Im Silicon Valley für urbane Mobilität

Urbanisierung | Die Zukunft entsteht in Nordspanien: Das Innovation Center von thyssenkrupp Elevator in Gijón entwickelt wegweisende Erfindungen wie den ACCEL. Die Institution ist einer der wichtigsten Ideenlieferanten des ganzen Konzerns. Ein Grund dafür: es wird unkonventionell gearbeitet.

Ein neuartiges Transportsystem mit hoher Kapazität und besonders hohen Geschwindigkeiten – ohne Wartezeiten für die Fahrgäste: Die Präsentation von ACCEL bedeutete für thyssenkrupp den Einstieg ins Nahverkehrsgeschäft und sorgte für Aufsehen – weit über die Grenzen des Fachpublikums hinaus. Knapp zehn Monate ist das jetzt her, seitdem dreht der mit Linearmotortechnik aus der Magnetschwebebahn Transrapid angetriebene Prototyp seine Runden in Gijón. In der Industriestadt an Spaniens Nordküste befindet sich das Innovation Center von Elevator. Aktuell wird zusammen mit Kollegen aus Deutschland am seillosen Aufzug MULTI geforscht: ebenfalls per Transrapid-Technik angetrieben, mit mehreren Aufzugskabinen pro Schacht. Seit Kurzem läuft ein voll funktionsfähiges 1:3-Modell. Wo? Natürlich in Gijón!

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Der ACCEL-Prototyp im Innovation Center in Gijón.

Rund 40 Ingenieure unterschiedlichster Disziplinen arbeiten an Transportlösungen für die Zukunft: innovative Fahrtreppen, Fahrsteige, Aufzüge, Fluggastbrücken und auch völlig neuartige Ansätze. 56 Patente meldete das Innovation Center in den vergangenen sechs Jahren an, mehr als 55 Projekte wurden entwickelt, zudem zahlreiche Preise gewonnen. Das Massachusetts Institute of Technology (MIT), eine der führenden Adressen im Bereich der Technologieforschung, hat kürzlich thyssenkrupp in seine Liste der „50 Smartest Companies for 2015“ aufgenommen – insbesondere die aktuellen Innovationen wie ACCEL oder MULTI wurden damit gewürdigt.

Gelernt von Apple und Google

Dass sich das Zentrum zu einer der wichtigsten Quellen für Innovationen des gesamten Konzerns entwickeln konnte, liegt an der ungewöhnlichen Arbeitsweise vor Ort, sagt Javier Sesma, General Manager des Innovation Center. „Die Büros haben keine Trennwände, sind komplett offen, jeder Arbeitsplatz ist mobil – das fördert die Kommunikation und somit den Austausch von Ideen.“ Kreativität als eine der obersten Maximen: Der Geist von Silicon Valley ist im Innovation Center spürbar. Auch eine andere Lektion wurde von amerikanischen Technologie-Giganten wie Apple und Google gelernt. Neue Produkte müssen schnell, aber dennoch ausgereift auf den Markt gebracht werden. Nur so lässt sich die Konkurrenz abhängen. „Wir können bei uns Prototypen virtuell am Rechner entwickeln und testen“, berichtet Sesma. „Das spart Geld und Zeit.“ Erst wenn alles passt, wird die Technik „richtig“ gebaut. In den Laboren können Prototypen bis hin zum Original-Maßstab montiert und in Betrieb genommen werden.

 

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Javier Sesma, General Manager des Innovation Center.

Eine große Rolle für das Innovation Center spielt auch seine Umgebung. Es liegt in der so genannten „Meile des Wissens“: In direkter Nachbarschaft befindet sich die Polytechnische Universität von Gijón, die Universidad Laboral, sowie ein Technologiepark mit zahlreichen weiteren Unternehmen. Mehr als 10.000 Mitarbeiter aus Wissenschaft, Industrie und Kreativbranche treffen hier aufeinander. Sie tauschen sich untereinander aus, lernen voneinander und entwickeln gemeinsame Projekte – über die verschiedenen Disziplinen hinweg. So ist sichergestellt: Die nächste gute Idee kommt bestimmt.

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Die Universidad Laboral in Gijón/Spanien bietet den Ingenieuren von thyssenkrupp Elevator optimale Arbeitsbedingungen.

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