl Schrauben und größere Wälzkörper, um mehr Kraft aufzunehmen. Alle Bauteile wurden zudem mit einer besonders korrosionsbeständigen Komplettbeschichtung überzogen. Rost ist schließlich das letzte, unter was die Windkraftanlagen weit draußen im Meer leiden sollen.

Überhaupt: Egal, ob Reparaturen oder der Einbau von Ersatzteilen – auf hoher See verursacht jeder Einsatz immense Kosten. Genau deshalb müssen die Komponenten jederzeit höchsten Ansprüchen gerecht werden.

Rotorlager werden immer besser

Gut, dass unser Werk in Lippstadt dank einer neuen Produktionssteuerung die Montage der Rotorlager nun noch effizienter gestalten kann. Und dabei auch Zeit und Kosten spart. Seit Beginn der ersten Lieferung konnte thyssenkrupp die Produktionsmenge durch die kontinuierliche Prozessoptimierung deshalb deutlich steigern.

Hochkomplexe Fertigung: Seit 1998 entwickelt und produziert thyssenkrupp in Lippstadt Rotorlager für ganz verschiedene Formen von Windkraftanlagen.Hochkomplexe Fertigung: Seit 1998 entwickelt und produziert thyssenkrupp in Lippstadt Rotorlager für ganz verschiedene Formen von Windkraftanlagen.

Die bis zu vier Meter breiten und über 14 Tonnen schweren Rotorlager verlassen das Werk verschlossen, versiegelt und einbaufertig. Wie jedes Großwälzlager für die Windenergie sind die Rotorlager dabei den Anforderungen von Siemens zu 100 Prozent auf den Leib geschnitten. Unser Partner montiert die Lager zunächst in seinem neuen Werk in Cuxhaven – anschließend errichtet er den Windpark an der Küste.

Nummer 1.000 fest im Blick

Über 4 Jahre ist es nun her, seitdem wir den Lager-Prototyp für die Serienproduktion in enger Zusammenarbeit mit Siemens entwickelt und getestet haben. Und auch heute verbessern und optimieren wir das Offshore-Lager kontinuierlich weiter. Dazu fließen unsere Erfahrungen aus der Praxis und das Wissen aus unserer gemeinsamen Forschung und Entwicklung zusammen. Beide Seiten sind sich bei einer Sache daher einig: Bei Rotorlager Nummer 500 ist noch lange nicht Schluss!

Großwälzlager: Nicht nur bei Wind unabdingbar

Großwälzlager sorgen übrigens nicht nur Windkraftanlagen dafür, dass alles rund läuft. Ob im Herzen des Gotthard-Bergs, auf riesigen Öltankern oder ganz besonderen Kreuzfahrschiffen – unsere Entwickler arbeiten an einigen der spannendsten Ingenieurs-Projekte der Welt.

Autor

carolin
  • geschrieben von carolin
  • 21. September 2018

Mehr Energie und Co

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