Innovation in der Hochseefischerei: Wie wir Beifang vermeiden und Weltmeere schützen

Innovationen | Nachhaltigkeit und Klimaschutz | Mit oXeanpedia leisten wir einen kleinen Beitrag, um den Eingriff der Fischerei in die Ökologie der Weltmeere zu minimieren.

Anfang 2020 schaffte es thyssenkrupp zum fünften Mal in Folge unter die 100 aktivsten Unternehmen im Ranking des Europäischen Patentamts. Allein im Jahr 2019 meldete die Unternehmensgruppe weltweit mehr als 600 Erfindungen erstmalig zum Patent an. Diese Innovationskraft und das Ziel, schon heute die Technologien von Morgen zu entwickeln, trieb auch unsere Spezialisten bei thyssenkrupp Marine Systems in der Entwicklung des Unterwasserfahrzeug oXeanpedia an. Das autonome Vehikel für nachhaltige Hochseefischerei zum Schutz der Artenvielfalt unserer Weltmeere ist eine von mehr als 22.000 Innovationen, die in der 125-jährigen Patentgeschichte des Unternehmens geschützt wurden.

Hochseefischerei muss nachhaltiger werden

Die Hochseefischerei steht auch heute noch unter großem Druck, sowohl nachhaltig als auch kosteneffizient zu fischen. Vor allem unerwünschter Beifang ist ein großes Problem in der Branche: Trotz ausgefeilter Technik an Bord und jahrelanger Erfahrung können Kapitäne nie sicher wissen, wie ein Fischschwarm in ihrer Nähe genau zusammengesetzt ist. Das Ergebnis: Neben dem Zielfisch gehen den Fischern große Mengen anderer Fischarten und Meerestiere ins Netz und kosten sie wertvollen Umsatz. Denn der Beifang darf nicht einfach zurück ins Wasser geworfen werden. Stattdessen müssen die Fischer ihre ungeliebte Beute an Land bringen und zu niedrigen Preisen an Fischmehlproduzenten verkaufen. Eine Situation, die weder Fischer noch Fische erfreut.

Um die Fischerei lukrativer für die Fischbetriebe zu gestalten und die Ökologie der Meere vor unnötigem Beifang zu schützen, haben die Entwickler von thyssenkrupp Marine Systems ein autonomes Unterwasserfahrzeug namens oXeanpedia entwickelt, mit dessen Hilfe der Fischer vorm Auswerfen seiner Netze genau prüfen kann, welche Art von Fischschwarm sich gerade in seiner Nähe befindet. Die patentierte Technologie ermittelt Fischarten und Größenverteilung der Fische mittels Kamera, sodass der Fischer auf den Fang verzichten kann, wenn es sich um einen Jungtierschwarm handelt oder einen gemischten Schwarm, der Fischarten enthält, die als Beifang zu werten sind.

Patentierte Basistechnologie für das autonome Unterwasser-Vehikel oXeanpedia

Diese Basistechnologie wurde bereits durch das Patent DE 10 2017 216 608 B3 geschützt. Inzwischen wurden sieben weitere Patentanmeldungen eingereicht, welche sich auf Themen wie effiziente Fertigungsmethoden, Navigation, optische Erfassung oder Wiederaufnahme des Unterwasserfahrzeugs beziehen. So nutzt oXeanpedia unter Wasser intelligente Algorithmen, um den Fischschwarm besonders effizient zu durchqueren und ein repräsentatives Bild der Fische zu bekommen. Zur Erkennung der Fische werden Verfahren verwendet, die auf künstlicher Intelligenz basieren. Hierdurch kann das System schnell lernen, welche Fische es in einem Schwarm sieht.

Um oXeanpedia im Fischeralltag leicht einsetzbar zu machen, wurde das Unterwasserfahrzeug besonders leicht konzipiert, um von einem Fischer allein über Bord geworfen und leicht wieder auf das Schiff zurückgeholt werden zu können. So leistet thyssenkrupp einen kleinen Beitrag, um den Eingriff der Fischerei in die Ökologie der Weltmeere zu minimieren.

Die Patentabteilung von thyssenkrupp gehört zu den ältesten des Landes. Jährlich schützen die Kollegen rund 600 neue Innovationen durch Patentierungen. Wie die Arbeit der Intellectual Property Experte aussieht, erklärt Dr. Stephan Wolke, CEO der zentralen Patentabteilung auf  engineered.

 

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