Einfach ausprobieren!

„Dem Ingenieur ist nichts zu schwör“ hieß es lange Zeit. Aber wie soll ein Ingenieur Automobilkomponenten entwickeln, wenn noch niemand weiß, wie das Fahrzeug der Zukunft aussehen wird, womit es fahren soll und von wem es gelenkt werden wird? Innovationsmanager Falk Heitling und seine Kollegen aus der Technologiefunktion haben sich auf die Suche nach den Antworten auf diese Fragen gemacht.

Es ist der Moment, bei dem sich Falk Heitling mit seinen Kollegen freut: Gerade hat sich eine von ihnen konzipierte Komponente in mehreren Kundenausschreibungen durchgesetzt. Es handelt sich um einen Rotor, den Teil eines Elektromotors, der die Motorachse dreht. Heitling ist überzeugt: Mit ihm bringt thyssenkrupp die Effizienz von E-Fahrzeugen einen deutlichen Schritt nach vorn. Er selbst ist als Manager Technology & Innovation bei thyssenkrupp Components Technology tätig, einem Unternehmensbereich, der viele Automobilhersteller beliefert. Bei Projekten wie dem Rotor kooperiert thyssenkrupp allerdings über alle Geschäftsbereiche hinweg: „Bei der Entwicklung haben unsere Antriebsexperten eng mit unseren Stahlkollegen zusammengearbeitet“, berichtet Heitling. „Das Ergebnis ist ein modular aufgebauter Rotor, der durch sein geringes Gewicht und einen hohen Wirkungsgrad überzeugt.“

Elektromobilität hält auf Trab

Wirtschaftlicher Leichtbau für effiziente Motoren treibt die Experten des Bereichs Technology, Innovation & Sustainability seit jeher um. Derzeit hält sie aber insbesondere die E-Mobilität auf Trab: „Wir beschäftigen uns vor allem mit der Frage, wie wir Elektromotoren noch besser machen können, aber genauso mit Lösungen, die den Komfort und die Sicherheit in kommenden E-Fahrzeug-Generationen erhöhen“, so der 38-jährige Ingenieur. Die immer kürzeren Entwicklungszyklen, die Automobilhersteller heute erwarten, stellen uns jedoch vor enorme Herausforderungen. „Um erfolgreich zu bleiben, müssen wir unsere Produkte immer schneller auf den Markt bringen“, weiß Heitling. „Gleichzeitig werden wir immer wieder mit neuen Technologien konfrontiert – und gerade beim Antrieb weiß niemand mit Gewissheit, welche Antriebsart langfristig das Rennen machen wird.“

IAA

Versuchsträger beschleunigt Testverfahren

Das stellt das Team vor die Frage: Wenn sich nicht prognostizieren lässt, in welche Richtung sich die Branche und der Markt bewegen, wie setzt thyssenkrupp dann seine Ressourcen in Forschung & Entwicklung möglichst sinnvoll ein? „Wir müssen in der Lage sein, neue Komponenten in aktuelle und kommende Fahrzeuggenerationen zu integrieren – ohne gleich ein ganz neues Auto zu entwerfen“, antwortet Falk Heitling. Um das zu schaffen, entwickelt thyssenkrupp derzeit flexible Versuchsträger, mit denen neue Fahrwerks- und Antriebskomponenten schnell, agil und effizient getestet werden können – unabhängig von Form und Größe der Bauteile und Systeme. Wie solche Versuchsträger aussehen, darf Heitling nicht verraten. Aber dass sein Team daran Forschungsprojekte einzeln oder im Zusammenspiel und unter realen Bedingungen testen könne, sei ein Riesenvorteil: „Das macht es uns viel leichter, die Mobilität von morgen zu verstehen und uns auf kommende Anforderungen vorzubereiten.“

Eine Vertrauenssache

Einer der größten Erfolgsfaktoren für die Entwicklungsarbeit liegt allerdings gar nicht in den Forschungslaboren: Es ist der Kunde. Je größer das Vertrauen und je enger die Verbindung zwischen ihm und den Experten von thyssenkrupp, desto innovativer und bahnbrechender das Resultat der Zusammenarbeit. „Mal arbeiten wir gemeinsam mit unseren Kunden an einer Lösung, mal hat der Kunde selbst den Ansatz, kann ihn aber nicht verwirklichen, und wieder ein anderes Mal gehen wir mit einer vielversprechenden Entwicklung aktiv voran.“ Dabei kann der Geschäftsbereich auf das umfangreiche Werkstoff- und System-Know-how des Gesamtkonzerns und die Expertise einer Vielzahl von Kollegen aus den unterschiedlichsten Fachbereichen zurückgreifen. Denn wie kaum ein anderes Unternehmen deckt thyssenkrupp die komplette Wertschöpfungstiefe ab: von den richtigen Materialien über den Komponenten- und Systembau mit zunehmender Softwarekompetenz bis zu den passenden Fertigungsanlagen. „Und mit unserer neuen Plattform können wir Ideen bald viel einfacher umsetzen“, so Falk Heitling. „Das passt zu unserer Mentalität, neue Ansätze einfach auszuprobieren und bewusst Fehler zuzulassen, um schnell Fortschritte zu machen. Und genau das zählt für unsere Kunden letztlich auch.“

 

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Auf dem #engineered-Blog berichtet thyssenkrupp in den Wochen bis zur IAA über Themen, mit denen das Unternehmen die Zukunft des Automobils mitgestaltet. Schließlich bietet der Konzern seit über 100 Jahren Automotive-Lösungen, die immer wieder wegweisend für die Geschichte des Automobils waren. Auf der IAA 2017 konzentriert sich thyssenkrupp dabei insbesondere auf vier Innovationsthemen: intelligente Fahrwerke, Elektromobilität, autonomes Fahren sowie innovative Montage- und Herstellungsverfahren. In den kommenden Wochen stellen wir Menschen vor, die an zukunftsweisenden Produkten und Werkstoffen bauen, zeigen erfolgreiche Kooperationen mit großen wie kleinen Kunden und gewähren exklusive Einblicke in die Zukunft des Unternehmens thyssenkrupp. https://www.thyssenkrupp.com/automobil