Hackathon #hack4tk: Von Smart Hacking zu Smart Processing

Digitalisierung und Industrie 4.0 | Innovationen | Unternehmenskultur | Am 3. und 4. Juli ist es soweit: Der Hackathon geht bei thyssenkrupp in die inzwischen vierte Runde. Dann heißt es wieder kreative und unkonventionelle Lösungen in nur 24 Stunden designen, konzeptionieren und programmieren. Experten Juroren bewerten am Ende die Prototypen und prämieren den Gewinner.

Wer bei Hackathons an abgehobene und unrealistische Ideen denkt, die sowieso nicht das Licht des wirklichen Geschäfts erblicken, kann sich bei thyssenkrupp vom Gegenteil überzeugen lassen: Was letztes Jahr noch die Gewinneridee war, ist heute bereits im Business integriert – so geschehen bei Materials Services.

Als Team „Nebuchadnezzar“ traten zwei Studenten der Hochschule Ruhr-West in Bottrop, ihr Professor und eine UX-Expertin an, um auf dem Gebiet der Metallverarbeitung eine Lösung zur Frage zu entwickeln: Wie kann das Pricing bei thyssenkrupp effizienter und für den Kunden transparenter gestaltet werden? Die Lösung heißt heute „Smart Processing“ und ist bereits im Einsatz im Brenn-Center von thyssenkrupp Schulte in Düsseldorf. Neben den Studenten um Prof. Malte Weiß war Jan Crommelinck als Projektleiter aus dem Digital Transformation Office (DTO) der Sparte und Dominic Rainer als Vertriebsleiter des Brenncenters an der Entwicklung beteiligt.

In nur wenigen Klicks zum Auftrag

Inspiriert wurde das DTO von kommerziellen Lösungen, bei denen Kunden ihre CAD-Zeichnungen hochladen und so ihre Laserzuschnitte in Auftrag geben können. Auch Standorte von Materials Services haben ähnliche Anforderungen. „Solche Systeme haben sich allerdings als inflexibel erwiesen“, erzählt Jan Crommelinck. „Deshalb musste eine neue Lösung her, die wir für den gesamten Bereich skalieren können. Das haben wir als Challenge im letzten Jahr eingereicht und Team Nebuchadnezzar hat uns eine Lösung geliefert, die uns voll überzeugt hat.“

Nach dem Hackathon ging es für das Team in die eigentliche Projektphase: Gemeinsam mit dem DTO und dem Brennbetrieb in Düsseldorf entwickelten sie in nur drei Monaten den ersten funktionsfähigen Prototypen, der inzwischen seit März im Einsatz ist und kontinuierlich im selben Team weiterentwickelt wird.

Zuschnitte maximal effizient

Mit dem neuen Tool lassen sich in Sekundenschnelle Angebote für die Anarbeitung von Blechen erstellen. „Wenn Kunden früher ein Angebot für Blechzuschnitte brauchten, mussten die Kollegen aus verschiedensten Abteilungen ran“, erzählt Dominic Rainer, Leiter des Vertriebs des Brennbetriebs, „Das war sehr zeitintensiv, so dass unsere Kunden teilweise lange auf ein Angebot warten mussten.“

Schnellerer Zuschnitt dank digitalem Prozess: In Düsseldorf bietet Kunden aus der Metallgeschäft seit März eine innovative Lösung für die Materialverarbeitung.

Schnellerer Zuschnitt dank digitalem Prozess: In Düsseldorf bietet Kunden aus der Metallgeschäft seit März eine innovative Lösung für die Materialverarbeitung.

Heute passiert dieser Vorgang im Brenn-Center fast vollautomatisch: Die Kolleginnen und Kollegen im Vertrieb geben die Spezifika ein oder laden sie per DXF-Datei hoch. Das System berechnet in wenigen Sekunden, wieviel Blech gebraucht wird, wie die Zuschnitte gelegt werden und produziert ein Angebot mit einem Klick. „Der Erfolg der Lösung zeigt sich auch im Feedback der Kunden. Die ungekannte Geschwindigkeit unserer Angebote auch für komplexe Anfragen überzeugt unsere Kunden bereits vor der Bestellung“, so Dominic Rainer.

Projekt mit Zukunft

Von Anfang an war das Hackathon-Team dabei. Und hat Zuwachs bekommen: Inzwischen ist ein weiteres Mitglied bei dem Projekt an Bord. Das wird auch nötig sein, denn „Smart Processing“ geht in die nächste Ausbaustufe. Nicht nur soll das System jetzt auch auf andere Standorte von Materials Services – von Polen über die Niederlande und Österreich bis nach Spanien – ausgeweitet werden: Im nächsten Schritt sollen auch Kunden direkten Zugang erhalten.

Für Jan Crommelinck war die Entwicklung die beste Kombination aus zwei Welten „Wir haben hier keinen klassischen Ansatz, sondern einen agilen Projektansatz verfolgt. Uns war es wichtig, erstmal zu zeigen, dass wir eine einsatzfähige Lösung bauen können. Das hätten wir in dieser Form und mit so einem schnellen Erfolg ohne die Hilfe des Hackathon-Teams und der direkten Beteiligung der Vertriebsmannschaft aus Düsseldorf nicht machen können.“

Grund genug auch dieses Jahr wieder eine Challenge beim Hackathon einzureichen: „Wir freuen uns, dass wir auch dieses Jahr wieder dabei sind. Und natürlich sind wir umso gespannter, was für Lösungen wir vorgestellt bekommen!“

Seid ihr auch interessiert? Hier gibt es alle die Informationen rund um den diesjährigen Hackathon!

Autor

Eckhard Winterberg
  • geschrieben von Eckhard Winterberg
  • 2. Juli 2019

Super Leistung, Danke an das ganze Team & die Unterstützung aus dem DTO!

    Autor

    Benny
    • geschrieben von Benny
    • 10. Juli 2019

    Kann mich nur anschließen! Vielen Dank!

    Es war eine Freude, dabei zu sein…

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