Hinter den Kulissen der Formula Student

Ausbildung bei thyssenkrupp | Automotive-Sektor | Menschen bei thyssenkrupp | Wer kann schon von sich behaupten, selbst einen Rennwagen bauen zu können? Die Mitglieder des AMZ Racing Teams der ETH Zürich können es! Gemeinsam mit den Steering-Kollegen Adrian Liensberger und Jonas Lübbig. Im Rahmen der Formula Student lenkten diese den Sportwagen "Mythen" der ETH Zürich zum Erfolg!

Erfolgreiche Zusammenarbeit über die Jahre hinweg

Seit über 10 Jahren ist thyssenkrupp ein Teil der Formula Student. Dieser Wettbewerb bringt bekanntlich nicht nur die jungen Rennwagenentwicklerinnen und -entwickler weiter, sondern auch unsere Automotive-Profis, die die Studierenden mit ihrem Know-how und Fachwissen unterstützen. Wer denkt, dass es bei diesem Wettkampf – wie bei anderen Autorennen – um die beste Zeit geht, täuscht sich. Denn Gewinner ist nicht unbedingt das Team mit dem schnellsten Auto. Hier muss das Gesamtpaket stimmen: die Konstruktion, die erbrachte Leistung, eine gute Finanzplanung und überzeugende Verkaufsargumente. Auch letztes Jahr teilten thyssenkrupp Experten ihr Wissen mit den talentierten Studierenden in Sachen Ingenieur- und Business-Kompetenz sowie im Bereich der Fertigung. Aber auch die frischen Ideen der studentischen Entwickler hatten einen enormen Lerneffekt für unsere Mitarbeiter. Ein konkretes Beispiel: Dank CNC-Fräser Jonas Lübbig und Auszubildender Adrian Liensberger konnten Neuentwicklungen für das Lenksystem im AMZ Racing-Team Rennwagen umgesetzt werden. Wir haben nachgefragt, was die Teilnahme an der Formula Student 2019 für die zwei bedeutete.

Titan-Arbeit

Adrian befand sich im dritten Jahr seiner Ausbildung zum Polymechaniker, als er sich für eine Teilnahme bei der Formula Student in unserem Ausbildungszentrum entschied. Dafür war nicht zuletzt seine Liebe zu Autos und zur Arbeit mit Metall verantwortlich. Adrian hat sich gründlich auf die exklusive Anfertigung vorbereitet. Als klar war, dass die Lenkwelle in seine Verantwortung fällt, informierte er sich bei seinen Vorgängern: „Einige Azubis konnten bereits viel Erfahrung bei diesem Projekt sammeln und hatten ein paar nützliche Tipps für mich. Zum Beispiel wie man ein Teil am besten verspannt, damit es nicht krumm wie eine Banane wird“, lacht der Auszubildende.

Zusammen mit seinem Coach Jonas Lübbig verwirklichte Adrian den Traum der jungen Ingenieure von einem eigenen Rennwagen. Dies erforderte viel Fingerspitzengefühl und höchste Konzentration: „Die Teile, die wir für diesen Flitzer gefertigt haben, waren lang, dünn und aus Titan, einem sehr anspruchsvollen Material“, teilt Lübbig mit. „Hier mussten wir sehr gut aufpassen, dass man nicht zu viel zustellt. Denn wenn ein Riss entsteht, kann man von vorne anfangen“, blickt Adrian zurück. Die Perfektion nahm kostbare Zeit in Anspruch. Unsere Experten verbrachten einige Abende in der Werkstatt mit dem Ziel, das perfekte Ergebnis zu liefern: „Es war eine intensive aber auch sehr wertvolle Zeit“, unterstreicht Lübbig.

Vom Azubi zum Profi in Sachen Expressfertigung

Doch auch wenn man mit höchster Präzision am Auftrag arbeitet, können Dinge passieren, die keiner vorhersehen konnte: „Das AMZ Racing-Team stellte nach dem Einbau der fertigen Teile fest, dass das Auto zu wenig Lenkeinschlag hatte. Also kam auf uns eine Expressfertigung einiger Komponenten zu“, erinnert sich Adrian. Das unschlagbare Team schaffte das Unmögliche: In weniger als drei Wochen konnten die neue Ersatzteile gefertigt werden – Schleifen, Verzahnen, Rundschleifen und die Beschichtung bei einer externen Firma selbstverständlich inbegriffen. Zum Vergleich: Dieser Prozess dauert in der Regel sechs bis sieben Wochen. „Ich bin sehr stolz darauf, dass wir so eine Leistung mit viel Power und in kürzester Zeit gebracht haben. Man wächst nämlich an Herausforderungen“, meint der Betreuer. Dies bestätigt auch Adrian: Anfangs war die Titanbearbeitung, die so zum ersten Mal gemacht wurde, für den jungen Polymechaniker eine komplett neue Erfahrung. Ein paar Schliffe und Bohrungen später wurde er zum Profi in Sachen Titanfertigung. Dies konnte er bei den Lenkwellen, die er gedreht hat, unter Beweis stellen. Denn einer davon ging bei der Nachbearbeitung in der externen Firma kaputt. Für Adrian hieß es wieder – ran an die Arbeit. „Ich konnte das kaputte Teil schnell nochmals fertigen. Ich hatte bereits ein Händchen dafür“, sagt Adrian. Dieses unglaubliche Gefühl, einen eigenen Rennwagen zu bauen, vereint alle Beteiligten bei der Formula Student.

Bei diesem Projekt lernen Experten und Studenten voneinander und vor allem miteinander voranzukommen. Die nächste Saison 2020 läuft bereits auf Hochtouren. Das freut Jonas Lübbig sehr: „Es ist toll, das fertige Auto zu sehen und zu wissen, dass ich ein Teil davon bin.“

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