Der Kreislaufforscher

Menschen bei thyssenkrupp | Vom leiseren Tomografen im nächsten Krankenhaus bis zu den riesigen Teleskopen in der Atacama-Wüste – das ist der Radius von Großwälzlager-Entwickler Klaus Pantke.

Klare Sache: Niemand unterzieht sich gern einer Kernspintomografie. Damit es in der engen Röhre nicht auch noch unangenehm laut ist, mache ich Untersuchungen in einem engen, schalldichten Raum. Dort teste ich, ob ein Tomograf nicht auch leiser arbeiten kann. Denn die Ursache der Geräusche sind hauptsächlich die Großwälzlager. Und Großwälzlager sind das Spezialgebiet von thyssenkrupp Bearings. Wälzlager kennt fast jeder von seinem Fahrrad oder seinem Auto. Nur, dass unsere Lager etwas größer sind. In unserer Forschungs- und Erprobungsabteilung in Lippstadt beschäftigen sich die Mitarbeiter ausschließlich mit diesem Produkt. Das mag zuerst eintönig klingen, aber das Gegenteil ist der Fall. Denn unsere Rothe Erde®-Großwälzlager werden unglaublich vielseitig eingesetzt. Bei Windenergieanlagen bewegen unsere Lager das komplette Maschinenhaus, den Rotor und die einzelnen Blätter. Unsere Aufgabe ist es, sie ständig zu optimieren, etwa indem wir die durchschnittliche Lebensdauer verbessern.

Darum versuchen wir herauszufinden, was passiert, wenn wir verschiedene Faktoren ändern – zum Beispiel den Querschnitt oder die Härte der Laufbahnoberfläche. Dafür entwickeln wir eigene Softwareanwendungen. Aber ohne praktische Versuche geht nichts. Also pressen wir mit einem Gewicht von mehreren Tonnen auf unsere Großwälzlager, setzen sie hohen Temperaturen aus oder simulieren in einem speziellen Versuchsaufbau den 20-jährigen Lebenszyklus eines Rotorlagers innerhalb weniger Wochen.

Unsere kleinsten Lager haben einen Durchmesser von 30 Zentimetern, nach oben gibt es fast keine Grenzen. In der Atacama-Wüste, zum Beispiel, stehen Radioteleskope mit unseren Großwälzlagern, die im Durchmesser bis zu zwölf Meter messen. Mit den Teleskopen erkunden Wissenschaftler das Weltall. Würden sich die Lager beim Schwenken nur um wenige Tausendstel eines Millimeters verschieben, vergrößerte sich die Abweichung bis ins All in gewaltigem Ausmaße. Dann würden die Forscher falsche Sterne beobachten. Solche Projekte waren mit der Grund dafür, warum ich vor zwei Jahren bei thyssenkrupp angefangen habe.

Nur wissenschaftlich zu arbeiten, war mir auf Dauer zu theoretisch.

KLAUS PANTKE (35)promovierter Wirtschaftsingenieur bei thyssenkrupp in Lippstadt

Derzeit baue ich eine Kooperation mit der TU Dortmund auf. Mit mehreren Universitäten in Deutschland arbeiten wir bereits zusammen, darunter Aachen und Dresden. Zudem betreuen wir ausländische Studenten. Ich hatte bereits Studierende aus Mexiko und aus Japan in meiner Abteilung, aktuell einen aus Frankreich. So kann ich nebenbei meine Sprachkenntnisse pflegen.

Wie gesagt: Mein Job ist das Gegenteil von eintönig.

 

 

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