Die e-mobile Revolution kommt per Post

Automotive-Sektor | Seit 2015 beweist die Deutsche Post DHL GROUP, dass E-Mobilität und Alltagstauglichkeit sehr wohl vereinbar sind – ihre batteriebetriebenen Streetscooter machen’s möglich. Um die CO2-freien Zustellfahrzeuge fit für den täglichen Einsatz auf der Straße zu machen, vertraute der Logistikriese dabei zwei Unternehmen, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten: einem kleinem Start-up aus Aachen und dem Weltkonzern thyssenkrupp.

Ein Morgen in Berlin: Während der Lärm der Autos, Busse und LKW auf den Straßen der Hauptstadt immer ohrenbetäubender wird, biegt ein gelber Kastenwagen beinahe lautlos in eine der schmalen Nebenstraßen ein. Sein Geheimnis: Statt herkömmlichem Verbrennungsmotor setzt das Fahrzeug auf einen 30 kW-Elektromotor. Der leistet bei einer Reichweite von 80 Kilometern eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Werte, die für den Zustellalltag völlig ausreichend sind – genau wie der acht Kubikmeter große Stauraum für bis zu 120 Pakete. Der Name des E-Mobils: Streetscooter, Modell „Work L“. Eine Erfolgsgeschichte, die auf Mut, Geschäftssinn und dem Glauben aufbaut, dass E-Mobilität flächendeckend möglich ist.

Streetscooter_on_tour1

Vom Forschungsprojekt zur Serienproduktion

Erstmals ins Rollen kam das Projekt mit der Vision des Aachener Professors Achim Kampker. Er ist überzeugt: „E-Mobilität macht Erfindungen möglich, die vor zehn Jahren noch undenkbar waren. Wir wollten beweisen, dass sie in kleinen Stückzahlen bezahlbar ist und keine langen Entwicklungszeiten erfordert.“ Was 2010 als Forschungsprojekt begann, weckte nur ein Jahr später das Interesse der Deutschen Post: Der flinke und wendige E-Flitzer passte perfekt in ihr „Go-Green“-Konzept. 2014 übernahm der Konzern die zwischenzeitlich gegründete Streetscooter GmbH. Bereits heute sind über 2.500 der innovativen Transporter unterwegs – effizient, emissionsfrei und leise. Allein in Berlin spart die Post dank der Streetscooter so über 150 Tonnen CO2 pro Jahr.

thyssenkrupp erweckt den Streetscooter zum Leben

Entscheidender Möglichmacher von Kempkers Traum ist thyssenkrupp: Bereits in der frühen Entwicklungsphase erkannte das Unternehmen das enorme Potenzial des Streetscooters, nachhaltige Antriebstechnik mit Wirtschaftlichkeit zu kombinieren. Die Erfahrung im Automotive-Bereich machte thyssenkrupp schließlich zum perfekten Partner für das ambitionierte Projekt. Um den Streetscooter gemeinsam alltagstauglich zu gestalten, dachten der Global Player und das junge Unternehmen klassische automobile Konzepte vollkommen neu. Schließlich stellte der E-Flitzer die Partner aufgrund seiner täglich bis zu 300 Stopps und Anfahrvorgänge und der extremen Gewichtsschwankungen vor bisher ungeahnte Herausforderungen in Sachen Effizienz, Langlebigkeit, Sicherheit und Funktionalität. Die Lösung: eine robuste Leichtbaukarosserie aus Stahl, eine clever im Boden verbaute und damit crashsichere Batterie, abgerundet durch eigens entworfene Dämpfer, die Komfort und Sicherheit entlang der gesamten Zustellroute garantieren. „Im engen Austausch ist uns ein genialer Wurf gelungen“, fasst Achim Kampker die Zusammenarbeit mit thyssenkrupp treffend zusammen.

Genug Power für Alltag und Zukunft

Für die Zukunft hat sich die Post hohe Ziele gesetzt: Neben einer XXL-Version möchte der Logistikplayer die Produktion mittelfristig auf 20.000 Fahrzeuge pro Jahr hochfahren – langfristig soll dann die gesamte Zustellflotte elektrisch fahren. Aufgrund der hohen Nachfrage verkauft die Post seine Innovation seit kurzem sogar an externe Kunden. Der Erfolg beweist: Mit einer guten Idee und in enger Zusammenarbeit mit erfahrenen Partnern wie thyssenkrupp bleibt wirtschaftliche und alltagstaugliche E-Mobilität nicht länger Utopie.