Der Disruptor

Menschen bei thyssenkrupp | Was Markus Jetter bewegt? Eine ganze Branche. Um die Aufzugswelt zu revolutionieren, feilt der Ingenieur an letzten Details einer revolutionären Technologie.

Markus Jetter würde es so nicht sagen, aber: Er hat Geschichte geschrieben. Zumindest hat er mitgeholfen, dass sein Arbeitgeber thyssenkrupp Geschichte schreibt. Denn Jetter ist Leiter der Produktentwicklung in der Aufzugssparte von thyssenkrupp – und damit Teil des Teams, das den MULTI, den ersten seillosen und seitwärts fahrenden Aufzug, entworfen hat.

Der MULTI beendet die Monopolstellung des konventionellen Aufzugs – 160 Jahre nach dessen Erfindung. Linearmotortechnologie ermöglicht dem System erstmals, Kabinen im selben Aufzugschacht vertikal und horizontal zu betreiben. Architekten können so kreativer, höher und benutzerfreundlicher bauen. Der erste MULTI soll im geplanten East Side Tower in Berlin installiert werden. „Das Projekt MULTI“, sagt der Ingenieur, „fordert mich in allen Bereichen meines Berufs als Ingenieur und Führungskraft ganz neu heraus: Neue Technologien, neue Methoden und Prozesse, die auch ein neues Denken erfordern.“ All dies zusammen mit einem exzellenten und dynamischen Ingenieursteam zu meistern, sei eine großartige Erfahrung.

Regelmäßig führt Jetter die Arbeit zu einem weiteren spektakulären Projekt von thyssenkrupp: dem Testturm für Aufzugsinnovationen im süddeutschen Rottweil. Außen verleiht eine gewundene Glasfaserhülle dem 246 Meter hohen Gebäude eine Aufsehen erregende Optik, innen können in insgesamt zwölf Schächten Aufzugslösungen der Zukunft getestet werden. Hier kann Jetter das tun, was er liebt: Technologien und Anwendungen mit seinem Ingenieursteam erforschen und testen. Das neueste Vorhaben ist eine Art Kombination von MULTI und MAX. MAX ist die erste Big-Data-Lösung für die präventive Wartung von Aufzügen. thyssenkrupp hat das System gemeinsam mit Microsoft entwickelt. Sensoren in den Aufzügen senden Daten in die Cloud, wo dann die verbliebene Lebensdauer wichtiger Bauteile und Systeme berechnet wird, um festzustellen, welche Komponenten wartungsbedürftig sind. Auffälligkeiten werden Service-Technikern gemeldet, die so Probleme beheben können, bevor sie entstehen. So soll die Ausfallzeit von Aufzügen um rund 50 Prozent verringern werden – und damit auch die Wartungskosten der Kunden.

Markus Jetter weiß, welches Potenzial in dieser Entwicklung steckt, vor allem, wenn man sie mit einem Produkt wie dem MULTI kombiniert: Es reiche nicht aus, Maschinen riesige Datenmengen erzeugen und verarbeiten zu lassen, wenn diese nicht die Grundlage für neue Erkenntnisse, Strukturen und Geschäftsmodelle seien. Und so arbeiten Jetter und sein Team daran, aus Online-Datenspeichern, vernetzten Maschinen und einer neuen Technologie eine disruptive Innovation zu entwickeln, die eine ganze Branche in Bewegung bringt.

 

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