Formula Student Racing Day: Studiengang? Master of Motorsport! Dozent? thyssenkrupp!

Automotive-Sektor | Ingenieurskunst | Karriere bei thyssenkrupp | Einen eigenen Rennwagen zu bauen ist der Traum vieler junger Ingenieurstudenten. In der Formula Student wird dieser Traum wahr. Aber um im Spitzenfeld des internationalen Wettbewerbs mitzufahren, sind starke Partner für die universitären Rennteams unverzichtbar. Mit dem Racing Day in Österreich unterstützen die Automotive-Profis von thyssenkrupp die von ihnen gesponserten Teams sowohl bei der Konstruktion ihrer Hightech-Racer als auch in Sachen Business-Kompetenz. Ohne Druck, aber mit viel Automotive-Erfahrung. Und der großen Chance auf den perfekten Karrierestart.

Ein Freitagvormittag in Röthis, Vorarlberg, Österreich. Wenige Kilometer von Liechtenstein und der Schweiz entfernt bereiten sich sechs Racing-Teams auf den Start der neuen Saison vor. Eine Generalprobe – am heißesten Tag des Jahres. Konzentriert schrauben Jodok Hämmerle und seine Kollegen von „TU Graz Racing“ bei 35 Grad an ihrem schwarzen Rennwagen. Die Zeit drängt. Trotzdem nimmt sich der junge Ingenieur die Zeit für einen Lagebericht: „Wir haben gerade eine kleine Unebenheit auf der Strecke entdeckt. Also müssen wir noch etwas justieren, damit uns der Frontflügel nicht weg bricht.“

Letzte Absprachen vor dem Start: Das Team von "TU Graz Racing" auf dem thyssenkrupp Racing Day

Letzte Absprachen vor dem Start: Das Team von „TU Graz Racing“ auf dem thyssenkrupp Racing Day

Die anwesenden Ingenieure, Zahlenkenner und Rennfahrer sind keine Profis, sondern hoch motivierte Studierende der Formula Student. Jodok ist einer von ihnen. Wie seine Teamkollegen arbeitet er am Abschluss an der TU Graz. Heute hat thyssenkrupp ihn und 64 weitere Studierende aus Bern, Konstanz, Zürich, Ravensburg, Innsbruck und Graz zum thyssenkrupp Racing Day eingeladen.

thyssenkrupp Racing Day: voller Einsatz vor dem Saison-Start – ohne Konkurrenzdenken

Beim thyssenkrupp Racing Day geben die Automotive-Experten des Technologiekonzerns aufstrebenden Rennsport-Talenten aus der Formula Student die Chance sich auszutauschen, erfahrene Experten um Feedback zu bitten und ihre Autos unter echten Rennbedingungen ans Limit zu bringen. Das Besondere: Von der Planung bis zur Konstruktion des Fahrwerks, des Chassis und der Elektronik – jeder Wagen ist von den Studierenden selbst entwickelt.

Auch beim jüngsten Team herrscht gute Laune – "Campus Tirol Motorsport" gibt es erst seit ein paar Jahren. Neben finanziellem Sponsoring unterstützt thyssenkrupp das Formula-Student-Team der Uni Innsbruck auch mit Coaching Sessions im Bereich Fahrdynamik

Auch beim jüngsten Team herrscht gute Laune – „Campus Tirol Motorsport“ gibt es erst seit ein paar Jahren. Neben finanziellem Sponsoring unterstützt thyssenkrupp das Formula-Student-Team der Uni Innsbruck auch mit Coaching Sessions im Bereich Fahrdynamik

„Viele arbeiten bis zum Schluss, um ihr Auto bei uns auf die Straße zu bekommen. Alle sind unglaublich Motorsport-begeistert, tüfteln und schrauben gerne. Diese Einstellung passt natürlich perfekt zu unserem Automotive-Geschäft. Beim Racing Day bringen wir deshalb beide Seiten zusammen“, erklärt Pedro Malta de Jesus Veiga, Head of Recruiting bei thyssenkrupps Lenkungsspezialisten Presta. „Wir bieten ihnen die Möglichkeit, ihre Autos zu testen, dazuzulernen und sich gezielt weiterzuentwickeln – gemeinsam mit den anderen Teams,“ ergänzt Claudia Burtscher, HR Specialist für University Marketing & Employer Branding bei Presta. Konkurrenzdenken? Nicht hier.

thyssenkrupp meets Formula Student: voneinander lernen, miteinander vorankommen

Stattdessen geht es vor allem um den Austausch mit anderen Hochschulen. Das gilt nicht nur für junge Teams wie „Campus Tirol Motorsport“, sondern genauso für etablierte Vertreter wie den „Akademischen Motorsportverein Zürich, kurz „AMZ Racing“: Mit ihrem elektrifizierten Wagen liegt das Team der ETH Zürich derzeit weltweit auf Platz 1 der Formula-Student-Wertung. „Für uns ist der Racing Day eine tolle Gelegenheit, herauszufinden, wo wir stehen – und wie andere Teams die Probleme lösen, die auch wir haben“, sagt Andreas Horat, der seit drei Jahren beim AMZ ist. Genauso ist der Austausch mit den Experten von thyssenkrupp wichtig: „Sie stellen immer wieder kritische Fragen zu unserem Fahrzeug, sodass wir uns ideal auf die Saison vorbereiten können. Außerdem ist thyssenkrupp für uns ein wichtiger Technologie- und Fertigungspartner, mit dem wir auch Designs verwirklichen können, die wir mit anderen nicht umsetzen könnten.“

Motorsport-Fachgespräch: Aktuell ist "AMZ Racing" weltweiter Formula-Student-Spitzenreiter – auf die Beratung von den thyssenkrupp-Experten kommt das Team aus Zürich aber trotzdem gerne zurück

Motorsport-Fachgespräch: Aktuell ist „AMZ Racing“ weltweiter Formula-Student-Spitzenreiter – auf die Beratung von den thyssenkrupp-Experten kommt das Team aus Zürich aber trotzdem gerne zurück

Die unkonventionelle Herangehensweise der jungen Ingenieure ist auch für thyssenkrupp selbst Gold wert, weiß Pedro Malta de Jesus Veiga: „Die unerwarteten Fragen zeigen uns immer wieder neue Perspektiven auf und zwingen uns dazu, unser Denken zu hinterfragen und mit Gelerntem zu brechen. Davon profitieren wir ganz unmittelbar.“

Projekt Formula Student: die Faszination des eigens gebauten Rennwagens

Selina Lorinser ist eine von sechs Frauen im “Formula Student Team Weingarten“ der Hochschule Ravensburg-Weingarten. Ihre Aufgabe: die Team-Organisation und der Business Plan, denn neben der Racing-Performance ist auch der Geschäftssinn fester Bestandteil der Formula-Student-Wertung. Die Faszination für selbstgebaute Racer ist bei BWL-Studentin Selina groß: „Am Anfang siehst du den Wagen nur am Computer im CAD. Dann setzt sich langsam alles zusammen – es ist echt verrückt. Und jeder im Team trägt seinen Teil dazu bei.“

Wie bei allen Formula-Student-Teams kommt es auch bei
Wie bei allen Formula-Student-Teams kommt es auch bei "Team Weingarten" auf jedes Detail an, um die letzten Zehntelsekunden aus dem Wagen rauszuholen
Höchste Konzentration vor dem Zeitfahren im Cockpit
Höchste Konzentration vor dem Zeitfahren im Cockpit
Wie bei den großen Formel-Serien geht auch in der Formula Student heute nichts mehr ohne digitale Unterstützung. Um die wertvollen Daten nach jeder Fahrt unmittelbar analysieren zu können, verfügen die meisten Fahrzeuge über eine direkte digitale Schnittstelle
Wie bei den großen Formel-Serien geht auch in der Formula Student heute nichts mehr ohne digitale Unterstützung. Um die wertvollen Daten nach jeder Fahrt unmittelbar analysieren zu können, verfügen die meisten Fahrzeuge über eine direkte digitale Schnittstelle

Das unglaubliche Gefühl, einen eigenen Rennwagen zu bauen, hat auch Andreas von AMZ Racing sofort fasziniert: „Es ist ein echtes, physisches Produkt – und nicht nur eine gelöste Prüfung. Wir haben sehr viele Freiheiten, Neues auszuprobieren und zu lernen. In der Theorie ist immer alles möglich – praktisch ist das etwas ganz Anderes.“ Genau dieser Unterschied stellt AMZs technischer Leiter am Nachmittag vor eine Herausforderung: „Wir haben noch ein paar Probleme mit unserem neuen Antriebsstrang. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir heute noch fahren werden.“ Und auch, wenn der Wagen noch ein paar Mal stehenbleibt – am Ende bringt auch Favorit AMZ Racing seine PS auf den Rundkurs in Röthis.

Das Team
Das Team "Bodensee Racing" hat ihrem Racer den Namen "Iltis" verpasst – ein schnelleres Exemplar des Raubtieres gibt es in freier Wildbahn ganz sicher nicht...
Letzte Vorkehrungen in der Boxengasse.
Letzte Vorkehrungen in der Boxengasse
Die hochsommerlichen 35 Grad Celsius am Tag des Racing Day fordern besonders die Fahrer. Während der Stehzeiten werden sie von ihren Teamkollegen deshalb immer wieder mit Wasser und Schatten versorgt
Die hochsommerlichen 35 Grad Celsius am Tag des Racing Day fordern besonders die Fahrer. Während der Stehzeiten werden sie von ihren Teamkollegen deshalb immer wieder mit Wasser und Schatten versorgt

Apropos Fahren – wie wird man eigentlich Pilot der bis zu 100 km/h-schnellen Formula-Student-Flitzer? Marc Sauter ist erster Fahrer des „Bodensee Racing Teams“ der HTWG Konstanz. Dem Maschinenbaustudenten verhalf vor allem sein Talent auf der Cart-Rennbahn ins Cockpit – kein ungewöhnlicher „Einstellungstest“ in der Formula Student. „Heute Vormittag konnten wir nicht fahren. Nach dem Design-Contest lief es dann. Wir sind zufrieden“, so das Resümee nach einigen Runden auf der Strecke. „Bei den hohen Temperaturen ist es für uns Fahrer natürlich etwas unangenehm. Mit Sonnenschirm und genug Wasser geht es aber. Und einmal auf der Strecke ist einem das Wetter sowieso total egal.“

Motorsport-Veteranen aus Formel 1 und Formula Student teilen ihre langjährige Expertise

Weniger Glück hat „Campus Tirol Motorsport“. Weil der Akku ihres elektrischen Fahrzeugs immer wieder Probleme macht, wussten sie bereits einen Tag zuvor, dass sie beim Racing Day wohl in der Boxengasse bleiben würden. Dass sich das Team den Tag trotzdem nicht entgehen lässt, liegt nicht zuletzt am wertvollen Feedback der erfahrenen Automotive-Experten.

Einst holte Carlo Miano bei Ferrari alles aus den Boliden von Michael Schumacher und Co heraus. Auf dem Racing Day bewertet der hocherfahrene Ingenieur von thyssenkrupp das Engineering Design der teilnehmenden Teams

Einst holte Carlo Miano bei Ferrari alles aus den Boliden von Michael Schumacher und Co heraus. Auf dem Racing Day bewertet der hocherfahrene Ingenieur von thyssenkrupp das Engineering Design der teilnehmenden Teams

Einer von ihnen ist Carlo Miano – einst Formel 1-Ingenieur bei Ferrari und Wegbereiter für die späten Erfolge Michael Schumachers, heute Fachmann für Fahrdynamik bei thyssenkrupp. Beim Racing Day nimmt er die Konstruktion der Fahrzeuge kritisch unter die Lupe und gibt fachliche Tipps. Ihn erinnern die Studierenden oft an ihn selbst: „Ihre Art, an Herausforderungen heranzugehen und ihre Freiheit, auch mal verrückte Dinge zu tun – das kenne ich aus meinen frühen Jahren. Sie alle sind wirklich leidenschaftliche Rennsportler und lieben es, ihre Wagen Stück für Stück weiterzuentwickeln. Die Formula Student ist für sie der perfekte Ort. Natürlich ist Leidenschaft nicht alles – aber sie treibt dich an, jeden Tag etwas Neues zu lernen. Und nur so können sie Großes erreichen.“

Erfahren, kritisch, aber immer fair und konstruktiv: Benjamin Enders ist in Sachen Business Plan absoluter Fachmann. Nicht ohne Grund, denn der thyssenkrupp-Kollege war früher selbst in der Formula Student aktiv

Erfahren, kritisch, aber immer fair und konstruktiv: Benjamin Enders ist in Sachen Business Plan absoluter Fachmann. Nicht ohne Grund, denn der thyssenkrupp-Kollege war früher selbst in der Formula Student aktiv

Was Carlo Miano für das „Engineering Design“ ist, ist Benjamin Enders für den Bereich „Business Plan“. Der thyssenkrupp-Experte war früher selbst in der Formula Student als „Teamleiter Statics“ aktiv – also für jene Wertungsbereiche, die mit der wirtschaftlichen Planung zu tun haben. Beim Racing Day bewertet Benjamin das Entrepreneurship der Teams. Für ihn zählt dabei vor allem die kreative Idee – aber auch, wie realistisch der Plan ist. Sein Fazit fällt positiv aus: „Alle Teams haben ihren Pitch sehr ernst genommen. Die Qualität war sehr hoch, auch bei den Teams, die zum ersten Mal vor dieser Aufgabe gestanden haben. Sie nutzen die Gelegenheit, ihre Business-Präsentationen vor der Saison durchzuspielen und Feedback zu erhalten.“

Der Racing Day: die Talentsuche der Zukunft

Wenn es um die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern geht, werden Events wie der Racing Day zu einem entscheidenden Faktor, sagt Pedro Malta de Jesus Veiga. „Um junge Talente für thyssenkrupp zu gewinnen, reicht eine einfache Stellenausschreibung heute einfach nicht mehr aus. Zwar sind Veranstaltungen wie heute mit Kosten und Mehraufwand verbunden – ich bin aber fest davon überzeugt, dass sich dieser Einsatz langfristig lohnt. So ein Tag bleibt in den Köpfen der Teilnehmer – und sie erzählen ihren Kommilitonen davon. Diese Effekte wirken sich bei der Talentsuche nachhaltig positiv aus.“

Im Cockpit der kompakten Formula-Student-Wagen ist Platz Mangelware. Das ist aber kein Grund für thyssenkrupps Recruiting-Expertin Claudia Burtscher (mit Fahne) und ihre Kollegin, nicht auch einmal in den Hightech-Racern Platz zu nehmen

Im Cockpit der kompakten Formula-Student-Wagen ist Platz Mangelware. Das ist aber kein Grund für thyssenkrupps Recruiting-Expertin Claudia Burtscher (mit Fahne) und ihre Kollegin, nicht auch einmal in den Hightech-Racern Platz zu nehmen

Wie gut das Event bei den Racing Teams ankommt, beweist nicht nur die Tatsache, dass sich bereits kurz nach dem Racing Day zwei Teilnehmer bei thyssenkrupp Presta bewerben sollten, sondern auch, dass die Studierenden nun schon im zweiten Jahr trotz Prüfungsstress bereit waren, gemeinsam mit thyssenkrupp die Extrameile zu gehen. „Beim ersten Racing Day haben wir unglaublich viel gelernt“, sagt Claudia Burtscher. „So haben wir in diesem Jahr wirklich nochmal ein ganz anderes Level erreicht. Wenn dann noch die Teilnehmer mit einem guten Gefühl nach Hause fahren, sind wir sehr glücklich.“

Erste Teilnahme, erster Sieg: „Team Weingarten“ liefert perfekte Leistung ab

Auch, wenn an diesem Tag Austausch statt Leistungsvergleich zählt: Der thyssenkrupp Racing Day endet nicht ohne offizielle Siegerehrung. Bei gutem Essen und vor Alpen-Bergkulisse präsentiert Pedro Malta de Jesus Veiga die drei besten Teams. Während sich „Bodensee Racing“ Bronze und „TU Graz Racing“ Silber sichern, gibt es ganz oben eine echte Überraschung: Die Racing-Day-Newcomer vom „Team Weingarten“ sichern sich den Gesamtsieg – mit unglaublichen 500 von 500 Punkten!

Auch, wenn der Racing Day nur eine Generalprobe auf die neue Formula-Student-Saison ist – die Freude der diesjährigen Champions von Team Weingarten ist ganz schön ansteckend

Auch, wenn der Racing Day nur eine Generalprobe auf die neue Formula-Student-Saison ist – die Freude der diesjährigen Champions von Team Weingarten ist ganz schön ansteckend

Natürlich wissen die Ravensburger Champions genau wie ihre Konkurrenten: Der Saisonstart steht gerade erst bevor. Dank der Generalprobe bei thyssenkrupp sind die Teams aber bestens vorbereitet auf die kommenden Herausforderungen. Jetzt heißt es: Gas geben für den Gesamtsieg in der Formula Student!

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