Der Stoff für Boomregionen

Zement ist der meistverbrauchte Werkstoff überhaupt. Zwar mag er nicht immer zusammenhalten, was auch zusammen gehört – man denke nur an die vielen architektonischen Kuriositäten rund um den Globus. Gleichwohl bildet er das Fundament für jeden wirtschaftlichen Aufschwung. So auch in den Boomländern Peru und Saudi-Arabien.

Der Wüstenstaat Saudi-Arabien und die südamerikanische Andenrepublik Peru haben auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam. Und doch gibt es Parallelen zwischen beiden Ländern: Beide haben rund 30 Millionen Einwohner, eine niedrige Inflation, kaum Arbeitslose – und vor allem: ein anhaltend kräftiges Wirtschaftswachstum von fünf bis acht Prozent. In beiden Ländern entstehen derzeit beinahe täglich neue Fabriken, Gebäude und Straßen. Und das geht nur mit immer mehr Zement.

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Peru und Saudi Arabien – zwei Länder im Aufschwung © thyssenkrupp / C3 Visual Lab

Um die wachsende Nachfrage zu bedienen, errichtet thyssenkrupp derzeit zwei riesige neue Werke: in Piura im nördlichen Peru und im saudi-arabischen Jabal Farasan. Es werden die modernsten Zementfabriken in ihrer Region.

Jabal Farasan liegt in einem Bergmassiv, rund 180 Kilometer nördlich von Mekka. Hier, wo es nicht viel mehr gibt als Steine, Sand und Hitze, soll innerhalb von nur 22 Monaten ein neues Zementwerk entstehen. Ab Ende 2016 werden hier täglich bis zu 5.300 Tonnen des Werkstoffs produziert. Der Grund für die Eile: Im Land gibt es einen gewaltigen Bauboom. Die Regierung fördert die heimische Produktion und hat sogar schon ein Ausfuhrverbot für Zement erlassen.

Ganze 14.000 Kilometer südöstlich entsteht momentan eine weitere Zementfabrik – nahe der peruanischen Provinzhauptstadt Piura, auf halber Strecke zwischen der Pazifikküste und den Anden. Noch in diesem Jahr sollen dort 3.000 Tonnen Zementklinker pro Tag produziert werden. Dabei wird in den Schwellenländern längst nicht mehr nur auf Wirtschaftlichkeit gesetzt. Es geht auch darum, die Umwelt zu schützen. So verfügt das neue Werk über ein Kreislaufsystem, das Rückstände von Alkali, Schwefel und Chlor minimiert. Mittels neuester Technologien werden zudem die Stickoxid-Emissionen bei der Zementherstellung um bis zu 50 Prozent reduziert.

Mischbett einer Zementanlage

Rundmischbett einer Zementanlage: Um eine gleichbleibend hohe Qualität des Endproduktes zu erreichen, muss das  Rohmaterial (im Wesentlichen Kalkstein, Ton und Eisenerz) auf die für die Zementherstellung notwendige Zusammensetzung vorgemischt werden. Im Mischbett wird das Material dafür lagenweise verteilt und anschließend scheibenweise wieder abgebaut.   ©thyssenkrupp

 

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