Kein Blatt vor den Mund nehmen

Arbeitssicherheit | Menschen bei thyssenkrupp | Mitarbeitende wertzuschätzen steht für thyssenkrupp an erster Stelle. Das bedeutet, sich Zeit zu nehmen, zuzuhören und vor allem, Mitarbeitende in Prozesse einzubeziehen.

Und genau das passiert beim „Boxenstopp“, einer Methodik aus dem Ideenmanagement. Sie hilft, Probleme zu lösen, die beispielsweise die Arbeitssicherheit betreffen. Eingeführt hat sie André Morfeld, Ideenmanagement Koordinator des Geschäftsbereiches thyssenkrupp Materials Services. Schon rund 30 Mal kam der „Boxenstopp Fokus Arbeitssicherheit“, der seinen Ursprung in der japanischen Kaizen-Philosophie hat, in den letzten zweieinhalb Jahren erfolgreich zum Einsatz.

Jeder kommt zu Wort

So auch am Lagerstandort der thyssenkrupp Schulte GmbH in Essen. Zwei Tage lang haben der Geschäftsführer Lager und Logistik, Andreas Zinke, André Morfeld und das Occupational Safety & Health (OSH) Team der thyssenkrupp Schulte GmbH um Michael Figgel sich Zeit genommen, um mit den Mitarbeitenden vor Ort über Arbeitssicherheit zu sprechen und Gefahrenquellen zu identifizieren. Über alle Hierarchieebenen hinweg, hatte jeder dabei in einem Einzelinterview die Gelegenheit, ungefiltert und direkt am Arbeitsplatz zu beschreiben und zu zeigen, wo der Schuh drückt. Alle Rückmeldungen wurden gesammelt und nach Schwerpunktthemen geclustert. Zusammen mit dem lokalen Managementteam wurde dann definiert, welche Themen sich für die Workshops am darauffolgenden Tag eignen. Direkt am nächsten Tag wurden dann in Kleingruppen gemeinsam Ideen und Lösungsansätze zu den einzelnen Themen entwickelt, um die Sicherheit zu verbessern. „Jeder kommt zu Wort, jede Stimme zählt“, so André Morfeld, „das ist uns ganz wichtig. Wir haben nur dann eine Chance unsere Ziele im Arbeits- und Gesundheitsschutz zu erreichen, wenn wir wirklich alle Mitarbeitenden einbeziehen.“

Gefährliche Situationen erkennen und meiden

Ein wesentlicher Teil der Boxenstoppstrategie ist es, die Urteilsfähigkeit und das Verantwortungsbewusstsein der Kolleginnen und Kollegen in den Standorten zu stärken. „Es wird nie ohne klare Anweisungen in Bezug auf Arbeitssicherheit gehen, aber wir möchten den Menschen vor Ort den Rücken stärken und sie ermächtigen, selbst entscheiden zu können: diese Situation ist unsicher und deshalb begebe ich mich nicht in diese Gefahr“, erklärt Michael Figgel, Leiter Arbeitssicherheit und Gesundheit der thyssenkrupp Schulte GmbH.

Arbeitssicherheit – eine Frage der Wertschätzung

Ein wichtiges Zeichen für die Bedeutsamkeit des Themas Arbeitssicherheit ist auch die Teilnahme von thyssenkrupp Schulte Geschäftsführer Andreas Zinke, der zu allen Fragen der Mitarbeitenden rund um die Arbeitssicherheit Rede und Antwort steht. „Bei mir muss keiner ein Blatt vor den Mund nehmen, im Gegenteil. Mir ist es wichtig, in den unmittelbaren Dialog zu treten, Teil der Belegschaft zu sein, die Mitarbeitenden da abzuholen, wo sie stehen“, so Andreas Zinke. „Schließlich ist Arbeitssicherheit auch eine Frage der Wertschätzung, das möchte ich signalisieren.“

Gemeinsam Lösungen finden

Dass die Methodik „Boxenstopp Fokus Arbeitssicherheit“ zum Guten taugt, zeigen die Reaktionen der Belegschaften, die hoch motiviert mitmachen und die Möglichkeit wahrnehmen, sich aktiv einzubringen. Die Ergebnisse können sich jedenfalls sehen lassen. So konnte die Unfallhäufigkeitsrate in den letzten zwei Jahren von 6,2 auf 3,2 gesenkt werden. Standortspezifische Probleme in puncto Arbeitssicherheit zu lösen ist dabei nur eine Möglichkeit, die Methodik Boxenstopp anzuwenden. Langfristig gilt es für André Morfeld ebenso, andere Problemfelder und Bereiche zu definieren und in Angriff zu nehmen, um gemeinsam mit den Mitarbeitenden Lösungen zu finden. „Nach dem Boxenstopp weiterhin mit der Niederlassung in Kontakt zu bleiben und die Umsetzungen der vereinbarten Maßnahmen nachzuhalten, ist für uns ein Schlüssel zum Erfolg“, erklärt Michael Figgel, „schließlich ist der Boxenstopp nicht nur als einmalige Veranstaltung gedacht, sondern um den Arbeitsplatz nachhaltig zu verbessern. Das Ziel null Unfälle ist für uns eine Verpflichtung“.

 

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