Das ist #newtk: Mehr Lebenszeit für unsere Werkzeuge!

Ingenieurskunst | Menschen bei thyssenkrupp | Smart Factory | Für die Zukunft von thyssenkrupp arbeiten unsere Kollegen auf der ganzen Welt daran, unser Unternehmen flexibler, effizienter und leistungsstärker zu machen. In unserer neuen Strategie #newtk stellen wir diesen Performance-Gedanken in den Mittelpunkt. Zum Beispiel, wenn ambitionierte Ingenieurinnen wie Qingyan Wu daran arbeiten, die Fehlerquote in unserer chinesischen Schmiedehalle Changzhou entscheidend zu verringern – und unseren Werkzeugen zu mehr „quality time“ zu verhelfen.

In einem produzierenden Unternehmen gibt es ein Wort, das kein Ingenieur gerne hört: Ausschussquote. Sie beschreibt den Anteil fehlerhafter Produkte oder Materialien, der während der Produktion anfällt – und damit aussortiert werden muss. Die Quote macht damit sehr deutlich, wie viel Prozent schlussendlich für die Tonne produziert wurde. Kein Wunder, dass kein Ingenieur wohlwollend auf diese Zahl blickt. Ein anderer Begriff, der in Produktionshallen immer wieder fällt, ist das englische „tool life“, also die Lebensdauer industrieller Werkzeuge. Oder anders: jene Zeitspanne, in der ein bestimmtes Werkzeug seine Aufgabe ohne entscheidenden Qualitätsverlust erfüllen kann. Schließlich nutzen sich Werkzeuge wie Metallschneider, Hammer oder Schmiedeformen mit der Zeit ab, verlieren ihre Präzision oder können in manchen Fällen sogar brechen.

Für den Erfolg eines produzierenden Unternehmens sind beide Faktoren von entscheidender Bedeutung. Eine höhere Ausschussquote kostet sowohl Zeit als auch Geld – genauso wie Werkzeuge, die schon nach relativ kurzer Zeit nicht mehr gut genug funktionieren.

Das Beste herauszuholen klappt nur als starkes Team

Im thyssenkrupp Lenkungswerk im chinesischen Changzhou beschäftigt sich Anwendungsingenieurin Qingyan Wu jeden Tag mit diesen Faktoren: Die Ausschussquoten sollen so niedrig und die Lebensdauer der Werkzeuge vor Ort so hoch wie möglich sein. Seit 2016 arbeitet Qingyan bei thyssenkrupp – und geht in Sachen Performance immer die Extrameile.

Am chinesischen Standort in Changzhou fertigt thyssenkrupp ein umfangreiches Automotive-Portfolio, darunter Lenksysteme, Ventiltriebe und Nockenwellen

Am chinesischen Standort in Changzhou fertigt thyssenkrupp ein umfangreiches Automotive-Portfolio, darunter Lenksysteme, Ventiltriebe und Nockenwellen

„Mich erfüllt das Ziel, immer das Beste herauszuholen. Dazu gehört, unsere Ausschussquote zu minimieren, die Standzeiten unserer Anlagen – also die Zeiten, in der unsere Maschinen stillstehen– niedrig zu halten und unsere Werkzeuge möglichst langlebig zu machen. Dafür ist es extrem wichtig, dass wir im Werk alle zusammenzuarbeiten, denn nur durch gutes Teamwork können wir unsere Performance nachhaltig steigern“, erklärt Qingyan.

Mission „besser schmieden“

Dass diese Einstellung in Changzhou nicht nur als abstraktes Ziel gesehen, sondern täglich gelebt wird, bewiesen Qingyan und ihr Team erst vor kurzem. Und zwar bei der Optimierung der Produktionsprozesse für Zwischenbügel – geschmiedete Komponenten, die eine Schlüsselrolle in vielen Lenksystemen spielen.

Um die Effizienz ihres Teams zu verbessern, sucht Schmiede-Spezialistin Qingyan Wu immer wieder nach Möglichkeiten, um die Maschinen und Werkzeuge am Standort Changzhou zu verbessern

Um die Effizienz ihres Teams zu verbessern, sucht Schmiede-Spezialistin Qingyan Wu immer wieder nach Möglichkeiten, um die Maschinen und Werkzeuge am Standort Changzhou zu verbessern

“Mit unseren Schmiedeprodukten sind wir vielen Wettbewerbern hinsichtlich Effizienz und Zuverlässigkeit voraus”, so Qingyan. “Wir standen aber vor der Herausforderung, dass unsere Schmiedewerkzeuge nur etwa 35.000 Komponenten fertigen konnten, ehe sie ersetzt werden mussten. Unsere schwierigste Aufgabe war aber, die hohe Ausschussquote unserer Zwischenbügel zu minimieren.“

Mit viel Geduld zum Ziel – der Erfolg gibt dem Team recht

Um ihre Ziele zu erreichen, durchleuchteten die Experten jedes Detail ihres Schmiedeprozesses. “Nach mehreren Testläufen konnten wir den sogenannten Schneidstempel als Hauptursache für die hohe Ausschussquote ausmachen – das System war einfach nicht darauf ausgerichtet, je nach Produkt verschiedene Stempeldurchmesser einzusetzen”, erinnert sich Qingyan. Wer übrigens beim Begriff „Schneidstempel“ nur Fragezeichen im Kopf hat: Ein Schneidstempel ist eine metallische Form, mit denen ein für das Produkt benötigtes Bauteil praktisch “ausgelocht“ wird.

Gemeinsam mit ihrem Expertenteam hat Qingyan Wu (dritte von rechts) die Ausschussrate bei der Produktion von Schmiedebügeln nachhaltig minimiert – und gleichzeitig die Lebensspanne der eingesetzten Schmiedewerkzeuge erhöht

Gemeinsam mit ihrem Expertenteam hat Qingyan Wu (dritte von rechts) die Ausschussrate bei der Produktion von Schmiedebügeln nachhaltig minimiert – und gleichzeitig die Lebensspanne der eingesetzten Schmiedewerkzeuge erhöht

Und so justierte das Team unter anderem Kalibrierfrequenzen und definierte für jedes Produkt die perfekte Art und Menge der Schmiermittel. Sie legten die jeweils idealen Durchmesser für den sogenannten Schneidstempel für die verschiedenen Produkte fest; Sie ersetzten Wasser mit einer speziellen Emulsion, um die Ausschussquote weiter zu minimieren. Und sie passten viele Dinge mehr an, die für Normalsterbliche wenig nachvollziehbar sind, für Ingenieure wie Qingyan aber zum täglichen Handwerk gehören.

Der Erfolg gab ihrem Team am Ende mehr als recht: “Wir haben unzählige Tests gemacht, mussten immer wieder herumprobieren und stießen auf viele Fehler. Trotzdem haben wir nicht die Geduld verloren, sondern haben weitergemacht, bis wir alle Probleme gelöst haben“, freut sich die Anwendungsingenieurin.

Dank perfektem Teamwork: Ausschussrate runter, „tool time“ drauf

Für Qingyan ist der große Erfolg des vielversprechenden Projekts untrennbar mit dem Faktor Teamwork verknüpft: „Wir haben hier einen großartigen Prozessoptimierer, der uns immer wieder mit seinen Ideen geholfen hat. Genauso konnten wir uns auf einen Kollegen aus der Produktion verlassen, der uns bei der technischen Umsetzung dieser Ideen unterstützt hat. Das alles gilt auch für alle anderen Kollegen. Sie alle sind bescheiden, clever und unglaublich fleißig. Auch deshalb konnten wir alles direkt hier vor Ort in Changzhou umsetzen.”

Ohne Teamwork geht nichts – das weiß auch Qingyan Wu, die sehr stolz auf ihre Kollegen in Changzhou ist

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Der einzigartige Erfolg zeigt sich auch in harten Zahlen: Das Team um Qingyan hat es geschafft, die Ausschussrate der geschmiedeten Zwischenbügel von knapp 5 Prozent auf 1,5 Prozent zu reduzieren und so über 126.000 Euro einzusparen – und zwar in nur vier Monaten. Und was ist mit den Schmiedewerkzeugen, die einst nach rund 35.000 Stück in den Ruhestand geschickt werden mussten? “Einige von ihnen halten heute bis zu 80.000 Stück durch”, so Qingyan.

„Nie vergessen, für was wir eigentlich ausgebildet worden sind“

Projekte wie dieses zeigen Qingyan immer wieder, wie wichtig es ist, Grenzen zu hinterfragen und hungrig auf neues Wissen zu bleiben. “Vor drei Jahren war ich im Projektmanagement eine echte Anfängerin – jetzt nutze ich verschiedene Analysetools und bin in der Lage, komplexe Projekte nachhaltig zu verbessern, zu optimieren und zu stabilisieren.

Motivation, lebenslanges Lernen, Zielstrebigkeit und Flexibilität – für Qingyan Wu sind genau das die Eigenschaften, die einen guten Ingenieur ausmachen

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Für uns als Ingenieure ist es wichtig, nie zu vergessen, wofür wir eigentlich ausgebildet worden sind. Genauso müssen Ingenieure sich selbst dazu motivieren, immer wieder dazuzulernen und sich an neue Entwicklungen anzupassen. Am wichtigsten ist aber, dass wir alle dasselbe Ziel verfolgen: unseren Job zu erledigen – und das so effizient wie möglich. Oder anders gesagt: das Beste aus unserer Expertise als Ingenieur zu machen.“

Autor

tut nix zur Sache
  • geschrieben von tut nix zur Sache
  • 24. Oktober 2019

Das gebietet schon die FMEA. Trotzdem sollte man überall ansetzen um produktiv und Wettbewerbsfähig zu sein. Unter Umständen auch Mal die ganze Prozesskette auf den Prüfstand stellen. Auch das Supply chain. Dennoch ist jede Verbesserung ein Fortschritt, auch wenn er noch so klein ist.

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