Der Computer als Co-Pilot

Automotive-Sektor | Auf den Fahrer kommt es an. Aber immer mehr auch auf die Technik im Auto. In Ungarn entwickelt thyssenkrupp intelligente Lenkungssysteme, die immer genau so reagieren, wie es die Situation erfordert.

Stellen Sie sich Folgendes vor: Sie fahren mit Ihrem neuen Mercedes über die Autobahn und genießen das Gefühl, dass Ihr Auto und die Straße füreinander bestimmt sind. Ihr Wagen spurtet einen Hügel hinauf. Da taucht ein Wohnwagen vor Ihnen auf, der so langsam fährt, als stünde er auf der Straße. Und Sie? Sanft lenken Sie mit der Hand auf die linke Spur. Später, beim Einparken, bewegen Sie das Lenkrad mit nur einem Finger und drehen die großen Vorderräder in Position. Hätte das Lenkrad auf der Autobahn auch so sensibel reagiert, wären Sie nicht weit gekommen. Wie kann es unterscheiden, wann es wie reagieren soll?

Ganz einfach: Dank intelligenter Lenksysteme. Sie stecken bereits in den meisten neuen Modellen der Premiumhersteller wie Mercedes oder BMW, entwickelt in unserem Software-Entwicklungszentrum in Budapest. Mehr als 350 Kollegen arbeiten hier an Lenksystemen, die von winzigen Computern gesteuert werden und über eine künstliche Intelligenz verfügen, um das Fahrzeug unter Kontrolle zu halten.

Das Software-Entwicklungszentrum hat ein komplexes mechatronisches System entwickelt, das sowohl Software als auch Hardware umfasst. Dadurch erreichen die Autobauer jeweils genau das Gefühl für ihre Lenkradsteuerung, das sie haben möchten. © Gergely Szatmári

Das Entwicklungszentrum hat ein komplexes mechatronisches System entwickelt, das sowohl Software als auch Hardware umfasst. Dadurch erreichen die Autobauer jeweils genau das Gefühl für ihre Lenkradsteuerung, das sie haben möchten. © Gergely Szatmári

Der Computer informiert den Motor

Die meisten von uns sind eine Kreuzung zwischen Forscher und Auto-Fans. Als wir im Jahr 1999 loslegten, mussten nicht nur das Produkt, sondern auch der gesamte Entwicklungsprozess neu erfunden werden. Damals arbeiteten alle noch in einem Raum. Mittlerweile sind wir eine richtig große Mannschaft, über mehrere Stockwerke verteilt. Unser Ziel: Lenksysteme entwickeln, die widerstandsfähiger und kostengünstiger sind, ohne dabei an Sicherheit einzubüßen.

Die ersten Servolenkungen auf dem Markt waren noch hydraulisch und relativ simpel. Moderne Lenksysteme arbeiten dagegen mit einem Elektromotor, der mit der Zahnstange Rack oder der Lenksäule verbunden ist. Ein Computer ist mit dem Motor gekoppelt und informiert ihn darüber, wann und wie er die Bewegung des Lenkrads unterstützen muss.

Der Algorithmus macht’s

Neben den Bremsen ist die Zuverlässigkeit der Lenkung entscheidend für die Fahrsicherheit. Deshalb benötigt der Computer etwa 50 Prozent seiner Rechenzeit allein für Sicherheit. Sein Algorithmus beinhaltet diverse Diagnosefunktionen, damit das System abgesichert ist. Er sorgt aber auch für ein einzigartiges Lenkungsgefühl. Zudem bildet er die Grundlage für die anderen Bestandteile des Lenksystems.

Unsere nächste große Herausforderung wird das autonome Fahren. Mithilfe von GPS, Radar und anderen Kontrollgeräten sollen Autos in Zukunft von alleine fahren können. Die Business Unit Steering von thyssenkrupp wird einen großen Beitrag zu dieser technischen Aufgabe leisten – dank unserer Entwicklungsarbeit in Budapest.

Die meisten von uns sind eine Kreuzung zwischen Forscher und Autofreak.

LÁSZLÓ NASZÁDOSDepartment Manager E/E-Hardware

LÁSZLÓ NASZÁDOS © Gergely Szatmári

LÁSZLÓ NASZÁDOS © Gergely Szatmári

 

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