Internationaler Weltfrauentag: Erfolg durch diverse Teams

Ausbildung bei thyssenkrupp | Ingenieurskunst | Karriere bei thyssenkrupp | Menschen bei thyssenkrupp | Unternehmenskultur | Bis heute sind Frauen in vielen Branchen unterrepräsentiert – auch bei Industrieunternehmen wie thyssenkrupp. Zum internationalen Frauentag am 8. März sprechen wir mit Tanneshia Kirby. Als Executive Vice President Quality der Aufzugsparte in Atlanta leitet sie heute ein großes Team von Mitarbeitern. Sie hat uns erzählt, warum Netzwerke dabei eine entscheidende Rolle spielen – und warum diverse Teams für Konzerne ein Segen sind.

Mit ihrem Wirtschaftsingenieursstudium am Georgia Institute of Technology hat sich Tanneshia Kirby schon früh für einen für Frauen auch heute noch außergewöhnlichen Weg entschieden. Als sie vor über drei Jahren zu thyssenkrupp kam, brachte sie viel Erfahrung mit. Von ihrer Zeit bei Global Playern wie IBM, Ford, Procter & Gamble, General Electric profitiert sie heute jeden Tag. „Ich habe gelernt, wie man in großen globalen Unternehmen arbeitet, wie man Probleme löst und wie man sein Netzwerk aufbaut und nutzt. Vor allem für Frauen spielt das Networking eine entscheidende Rolle in ihrer Karriere.“

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Tanneshia Kirby setzt sich für Frauen in Ingenieur- und Führungspositionen ein.

Eine aktuelle Studie der Northwestern University und der University of Notre Dame zeigt, dass es für Frauen vor allem auf die Qualität ihrer Netzwerke ankommt. Und weniger auf die Größe. Frauen, die ein stabiles Netzwerk pflegen – speziell mit anderen Frauen – , haben deutlich bessere Chancen auf Führungspositionen. Der Austausch mit Frauen ist deshalb auch für Tanneshia Kirby ein wichtiger Faktor ihres Erfolgs.

„Während meiner ganzen Karriere habe ich mich immer in Austauschnetzwerken engagiert, die es mir ermöglichten, sinnvolle Beziehungen zu anderen weiblichen Führungskräften aufzubauen, entweder als Mentorin oder als Mentee. Ich bin stolz darauf, dass ich viele talentierte Frauen für meine Teams gewinnen konnte. Diese Frauen inspirieren mich selbst jeden Tag, die bestmögliche Führungskraft zu sein. Ich bin dankbar, dass sie mich auf dieser Reise begleiten.“

Frauen bei thyssenkrupp waren schon immer stark

Frauen, die inspirieren und vorangehen – in der langen Geschichte von thyssenkrupp ist das keine Seltenheit. Starke Frauen haben im Konzern immer wieder besondere Rollen eingenommen. Ein Beispiel dafür ist Bertha Krupp, die nach dem Tod ihres Vaters den Krupp-Konzerns übernahm – im Alter von nur 16 Jahren. Die Alleinerbin engagierte sich enorm im sozialen Umfeld: Sie bot ihren Mitarbeitern betriebliche Sozialleistungen, häusliche Krankenpflege, baute Kliniken für kranke Kollegen und ihre Angehörigen und förderte auch den sozialen Wohnungsbau.

Genauso verantwortungsbewusst und schöpferisch zeigte sich die Erbin des Thyssen-Konzerns, Anita Gräfin Zichy-Thyssen. Gemeinsam mit ihrer Mutter errichtete sie die erste private wissenschaftliche Einzelstiftung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg – noch während sie den organisatorischen Wiederaufbau der Thyssen-Gruppe begleitete.

Zwei starke Frauen in Spitzenpositionen bei thyssenkrupp: Aufsichtsratsvorsitzende Martina Merz (links) und Prof. Dr. Ursula Gather, Kuratoriumsvorsitzende der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.
Zwei starke Frauen in Spitzenpositionen bei thyssenkrupp: Aufsichtsratsvorsitzende Martina Merz (links) und Prof. Dr. Ursula Gather, Kuratoriumsvorsitzende der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.

Auch heute prägen starke Frauen unser Unternehmen auf ganz entscheidenden Positionen. Die Aufsichtsratsvorsitzende Martina Merz bringt sich in alle wegweisenden Entscheidungen des Konzerns ein und ist dabei eine von nur zwei Frauen in Deutschland in einer vergleichbar verantwortungsvollen Rolle. Als Vorsitzende der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung vertritt Prof. Dr. Ursula Gather den größten Aktionär der thyssenkrupp AG.

Dass beide mehr als qualifiziert für ihre Positionen sind, zeigen ihre erfolgreichen Karrierewege. Beide bringen langjährige wissenschaftliche und unternehmerische Erfahrung mit – Ursula Gather etwa als Rektorin der Technischen Universität Dortmund und erfolgreiche Wissenschaftsmanagerin. Martina Merz ist studierte Maschinenbauingenieurin und bekleidete vor ihrer Zeit bei thyssenkrupp mehrere hochrangige Management-Positionen bei Bosch. So tragen beide mit ihrer Erfahrung aktiv zum Erfolg von thyssenkrupp bei.

Bis 2020 sollen 15 Prozent der Führungspositionen bei thyssenkrupp durch Frauen besetzt sein

Eine Herausforderung bleibt aber weiterhin bestehen: Es gibt nicht genug weiblichen Nachwuchs im wissenschaftlichen Bereich. Das zeigt sich bei thyssenkrupp mit einem Frauenanteil von aktuell 15 Prozent in der Belegschaft und 12 Prozent, wenn es um Führungspositionen geht.

Bis 2020 will thyssenkrupp auch hier auf mindestens 15 Prozent kommen – und damit die bereits bestehende Vielfalt im Konzern noch besser widerspiegeln. Ein Ziel, dem die geplanten Unternehmen thyssenkrupp Industrials und thyssenkrupp Materials ein großes Stück näher kommen werden. Für Tanneshia Kirby bringt Diversität Konzernen etliche Vorteile: „Wir müssen offen sein, für alternative Lösungswege und verschiedene Perspektiven, um unser Geschäft auszubauen und die Ergebnisse für unsere Kunden zu maximieren. Es kann nicht im Interesse eines Unternehmens sein, sich auf einheitliche Sichtweisen zu verlassen.“ Darauf legt sie auch beim Aufbau ihres engsten Mitarbeiterkreises Wert: „Ich habe eines der vielfältigsten Teams innerhalb des Unternehmens. Das ist es, was ich so schätze: Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, Sichtweisen und Kulturen alle in einem Team.“

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Frauen in MINT-Berufen sind nach wie vor unterrepräsentiert. Unser Ziel: 15 Prozent Frauen in Führungspositionen bis 2020.

„Es ist wichtig, wie eine Führungsrolle definiert wird“

Einen Unterschied zwischen männlichem und weiblichem Führungsstil sieht Tanneshia nicht. „Das Wichtigste für mich ist, wie ich die Rolle einer Führungskraft definiere. Eine Führungskraft muss in der Lage sein, Veränderungen voranzutreiben und andere zu entwickeln. Das muss auf eine konstruktive, kooperative Weise geschehen, nur so können Unternehmen schlussendlich ihre Ziele erreichen und es den Mitarbeitern ermöglicht, ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Im Laufe meiner Karriere hatte ich Kontakt zu vielen hochrangigen Führungskräften. Am meisten bewundert haben mich dabei jene Teamleiter, die in der Lage waren Veränderungen voranzutreiben und die Entwicklung anderer zu fördern, während sie authentisch, zugänglich blieben.“

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Unabhängig vom Geschlecht: Führungspositionen müssen das Unternehmen und das Team weiterentwickeln.

„Jeder muss Erfolg für sich selbst definieren“

Anderen Frauen, die eine Karriere in MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) anstreben, rät Tanneshia, ihren eigenen Weg zu gehen.“Sei authentisch. Definiere Erfolg für dich selbst. Beschränke dich nicht auf die Erwartungen, die andere an deine Karriere haben könnten.“ Beim Aufbau eines Teams sei außerdem Weitsicht wichtig: „Stelle großartige Leute ein, die eine Rolle völlig neu definieren können. Dabei ist nicht nur wichtig, was gerade gebraucht wird, sondern auch auf zukünftige Herausforderungen des Unternehmens.

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Bei thyssenkrupp war 2017 nur jeder achte Mitarbeiter eine Frau, eine überraschende Statistik für Tanneshia.

Tanneshia Kirby hofft, dass zukünftig deutlich mehr Frauen den Weg in Ingenieursberufe und in hohe Positionen finden: „Ich bin davon überzeugt, dass Vielfalt noch mehr Vielfalt anzieht. Als Führungskraft bin ich immer bestrebt, mit den besten Talenten der Branche zusammenzuarbeiten und weiß, dass zu den Besten auch Frauen mit unterschiedlichem Hintergründen, Perspektiven und Fachwissen gehören.“

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