Hackathon #hack4tk: Innovationen in 24 Stunden

Digitalisierung und Industrie 4.0 | Innovationen | Unternehmenskultur | Knapp 70 Tüftler und Programmierer, ein kompletter Tag vor den Laptops, eine Aufgabe: die Challenges beim thyssenkrupps Hackathon #hack4tk meistern.

Julian Martens hat seine eigene Strategie gegen die Müdigkeit entwickelt: „Ganz einfach: coden, bis der Arzt kommt. Die Helligkeit vom Bildschirm hält mich wach. Und ich trinke natürlich viel Wasser, das hilft.“ Seine Mitstreiter greifen da schon auf härtere Sachen zurück: 55 Liter Kaffee und 115 Energydrink-Dosen sollten in diesen 24 Stunden ihre Augen offen und die Gehirne wachhalten. Worum es eigentlich geht? Den Hackathon #hack4tk, bei dem thyssenkrupp zum dritten Mal infolge Coder, Konzepter, Designer und Experten an einen Tisch bringt. Oder besser: an viele Tische.

Durchblick im Post-it-Dschungel: Beim Hacken gegen die Zeit ist gute Organisation alles, um den Konkurrenten am Ende voraus zu sein.Durchblick im Post-it-Dschungel: Beim Hacken gegen die Zeit ist gute Organisation alles, um den Konkurrenten am Ende voraus zu sein.

Coden und Hacken – #ruhrpott-Style

Der Schauplatz: die Grand Hall der Zeche Zollverein in Essen. Ein besonderer Ort, nicht nur für das Ruhrgebiet. Als Steinkohlebergwerk schrieb die Zeche ab 1851 in Deutschland Industriegeschichte – heute ist sie als UNESCO-Weltkulturerbe bekannt und steht stellvertretend für den Wandel des Ruhrgebiets vom Kohlenpott zum Kultur-Hotspot.

Die Zeche Zollverein: Hacken, wo einst die Kumpel hackten.Die Zeche Zollverein: Hacken, wo einst die Kumpel hackten.

Dass an diesem geschichtsträchtigen Ort einmal Quellcodes geschrieben und Hard- und Software entwickelt würde, hätte damals wohl kein Bergarbeiter vermutet. Aber der Veranstaltungsort zeigt: Das Ruhrgebiet und seine Unternehmen sind heute moderne Industrie, mit allen Facetten. Deshalb trägt die 2018er Hackathon-Auflage von thyssenkrupp auch das Motto #ruhrpott.

Frischer Input für beide Seiten

Vom Hackathon selbst verspricht sich thyssenkrupp dabei vor allem eines: reichlich neue Digital-Ansätze für die Zukunft des Unternehmens. „Beim Hackathon generieren unsere Teilnehmer frische Ideen, weil sie als Außenstehende out-of-the-box denken“, erklärt Initiator Jörn Ossowski.

Diese Leidenschaft und Denkweise spüren alle Anwesenden von der ersten Minute an. Einen Tag lang tüfteln Entwickler, Studenten, Kreative und Designer vor Ort an ihren Zukunftsideen. Zunächst stehen die insgesamt 17 Teams aber vor einer schwierigen Entscheidung: Welcher Challenge wollen sie sich stellen? Denn: In den kommenden 24 Stunden werden sie gemeinsam mit Experten Lösungsansätze für die gewählte Herausforderung entwickeln, verwerfen und wieder neu denken.

Logistik mit mehr Durchblick

Bei der finalen Präsentation setzen sich schließlich drei Teams durch. Die Sieger von Nebuchadnezzar, ein Team aus Mitarbeitern der thyssenkrupp-Sparte Materials Services, stellen ihre neuen Ideen auf dem Gebiet „Transparency“ in der Metallverarbeitung vor. Eine entscheidende Frage hat sie in den letzten 24 Stunden bewegt: Wie kann der Einkauf von Materialien für den Kunden transparenter – und für thyssenkrupp effizienter – gestaltet werden? Denn jeder Standort hat seine speziellen Fertigungs-Spezialisierungen, die teils noch nicht optimal eingesetzt werden. Die Lösung von Nebuchadnezzar: ein cloudbasierter Konfigurator, in dem MX-Standorte ihre Kapazitäten hinterlegen und Kunden ihre gewünschten Produkte via Browser in Echtzeit modellieren und den Weg ihrer Artikel nachverfolgen können, inklusive Preis, verwendetem Material und weiteren Details.

Die zweitplatzierten Daten-Spezialisten von Neusta zeigen an diesem Dienstag wertvolle Ansätze für intelligente Drohnen. Als Dritter überzeugt DODOS mit ihren Lösungen zum spannenden Thema „Social Foresight“.

Beim Hackathon ist Teamarbeit alles

DODOS, das ist auch das Team von Julian Martens. Der Werkstudent und seine Mitstreiter waren von Anfang an begeistert von ihrer Hackathon-Challenge: „Es geht darum, in die Glaskugel zu schauen und vorauszusehen, wie die Zukunft wird.” Die wichtigste Erkenntnis des 29-Jährigen an diesem Tag hat allerdings nichts mit Codes und Programmierung zu tun. „Die Zusammenarbeit ist essenziell. Denn nur in einem funktionierenden Team ist es möglich, die Challenges innerhalb der kurzen Zeit zu lösen.”

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