Internationaler Weltfrauentag: Die Klimaexpertin in der Männerdomäne

Karriere bei thyssenkrupp | Menschen bei thyssenkrupp | Nachhaltigkeit und Klimaschutz | Unternehmenskultur | In der Industrie sind Frauen noch in vielen Bereichen unterrepräsentiert – so auch bei thyssenkrupp. Verändert sich denn überhaupt etwas? Zum internationalen Frauentag am 8. März sprechen wir mit Sandra Reus. Sie ist seit 2011 im Bereich „Umwelt- und Klimaschutz, Nachhaltigkeit“ bei thyssenkrupp Steel tätig. Als Expertin für Klimapolitik analysiert sie Gesetzgebungsvorhaben und Initiativen und welche Auswirkungen diese auf das Unternehmen haben. Sandra Reus erzählt, wie sie den Weg zu ihrer heutigen Position gemeistert hat.

Klimapolitik: Arbeiten am Puls der Zeit

Ein Lebenslauf in Kürze: Als junge Rechtswissenschaftlerin arbeitete Sandra Reus nach ihrem Studium an der Martin-Luther-Universität Halle/Saale am Lehrstuhl für Europa- und Völkerrecht und durchlief danach einige Stationen in Anwaltskanzleien. Dann der Wechsel in die Wirtschaft. Hier vertrat sie fünf Jahre lang als Public Affairs Managerin den thyssenkrupp-Konzern in Brüssel. Seit 2008 arbeitet sie als Expertin für Klimapolitik bei thyssenkrupp Steel Europe am Standort Duisburg. Das Thema Klima begeisterte Sandra Reus dabei schon immer: „Keines der anderen Politikfelder hat eine derartige Reichweite wie die Klimapolitik. Sie betrifft die Industrie genauso wie den Verkehr oder die Landwirtschaft und entscheidet über das Wohl und Wehe von Geschäftsfeldern. In Zeiten des Klimawandels sind wir alle unmittelbar betroffen“, erklärt sie. Für sie sei es großartig, so nah am Puls der Zeit zu arbeiten und den aktuellen Prozess in der Klimapolitik mitgestalten zu können.

„Kein Tag ist wie der andere“, sagt Sandra Reus. „Politik ist ein sehr schnelllebiges Geschäft und ich bin im Austausch mit den unterschiedlichsten Menschen zu essentiellen Dingen des wirtschaftlichen Lebens.“ Gerade das mache ihre Arbeit so spannend.

Teil sein des ersten Schritts in die richtige Richtung

Besonders stolz ist die Klimaexpertin aber darauf an der Klimastrategie von thyssenkrupp Steel beteiligt zu sein: „Die Veränderungen, die wir jetzt anstoßen und auf den Weg bringen, sind wegweisend und gewaltig. Wir wollen die eigenen CO2-Emissionen massiv senken und Stahl in 2050 vollständig klimaneutral herstellen.“ Im November letzten Jahres hat thyssenkrupp Steel am Standort Duisburg den ersten Versuch weltweit gestartet, Wasserstoff statt Kohlenstoff in einem Hochofen einzusetzen. „Das Vorhaben bedeutet einen völlig neuen Prozess. Es ist der Beginn der wasserstoffbasierten Stahlproduktion.“

klimaneutral, Stahlproduktion

Der erste Schritt hin zur klimaneutralen Stahlproduktion.

Frauen sind noch immer unterrepräsentiert in Politik – und anderen Arbeitsbereichen

Um an diesem Punkt stehen zu können und an solch großen Projekten beteiligt zu sein, musste Sandra Reus sich lange Zeit behaupten. Bis heute sind Frauen in zahlreichen Arbeitsbereichen unterrepräsentiert. „Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass man dort als Frau anfänglich sehr stark beäugt wird. Ich musste mich erst mal ganz schön beweisen, bevor ich von meinen männlichen Mitstreitern der eigenen aber auch der anderen Branchen als Gesprächspartnerin ernst genommen wurde“, erzählt sie.

In den ersten zehn Jahren ihres beruflichen Werdegangs – insbesondere in den beinahe sechs Jahren, in denen sie thyssenkrupp in Brüssel vertrat, habe sie vielleicht mit einer Handvoll Frauen zusammengearbeitet. „Das politische Brüssel war damals noch fest in der Hand von Männern, beschreibt Reus die damalige Situation bildlich. Am Standort Duisburg ist das aber anders: In der Abteilung „Umwelt- und Klimaschutz, Nachhaltigkeit“, in der Sandra Reus tätig ist, liegt der Frauenanteil bei fast 40 Prozent.

Politik, Frau

Als Frau in der Politik musste Sandra Reus sich zunächst beweisen.

Aber was muss von Seiten der Politik und Unternehmen getan werden, um das Thema Gleichberechtigung voranzutreiben? Wenn es die Arbeitsplatzgestaltung zulässt, sind vor allem flexible Arbeitsmodelle besonders wichtig. Es gilt, die Frauen und Männer dabei zu unterstützen, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren, meint Sandra Reus. „Die thyssenkrupp Steel Europe AG hat da gerade einen großen Schritt gemacht und eine Betriebsvereinbarung zum mobilen Arbeiten verabschiedet. Dieser Weg sollte konsequent weiter beschritten werden. Ich werde jedenfalls von dieser Möglichkeit Gebrauch machen.“

Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein Muss im Konzern

thyssenkrupp arbeitet stets daran den Frauenanteil von aktuell 15,4 Prozent im Konzern zu steigern: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf steht deshalb ganz oben auf der Prioritätenliste. Mit Angeboten wie dem Eltern-Kind-Office, der Betriebseigenen Kita sowie Dienstleistern für Kinderbetreuung wie famplus oder Hotlines für Angehörigenpflege und psychosoziale Hilfe werden Frauen und Männer im Unternehmen weltweit unterstützt. Außerdem wird darauf geachtet, dass Frauen in den Talentpools ebenso repräsentiert sind wie Männer und sie in Besetzungsprozessen angemessen und fair berücksichtig werden. Das Ziel des Diversity-Managements des Konzerns: Bis 2020 sollen 15 Prozent der Führungspositionen bei thyssenkrupp durch Frauen besetzt sein. Gegen Ende des letzten Jahres lag diese Zahl bei 12,6 Prozent.

Sandra Reus ist sich sicher, um etwas zum Positiven für Frauen zu bewegen, müssen auch Männer die Möglichkeit haben, sich für Elternzeit zu entscheiden.

Von der Kinderbetreuung, die thyssenkrupp für die Belegschaft anbietet, hat auch Sandra Reus profitiert. Am Standort Duisburg eröffnete die Betriebs-Kita „Stahlsternchen“ gerade, als ihr eigenes Kind das Kita-Alter erreichte. „Die Betreuungszeiten von 7.00 Uhr bis 18.00 Uhr sind sensationell, der Betreuungspersonalschlüssel und die kleinen Gruppen ebenso. Das hat mir nach meiner Elternzeit guten Gewissens den schnellen Wiedereinstieg in die Vollzeitbeschäftigung ermöglicht“, erinnert sie sich zurück. Aktuell nutze sie zudem die Möglichkeit, mobil zu arbeiten.

Nachholbedarf im MINT-Bereich

Trotz vieler Initiativen in Schulen, Hochschulen und Unternehmen, junge Frauen in Ingenieur- und naturwissenschaftlichen Berufen zu fördern, ist vor allem der MINT-Bereich immer noch eine Männerdomäne. Hier besteht noch immer Verbesserungsbedarf. Die Förderung von Frauen in MINT-Fächern ist ein Ziel, zu dem sich thyssenkrupp schon lange bekennt. So engagiert sich thyssenkrupp beispielsweise bei dem Netzwerk Femtec, das Stipendien an MINT Studentinnen vergibt und weiblichen Talenten den Einstieg in ingenieurwissenschaftliche Berufe erleichtert. Auch das Programm „tk Talents“ unterstützt bei der Identifikation und Förderung von Nachwuchsführungskräften. Hier wurden im Geschäftsjahr 2018 / 2019 mehr als 1.700 Talente identifiziert. 23 % von diesen Talenten sind Frauen.

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