Gegen das Vergessen – thyssenkrupp zu Besuch in Yad Vashem

Ausbildung bei thyssenkrupp | Engagement | Geschichte | thyssenkrupp ist ein besonderes Unternehmen. Das liegt auch an der über 200-jährigen sehr bewegten Geschichte. Vor allem was die aktive Rolle des Unternehmens im Nationalsozialismus und im Dritten Reich angeht, erfordert die Geschichte des Unternehmens, sich kritisch und schonungslos mit ihr auseinanderzusetzen. „Hier nimmt uns unsere Geschichte in die Pflicht. Dem stellen wir uns und zeigen klare Haltung. Wir haben die Verantwortung, unseren Teil dazu beizutragen, dass das Erinnern lebendig bleibt und das ‚Nie wieder‘ nicht an Kraft verliert“, betont Oliver Burkhard, Mitglied des Vorstands der thyssenkrupp AG. Beispiele dafür sind die Studienfahrten nach Auschwitz und Dachau, die seit vielen Jahren unter dem Motto ‚Gegen das Vergessen‘ von der Konzern-Jugend- und Auszubildendenvertretung angeboten werden.

„Gegen das Vergessen“ ist auch der Grundgedanke der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem: ein lebendiges Denkmal des jüdischen Volkes für den Holocaust, das die Erinnerung an die Vergangenheit bewahrt und ihre Bedeutung an kommende Generationen vermittelt. 1953 gegründet als weltweites Zentrum der Dokumentation des Holocaust, seiner Erforschung und Lehre sowie des Gedenkens, ist es heute eine lebendige Begegnungsstätte für Menschen aus aller Welt.

Yad Vashem hat für thyssenkrupp eine vielfältige Bedeutung. Nicht nur durch die Dokumentation und Aufbereitung des Holocaust, sondern auch durch die Würdigung derer, die ihr Leben aufs Spiel setzten, um Juden zu retten. Ihnen wird in Yad Vashem mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ gedacht. Dazu zählt auch Berthold Beitz, langjähriger Generalbevollmächtigter von Fried. Krupp und einer der Architekten der thyssenkrupp AG, der als junger Kaufmann gemeinsam mit seiner Frau Else hunderten Juden in Boryslaw, dem damaligen Polen, das Leben rettete.

Vor dem Hintergrund dieser Bedeutung und der Verantwortung, sich immer wieder mit dem Holocaust auseinanderzusetzen, haben im September 2019 – im 75. Jahr nach der Befreiung des Konzentrationslagers in Auschwitz – 12 junge Beschäftigte gemeinsam mit dem damaligen CEO Guido Kerkhoff Yad Vashem besucht.

Die Reise, die gemeinsam mit dem Konzernbetriebsrat organisiert wurde, umfasste neben dem Besuch der Gedenkstätte auch Führungen durch Jerusalem und Tel Aviv. „Viele von uns sind das erste Mal nach Israel, speziell Jerusalem und Tel Aviv, gereist. Die Offenheit der Menschen, mit der wir trotz unserer Herkunft willkommen geheißen wurden, hat mich wirklich beeindruckt“, erzählt Anna Schreiber, 20, duale Studentin bei thyssenkrupp Materials Trading und Teilnehmerin der Fahrt.

In Yad Vashem besuchte die Gruppe das Museum zur Geschichte des Holocaust, die Fotoausstellung, die Halle der Namen, wo die Gedenkblätter für Millionen von Holocaustopfern aufbewahrt werden und die Gedenkstätte für die etwa 1,5 Millionen jüdischer Kinder, die im Holocaust ermordet wurden.

Yad Vashem hat das Ziel, jedem Opfer des Holocausts einen Namen zu geben und ihre Geschichten zu erzählen. „Heute werden immer noch pro Monat zwischen 300 und 400 neue Namen und Schicksale identifiziert. Dadurch werden die Erfahrungen und das Entmenschlichende unglaublich nah und spürbar. Das hat mich zutiefst bewegt.“, erklärt Jill Hirschmann, 26, Manager Corporate Controlling bei thyssenkrupp Elevator nach der Fahrt.

Felix Pfüller, 21, dualer Student bei thyssenkrupp System Engineering: „Inhaltlich hat mich die Fotoausstellung am meisten gefesselt. Gerade in Bezug auf die aktuelle gesellschaftliche Debatte über soziale Medien und Fake News ist die Auseinandersetzung mit der Macht, welche von Bild und Ton ausgeht, beeindruckend und schockierend zugleich.“

„Am Ende des Tages in Yad Vashem wurde mir noch bewusster, dass wir die Verantwortung haben, uns aktiv zu erinnern und gegen das Vergessen zu stellen“, fasst Anna den Besuch in Israel zusammen.

 

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