carValoo – die KI für mehr Transparenz beim Car-Sharing

Automotive-Sektor | Digitalisierung und Industrie 4.0 | Was wäre, wenn man zukünftig ganz einfach per App einsehen könnte, ob ein Car-Sharing-Auto unfallfrei ist oder nicht? Versteckte Schäden, die Automobilhändler und -anbieter gerne schönreden, wären auf einen Blick sichtbar und der Verbraucher auf der sicheren Seite!

Mit unserer künstlichen Intelligenz carValoo bieten wir ein Produkt an, dass mittels hochsensibler Sensorik, die Fahrhistorie und den Zustand eines Wagens detailliert kommuniziert – so lässt sich zum Beispiel der Restwert eines Autos einfach und schnell ermitteln.

Vertrauen ist gut, Transparenz ist besser

Alter und Laufzeit sind dank der detaillierten Analyse durch unsere KI nicht länger die einzigen Angaben, an denen sich Kunden beim Autokauf oder Mieten orientieren können. carValoo ist immun gegen Verhandlungsgeschick oder Rhetorik – denn eine KI befasst sich mit den reinen Fakten.

Ist der Mini vor uns wirklich 5 Jahre alt? Hat er tatsächlich nur 50.000 Kilometer runter? Ist er unfallfrei? Der Händler strahlt Vertrauen aus, aber sicher sind wir nicht. Denn die Wenigsten von uns sind Experten.

Restwert objektiv bestimmen

„Natürlich ist klar, dass ein Autobahnfahrzeug mit 100.000 Kilometern auf dem Tacho besser ist als ein Kurzstreckenfahrzeug mit gleicher Laufleistung“, sagt Nico Schön, Experte aus dem Entwicklungsteam von carValoo. „Bis jetzt hatten die Käufer aber kein objektives Messinstrument dafür. Mit carValoo ändern wir das.“

Akkurate Wertmessung statt grober Schätzung

carValoo zeichnet die Fahrzeughistorie auf. Unfälle, Rempler, Beschleunigungen, Bremsmanöver. All das wird festgehalten. Der Name setzt sich zusammen aus „car“ Englisch für Auto und „Valoo“, angelehnt an das englische Wort „Value“, Wert. carValoo kommt in einer kleinen Box und kann problemlos nachgerüstet werden.

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Bei der Vielzahl von Autos in einer Car-Sharing-Flotte ist es besonders wichtig, eine schnelle und effiziente Analyse des Ist-Zustandes eines Wagens erstellen zu können.

„Jedes Ereignis hat eine Art Bewegungsfingerabdruck“, erklärt Schön. „Eine Autobahnfahrt liefert andere Messwerte als eine Stadtfahrt, ein Parkmanöver hat einen anderen digitalen Fingerabdruck als das Zuschlagen einer Tür, eine Linkskurve führt zu anderen Daten als ein hastiges Bremsmanöver.“

Der carValoo- Algorithmus wurde nach dem Prinzip des Machine Learnings trainiert und lernt anhand realer Messwerte das Bewegungsmuster eines Fahrzeugs.

Schnell eingebaut

carValoo-Nutzer können die Sensoren selbstständig im Fahrzeug installieren. „Unsere Lösung ist unabhängig von der vorhandenen Fahrzeugelektronik und kann in nur zehn Minuten eingebaut werden“, betont Schön.

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carValoo ist besonders nutzerfreundlich und denkbar einfach zu bedienen. Die Sensorik-Komponenten lassen sich zudem an jedes beliebige Automobilmodell anbringen.

„Auf Wunsch bieten wir unseren Kunden individuelle Einbauschulungen an.“ Auch der Zugriff auf die Informationen wird den Nutzern so einfach wie möglich gemacht: Die Auswertung von Bewegungsprofilen, Schäden oder ungewöhnlichem Fahr- und Fahrzeugverhalten lässt sich per App abrufen, sodass die carValoo-Nutzer den Status der Fahrzeuge jederzeit überprüfen können. Darüber hinaus können die Nutzer mit ihrer Hilfe auch Schadensereignisse einfach dokumentieren.

 carValoo ist datenschutzkonform

Wir haben nachgefragt, wie es mit den DSGVO-Richtlinien aussieht. Schön klärt uns auf: „Alle gesammelten Daten von carValoo werden verschlüsselt in die thyssenkrupp-Cloud übermittelt. Deren Server stehen in Deutschland und der EU. Dabei werden alle Anforderungen der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) eingehalten. Wir verarbeiten und analysieren grundsätzlich nur fahrzeugbezogene, keine personenbezogenen Daten.“

Datenschutz ist eine heiß diskutierte Frage. Die Nutzer von carValoo genießen hohe Datensicherheit, weil unsere Anwendung den geltenden Datenschutzgesetzen entspricht.

carValoo: Wie alles begann

Das carValoo-Projekt wurde 2016 im Rahmen der Innovation Garage von thyssenkrupp geboren. „Am Anfang des Projekts stand die Frage: Wie können wir auf Basis von Fahrzeugdaten, neue datenbasierte Geschäftsmodelle entwickeln?“, berichtet Sophie Wei, Chief Data Scientist im carValoo-Team.

Ausgangspunkt der Überlegungen: die von thyssenkrupp neu entwickelten, aktiven Fahrwerke. Sie erfassen und verarbeiten zahlreiche Fahrzeugdaten, um das Fahrwerk optimal zu regeln. „Wir haben weitere Anwendungsmöglichkeiten für diese Daten geprüft“, sagt Wei. Um unabhängig von der bereits im Fahrzeug enthaltenen Sensorik zu sein, entschied sich das Team aber für eine separate Box mit eigener Messtechnik. So entstand schließlich die carValoo-Idee.

Pilotphase erfolgreich absolviert

Ende 2019 erhielt carVaoo das erste Patent. Darauf folgte eine 12-monatige Pilotphase mit ca. 100 Car-Sharing Fahrzeugen, die Ende 2019 erfolgreich absolviert wurde. Das Ergebnis dieser Testphase waren gesammelte Fahrdaten von über einer Millionen Kilometern von 20.000 Car-Sharing-Vermietungen. Hierbei wurde carValoo an unterschiedlichen Fahrzeugtypen mit diversen Arten von Schäden eingesetzt. Unsere KI erkannte über 90% der aufgetretenen Schäden.

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Nach einer erfolgreich absolvierten Pilotphase hat carValoo unter Beweis gestellt, dass es über 90% der vorliegenden Schäden detailgenau identifizieren konnte.

Ein Highlight: Die erfolgreiche Implementierung einer Datenvorverarbeitung auf der Sensorbox, die nur relevante Bewegungs- und Vibrationsdaten des Fahrzeugs in die Cloud sendet. Auf diese Weise wird das mobile Datenvolumen im Use Case um ca. 90% reduziert, ohne dabei relevante Daten zu verlieren.

Mit carValoo haben wir eine digitale Lösung geschaffen, die eine schnelle und sichere Analyse und Wertmessung von Leihwagen und gebrauchten Fahrzeugen ermöglicht. Kunden sind damit vor versteckten Schäden und Tricks gefeit. Wer mehr zu carValoo wissen möchte, kann hier weiterlesen.

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