Alle zwei Minuten ein neues Achsenpaar

Smart Factory | In Leipzig baut thyssenkrupp mit viel Akribie Achsen für die Autoindustrie. Für Fehler ist keine Zeit: Alle zwei Minuten muss ein Paar fertig sein.

Die Marke, die unseren Alltag bestimmt, haben wir jeden Tag deutlich vor Augen. Vom Parkplatz aus ist der Turm mit dem roten Porsche-Schriftzug gut zu sehen. Der Wind trägt manchmal das Motorengebrüll von der Teststrecke herüber, dahinter liegt die Fertigung unseres Kunden. Die Achsen für den Macan, dem aktuellen Kompakt-SUV von Porsche, bauen wir hier im Werk von thyssenkrupp Automotive Systems. Auch für die Modelle Panamera und Cayenne produzieren wir. Mensch und Maschine arbeiten dabei in einem präzise getakteten Prozess zusammen. Alles folgt einem digital gesteuerten Produktionsplan. Jeder Handgriff muss sitzen, denn es kommt auf jede Sekunden an. Alle zwei Minuten muss ein neues Paar Achsen die Produktion verlassen.

Tausende Varianten einer Achse

„Just-in-Sequence“ ist der Fachbegriff für das, was meine rund 500 Kollegen sowie ich als Werksleiter täglich umsetzen. Genau in der Reihenfolge, in der die Achsen später im Porsche-Werk montiert werden, müssen sie bei uns zusammengebaut werden.

Die Informationen über die benötigten Module liefert Porsche elektronisch an. Die Bauteile unterscheiden sich nicht nur nach Modellen, sondern auch nach Ausstattungen. Allein von den Panamera-Achsen gibt es Hunderte Varianten, beim Cayenne und beim Macan sind es sogar einige Tausend.

ThyssenKrupp Automotive Systems passt sich an die Erfordernisse des Automobilherstellers an. © Marc Beckmann/Agentur Focus

thyssenkrupp Automotive Systems passt sich an die Erfordernisse des Automobilherstellers an. © Marc Beckmann/Agentur Focus

Präzision ist hier alles

Kontrollierbar ist diese Vielfalt nur mit einer komplexen Logistik: Jedes Bauteil wird von uns gescannt und über einen Bildschirm freigegeben. Lampen signalisieren, aus welcher Kiste das nächste Teil gegriffen werden muss, Werkzeuge wie Schrauber laufen mit passend voreingestelltem Kraftaufwand.

Präzision ist hier alles, denn Zeit ist Geld. Deshalb ist jeder unserer Arbeitsschritte auf Effizienz getrimmt. Wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, müssen wir extrem schnell reagieren. Fällt etwa ein Montageroboter aus, ersetzt der Mensch wieder die Maschine – mit Druckluftschrauber und Knickschlüssel. Droht die Kette des Materialnachschubs ins Stocken zu geraten, weil ein Lkw eine Panne hat, meldet sich das SAP. Dann werden keine Kosten und Mühen gescheut und dem Transport sogar Kuriere entgegengeschickt. Alles, damit die Maschinerie nicht aus dem Takt kommt.

Wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, müssen wir extrem schnell reagieren.

Gerhard RiesWerksleiter

Gerhard Ries ist Werkleiter in Leipzig. © Marc Beckmann/Agentur Focus

Gerhard Ries ist Werkleiter in Leipzig. © Marc Beckmann/Agentur Focus

 

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