Carbonfelgen: Ein völlig neues Fahrgefühl – nicht nur für Profis

Automotive-Sektor | Ultraleichte Carbonfelgen sind nicht mehr nur Profis vorbehalten. Dank Straßenzulassung für Motorräder und PKWs kann sich mittlerweile auch die breite Masse über das völlig neue Fahrgefühl von Carbonfelgen freuen. Aber was steckt hinter der Kohlefaser, die die Herzen von Motorsportfans auf der ganzen Welt höherschlagen lässt?

Alles fing im Jahr 2012 mit der Partnerschaft von thyssenkrupp und dem Leichtbauzentrum Sachsen an. In 2017 startete die Serienproduktion für die BMW HP4 RACE. In diesem exklusiven Motorrad waren Hightech-Felgen aus dem ultraleichten Werkstoff Carbon von thyssenkrupp Carbon Components verbaut. Kurz darauf rüstete auch Porsche seinen 911 Turbo S Exclusive Series mit der Kohlefaser-Technologie aus. Eine doppelte Weltpremiere. Knapp zwei Jahre später folgte die Straßenzulassung (ABE) für den Endverbraucher: Ein Meilenstein für die Motorrad-Szene und thyssenkrupp.

Hightech-Felgen aus Carbon von thyssenkrupp Carbon Components

Die berühmte „Isle of Man TT“ als Teststrecke

Um die Carbonfelgen auf Herz und Nieren zu testen, bietet sich im Motorrad-Rennsport eine Strecke ganz besonders an: Der berüchtigte Snaefell Mountain Course auf der Isle of Man. Sowohl der schnellste Road Racer der Welt, Peter Hickman, als auch das deutsche Penz13.com Racing Team setzten die Carbonfelgen dort in den vergangenen Jahren erfolgreich ein.

Es war schnell klar, wie das Feedback ausfallen würde. Denn nach der ersten Fahrt konnte Motorradprofi Hickman seine Freude nicht unterdrücken: „Einfach zu fahren, vor allem im Hochgeschwindigkeitsbereich.“ So einfach, dass man sich fragen müsse, ob man ein Rennen je wieder ohne antreten könne.

„Das Feedback, welches wir bisher von den Profis bekommen haben, ist herausragend“, erzählt Dr. Jens Werner, CEO von thyssenkrupp Carbon Components. Auch er selbst hat sich bereits von dem einzigartigen Fahrgefühl überzeugen lassen – auf einem Roadtrip von Dresden zur Isle of Man. „Im Motorradbereich ist der Unterschied im Kurvenverhalten gigantisch“, erzählt der Geschäftsführer. Verständlich, denn durch den sogenannten „Kreiseleffekt“ tendieren Motorräder mit klassischen, vergleichsweise schweren Alu-Felgen dazu, in schnellen Kurven geradeaus zu fahren – ein enormer Kraftaufwand für den Fahrer.

Ultraleichte Carbonfelgen für völlig neues Fahrgefühl

Doch nicht nur für Motorräder sind die Carbonfelgen spannend, denn auch Tuningfans und PKW-Fahrer sind an den leichten Carbonfelgen interessiert. Das erfuhr auch Michael Franke, Ingenieur und Projektleiter für die Aftermarket PKW-Radentwicklung bei thyssenkrupp Carbon Components, auf der Essen Motor Show 2019. Auch für ihn sind die Vorteile der Carbonfelgen für den PKW klar: „Der Vorteil von Carbonfelgen ist ihre reduzierte Masse. Das Auto muss weniger Energie in den Antrieb der Räder stecken. Darüber hinaus wird die Dämpfungseigenschaft der Felgen verbessert.“

Aber das ist noch nicht alles, denn die Felgen sorgen auch dafür, dass das Fahrzeug schneller und agiler auf Lenkbewegungen reagieren kann. Der Fahrer hat zudem ein spürbar leichteres und angenehmeres Fahrgefühl, denn laute Abrollgeräusche und Vibrationseffekte werden von den Carbonfelgen abgefangen.

Die Chance für jedermann – Carbonfelgen mit Straßenzulassung

Es war ein langer Weg bis zur Straßenzulassung – seit 2019 ist der Meilenstein für Motorräder jedoch geschafft. Somit haben ambitionierte Motorrad- und in naher Zukunft auch Autofahrer aus dem Endkundenbereich die Chance mit den Carbonfelgen von thyssenkrupp Carbon Components ein völlig neues Fahrgefühl zu erleben. Felgen aus Carbon auf öffentliche Straßen zu bringen – der damit verbundene Aufwand lässt sich für Laien nur schwer erahnen.

Die weltweit ersten Carbonfelgen mit Straßenzulassung.

„Was viele nicht wissen ist, dass im Gegensatz zum Rennsport im Straßenverkehr viel strengere Vorschriften gelten. Es war also enorme Entwicklungsarbeit nötig, um den Werkstoff Carbon so zu gestalten, dass er sämtliche Anforderungen für den normalen Straßeneinsatz erfüllt“, erklärt Dr. Jens Werner.

Normalerweise werden Carbonteile per Hand in bestimmte Formen gelegt. „Um aber die Zulassung für den regulären Straßenverkehr zu bekommen, müssen wir eine durchgehend gleiche Qualität gewährleisten“, erklärt Dr. Werner. „Jedes Teil muss also exakt identisch sein.“

Einzigartiges Herstellungsverfahren

Aber wie sieht eine solche Produktion aus und wie wird aus den Kohlefasern eine Felge? Im Hightech-Werk von thyssenkrupp Carbon Components in Kesselsdorf nahe Dresden steht die patentierte Antwort: Die größte Radialflechtanlage der Welt. Dank des beeindruckenden und hochautomatisierten Systems mit einer Höhe von neun Metern kann thyssenkrupp Carbon Components die Felgenbetten nahtlos fertigen. „Das erhöht die Festigkeit und Schadenstoleranz unserer Felgen und ermöglicht es uns, die weltweit leichtesten Felgen für Motorräder herzustellen“, sagt Dr. Jens Werner.

Und so funktioniert das Herstellungsverfahren: „Unsere Felgen haben den Vorteil, dass die Felgenbetten in einem Flechtprozess hergestellt werden. Diese Produktionsart ist einzigartig und an keiner anderen Felge zu finden“, erklärt Ingenieur Michael Franke weiter. Anders als bei den Aftermarket-Carbonfelgen für Motorräder besteht der Mittelteil der Felge, der sogenannte Radstern, bei den PKW Carbonfelgen von thyssenkrupp nicht aus Carbon, sondern aus geschmiedetem Aluminium.

Die weltweit ersten Carbonfelgen mit Straßenzulassung.

PKW Felgen nicht zu 100% aus Carbon? Warum?

Die Erklärung ist eingängig: Carbonfelgen fürs Motorrad sind hauptsächlich im Performance-Bereich vertreten. Die Kostenfrage ist hier eher zweitrangig. Entscheidend ist, dass die Felgen so leicht wie möglich sind, um einen messbaren Vorteil zu bieten.

Die thyssenkrupp Carbonexperten möchten mit den Carbonfelgen für PKWs die Kohlenstofffasern für jedermann zugänglich machen. Somit spielt der Preis hier eine größere Rolle. Doch auch mit einem kostengünstigeren Radstern aus Aluminium, ist ein vollständiger Satz Carbonfelgen kein Schnäppchen. Auto- und Tuning-Enthusiasten müssen für diese neue Technik für ihren PKW mit circa 9.000 Euro etwas mehr Geld in die Hand nehmen.

Carbon und Innovation als Zukunftsrichtung

Auch mit zwei erreichten Meilensteinen: Langweilig wird es bei thyssenkrupp Carbon Components in keinem Fall – die Carbonexperten bleiben ihrer innovativen Linie treu und schauen optimistisch in die Zukunft. Internationale Auszeichnungen wie der „most innovative use of plastics“ Award der Society of Plastics Engineers geben ihnen dabei Recht.

Während kontinuierlich neue Modelle zu der Liste der Motorradfelgen hinzugefügt werden, erweitern vielversprechende Neuheiten die Produktpalette: Sowohl Carbonfelgen für Fahrräder als auch Bewehrungsstäbe für das Bauwesen sind neue richtungsweisende Projekte aus dem Hause thyssenkrupp Carbon Components. Und zudem bereits im Handel erhältlich


Sie haben Interesse an den Produkten von thyssenkrupp Carbon Components? Dann informieren sie sich direkt bei unseren Experten.

Autor

Yüksel Çelik
  • geschrieben von Yüksel Çelik
  • 9. Juli 2020

Einer wirklich gelungene Innovation
Würde ich mir sofort holen ,wenn sie erschwinglich sind 🙂
Auf jeden Fall fürs Prestige und für den Namen Thyssenkrupp wertvoll .

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