Startschuss für die „Grüne Achse“

Unternehmenskultur | Essen ist in diesem Jahr die Grüne Hauptstadt Europas. Auch thyssenkrupp beteiligt sich - mit einem Urban-Gardening-Projekt. Das große Wasserbecken mitten im Quartier wird zu einer "grünen Achse".

Wenn Jürgen Schomerus den Blick über sein neues Beet schweifen lässt, blitzt Stolz aus seinen Augen. Der Betriebsleiter bei thyssenkrupp Regional Services, zuständig für Dienstleistungen im Konzern, hat in den vergangenen Wochen an einem der ungewöhnlichsten und kreativsten Vorhaben mitgearbeitet, mit denen er es in seiner Zeit bei thyssenkrupp bislang zu tun hatte: In dem großen Wasserbecken mitten im Quartier, der sogenannten Wasserachse, ist ein ganz besonderes Gartenprojekt zum Mitmachen entstanden.  Die „Grüne Achse“ ist thyssenkrupps Beitrag zum Programm der Grünen Hauptstadt Europas 2017, zu der Essen gekürt worden ist.

Mitmachprojekt statt Sponsoring

Die Stadt hatte thyssenkrupp als größten Arbeitgeber gefragt, ob und wie es sich an der „Grünen Hauptstadt“ beteiligen wolle. Angesichts der finanziell angespannten Lage entschied sich thyssenkrupp gegen ein teures Sponsoring und für eine großangelegte Mitmachaktion, von der nicht nur die thyssenkrupp-Mitarbeiter etwas haben, sondern mit der wir uns auch als guter Nachbar zeigen.

1Schomerus und sein Team haben die Fläche mitten im Quartier in einen blühenden Garten verwandelt. Allerdings kümmern sie sich nur um einen Teil der Beete, der Rest ist für die thyssenkrupp-Mitarbeiter reserviert – die dürfen ab sofort selbst die Ärmel hochkrempeln und zur Schaufel greifen. „Viele Bereiche lassen wir offen, wo die Mitarbeiter sich treffen und ihre Pläne und Vorstellungen verwirklichen können, um sich einen eigenen kleinen Platz im Garten zu schaffen“, erzählt Schomerus.


Eigenarbeit und Herzblut    

Dass Schomerus und sein Team das Vorhaben umsetzen dürfen, erfüllt den leidenschaftlichen Gärtner mit Freude. In kurzer Zeit hatten er und seine Kollegen ein Konzept auf die Beine gestellt – und sich im Pitch gegen mehrere externe Firmen durchgesetzt. „Offensichtlich haben wir einen sehr guten Plan vorgelegt“, erzählt er. „Zudem pflegen wir sowieso das ganze Gelände, wir kennen uns hier aus. Von daher lag es nahe, dass wir das Projekt hier umsetzen dürfen.“

Die viele Eigenarbeit hilft nicht nur, die Kosten gering zu halten, sondern sorgt auch für das nötige Herzblut. So haben die Auszubildenden von Steel Europe die Bänke für die Anlage gebaut. Und Azubis aus dem Quartier übernehmen die Patenschaft für ein Schulprojekt.

Dem Küchenchef schmeckt das Projekt

In der Kantine, mit Blick auf das Beet, räumen Mitarbeiterinnen gerade die Vitrine mit frischen Kräutern auf. Aus der Küche zischt und dampft es, ein Duft nach Salbei und Rosmarin liegt in der Luft. Kräuter, die es auch im neuen Garten gibt. „Unser Küchenleiter Ingo Kroll hatte die Idee, einen Kräutergarten anzulegen“, erzählt der Geschäftsführer der thyssenkrupp delicate, Bernd Schanné.

Die Marke zum Anziehen: Zwischenstopp des thyssenkrupp Merchandising-Truck

Die Marke zum Anziehen: Zwischenstopp des thyssenkrupp Merchandising-Trucks

Azubi-Projekt zum Mitmachen

Daraus ist ein Azubi-Projekt entstanden – und jede Menge Aufgaben, die gelöst werden wollen. Kräuter mussten ausgewählt und gepflanzt werden, ab sofort dreht sich alles um eine ausreichende Pflege der entsprechenden Flächen. „Wir werden auch Gerichte mit diesen Kräutern anbieten, die von den Azubis entwickelt werden“, erzählt Schanné. „Im Anschluss können sich die Azubis an die Kräuterbeete stellen und unseren Besuchern die Gelegenheit geben, die Kräuter auch mal anzufassen, zu zerreiben, zu riechen und zu schmecken. So können wir mit dem Gast in den Dialog treten.“

Eine Wiese wird zum Volleyballfeld

An der Wiese vor der Kantine schütteln Passanten ratlos die Köpfe. Was nun auch noch der Sandberg dort soll, mögen sich manche Mitarbeiter in den vergangenen Wochen gefragt haben. Christopher Hahmann, Marketing Manager vom TUSEM Essen, kennt die Antwort. Hier ist ein Beachvolleyballfeld entstanden, auf dem beim großen Sport- und Familienfest am 22. und 23. Juli Profisportler, Fans und Vertreter mehrerer Essener Sportvereine beim Völkerball gegeneinander antreten werden.

Dass der TUSEM die Federführung für das Familienevent übernommen hat, ist für Hahmann eine Frage der Tradition. „TUSEM steht für Turn- und Sportverein Essen-Margarethenhöhe. Die Margarethenhöhe ist aus der Margarethe-Krupp-Stiftung entstanden – da ist der Bezug zu thyssenkrupp deutlich erkennbar“, erklärt der Sportmanager.

Grüne Achse thyssenkruppEin Turnier mit Profis und Fans

Neben dem Völkerballturnier werden sich die Vereine präsentieren. Und zugleich soll beim Basketballspielen, Torwandschießen, Zielwerfen oder auf der Hüpfburg jeder Gast in Bewegung geraten. Für die Fans gibt es Autogrammstunden mit den Profis. Willkommen sind bei dem Fest nicht nur alle thyssenkrupp Mitarbeiter samt Familien und die Fans der Vereine: „Sondern auch jeder Sportinteressierte aus Essen, der einfach mal hineinschnuppern möchte“, ergänzt Hahmann.
Auch vor und nach dem Fest lädt das Beachvolleyballfeld zur sportlichen Betätigung ein. „Es ist schön für die Mitarbeiter, sich hier nach Feierabend noch ein bisschen auspowern zu können“, lobt Hahmann, dem das Projekt „Grüne Wasserachse“ auch ansonsten gut gefällt. „Dadurch ergeben sich auch tolle neue Möglichkeiten für Schulprojekte und soziale Projekte, bei denen diese Anlage mal anders genutzt wird. Das passt super zur Idee der Grünen Hauptstadt.“

Nichts landet auf dem Kompost!

Sorgen, dass das Projekt „Grüne Wasserachse“ im Herbst auf dem Müllhaufen der Geschichte landet, kann thyssenkrupp-Gärtner Jürgen Schomerus zerstreuen. Denn Nachhaltigkeit hatte für ihn bei der Entwicklung des Konzepts einen hohen Stellenwert. „Wir werden die Pflanzen hier im Konzern gut platzieren können“, stellt Schomerus klar. „Es landet nichts auf dem Kompost!“ Schüler dürften die von ihnen bepflanzten Kästen mit nach Hause nehmen. Auch bei der Stadt Essen würden Beete bepflanzt. Und mit dem Substrat aus dem Wasserbecken, immerhin mehrere Lastwagen voll Tonstein, Erde und Rindenmulch, wird die thyssenkrupp Halde Herne rekultiviert.

Lieblingsblumen gefragt

Jetzt – nach der offiziellen Eröffnung – darf jeder Mitarbeiter von thyssenkrupp seine Lieblingsblumen setzen – oder aus der Ferne Samen und Setzlinge zum Einpflanzen schicken. Auch Jürgen Schomerus hat einen Favoriten: das Eisenkraut, eine Pflanze mit zahlreichen kleinen, meist zart violett leuchtenden Blüten. „Das werde ich auch selbst pflanzen“, sagt er.  Schomerus freut sich darauf, dem Garten auch seine ganz persönliche Note mitgeben zu können. Wenn viele seiner thyssenkrupp Kollegen mitmachen, kann so aus dem Gemeinschaftsprojekt „Grüne Achse“ ein echter Garten der Vielfalt werden.